Review

MetalcorePost-Hardcore

Kritik: Atreyu - "Baptize"

„Baptize“, so wird das neue Atreyu-Album heißen, welches uns die Band aus Kalifornien am 04. Juni präsentieren wird. Seit dem ...

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„Baptize“, so wird das neue Atreyu-Album heißen, welches uns die Band aus Kalifornien am 04. Juni präsentieren wird. Seit dem letzten Album „In Our Wake“ zogen drei Jahre ins Land. Mit „Baptize“ möchte die Band eine neue Ära einläuten. Wie diese klingt? Das haben wir für euch schon einmal herausgefunden.

Genau wie die beiden Vorgänger-Alben wird auch „Baptize“ über Spinefarm Records veröffentlicht. Hierfür holte sich die Band den Produzenten John Feldmann ins Boot, der bereits mit Bands, wie Blink-182 und The Used zusammenarbeitete. Und was erhält man, wenn so viele unterschiedliche Einflüsse auf ein 15 Song starkes Album gepresst werden? Einen bunten Blumenstrauß an Musik, der keineswegs überladen wirkt.

Besonders die erste Hälfte von „Baptize“ strotzt vor Vielfältigkeit. So erinnert der modern-elektronische Einschlag des Titeltracks an eine gelungene Mischung aus Bands wie Biffy Clyro und Beartooth. Das Stück ist darüber hinaus tanzbar und wird durch seine eingängige Komposition einer breiten Hörerschaft zugänglich gemacht.

Der Song „SAVE US“ bietet hierzu sogleich den passenden Kontrast, denn der Track besitzt eine spürbare Schwere. Darüber hinaus versprüht er mit einem breiten musikalischen Sound-Teppich und den Vocals, die zwischen cleanem Gesang und Shouts variieren, den Appell, an sich selbst zu arbeiten.

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Der eingängige Refrain, welcher dem langjährige Bassist und neuem Shouter Marc „Porter“ McKnight während der Meditation kam, soll als Anleitung verstanden werden. Ziel ist es, eine bessere Version von sich selbst zu werden und dadurch Teil einer bessere Menschheit zu sein. Dies erklärte Sänger und Schlagzeuger Brandon Saller.

Die eingängigen Vocals untermauern darüber hinaus die Tatsache, dass der Titel der einzige auf „Baptize“ ist, der vollständig groß geschrieben ist.

Darf es noch eine Facette mehr sein?

Um dem ein oder anderen Song eine weitere Schicht und damit mehr Tiefe zu verleihen, bedient sich die Band eher klassischen Elementen. So wird in „Strange Power of Prophecy“ mit chorartigem, mehrstimmigem Gesang gearbeitet.

„Underrated“ hat darüber hinaus eine Passage mit Geigen, die allerdings das Maß für den ein oder anderen Hörer etwas überstrapazieren könnte. Der Kontrast zu den harten Breakdowns, die Verwendung von Ruhe und lautem Sound als Stilmittel wirkt allerdings sehr gekonnt und überzeugt bereits ab dem ersten Hören.

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Auch die beiden Stücke „Broken Again“ und „Weed“ gehen einen eigenen Weg. Die Gemeinsamkeiten sind, dass sie beide tanzbar sind. „Broken Again“ besitzt darüber hinaus einen deutlichen Pop-Einschlag, wodurch man sich den Song auch durchaus im Radio vorstellen kann.

Mit dem Song „Catastrophe“ läuten Atreyu die zweite Hälfte von „Baptize“ ein. Ab hier verändert sich die Stimmung ein Stück weit. Während die wirbelnden Strophen des Songs noch eingängig sind und dem Hörer ins Gesicht peitschen, so ist der Refrain recht glatt. Dabei erinnert die Melodie beinahe an einen Disney-Film.

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Auch die restlichen Song, wie „Sabotage Me“ oder „No Matter What“ wecken den Eindruck, eher einen quantitativen Zweck zu verfolgen, da von den Stücken nicht viel hängen bleibt. Sie wirken daher eher wie vorbereitende Tracks auf das, was die zweite Hälfte definitiv zu bieten hat: Die Features.

Atreyu holen sich hochkarätige Unterstützung

Der gradlinige Sound von „Untouchable“ legt den Fokus spürbar auf die Vocals. Hier haben sich Atreyu Verstärkung von keinem geringeren als Jacoby Shaddix (Papa Roach) geholt, der sich insgesamt sehr geschmeidig in den Song einfügt.

„Oblivion“ holt Trivium-Frontmann Matt Heafy ins Boot und liefert einen schwerfälligen, stampfenden Song, der dem Album einen melodischeren Touch verleiht und in der Kombination funktioniert.

Und dann ist da noch „Warrior“. Der letzte Song des Albums wird mit dem aktuell unglaublich produktiven Travis Barker vervollständigt. Dieser tummelt sich aktuell sowohl auf Veröffentlichungen von Machine Gun Kelly über KennyHoopla bis hin zu eben dem Auftritt auf „Baptize“. Der Einfluss des Drummers ist spürbar, die treibenden Drums und der Marching Band-Part bereiten absolute Freude.

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Leider weisen alle drei Feature-Songs eine Schwäche auf, denn sie wirken an der ein oder anderen Stelle etwas zu lang, da sich der Refrain häufig zu stark wiederholt und einen relativ dünnen Inhalt offenbart. Eventuell wurde hier mehr auf die hochkarätige Besetzung geschaut, als auf das Songwriting.

Foto: Atreyu / Offizielles Pressebild von Spinefarm Records

ALBUM
Baptize
Künstler: Atreyu

Erscheinungsdatum: 04.06.2021
Genre: ,
Label: Spinefarm
Medium: CD, Vinyl, etc

Tracklist:
  1. Strange Powers Of Prophecy
  2. Baptize
  3. Save Us
  4. Underrated
  5. Broken Again
  6. Weed
  7. Dead Weight
  8. Catastrophe
  9. Fucked Up
  10. Sabotage Me
  11. Untouchable (feat. Jacoby Shaddix)
  12. No Matter What
  13. Oblivion (feat. Matt Heafy)
  14. Stay
  15. Warrior (feat. Travis Barker)
Atreyu Baptize
Atreyu Baptize
7.5
FAZIT
Mit „Baptize“ schießen Atreyu in die unterschiedlichsten Stilrichtungen und treffen sogar häufig das Ziel. Die erste Hälfte des Albums strotzt vor Kreativität, vor Vielseitigkeit und Elan, während die zweite Hälfte den Fokus eher auf die drei Feature-Songs legt, welche durch die Bank weg zünden und von Beginn an Spaß machen, in ihrer Tiefe allerdings die ein oder andere Schwäche aufweisen.
/morecorede
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