Review

Pop-Punk

Kritik: Neck Deep - All Distortions Are Intentional

Neck Deep haben seit ihrer Gründung im Jahr 2012 einen erstaunlichen und erfolgreichen Weg eingeschlagen. Und obwohl „All Distortions Are ...

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Neck Deep haben seit ihrer Gründung im Jahr 2012 einen erstaunlichen und erfolgreichen Weg eingeschlagen. Und obwohl „All Distortions Are Intentional“ bereits Album Nummer 4 ist, gelten sie für viele immer noch als die Nachwuchshoffnung des UK, wenn es um Pop-Punk geht.

Gründe für den Erfolg der Waliser mag es viele geben, aber maßgeblich ist neben den einerseits an die Frühwerke von Blink-182 oder Sum 41 angelegten Songstrukturen sicher auch ihr Gespür für Hooklines und eingängige und gleichzeitig berührende Lyrics.

Nachdem die ersten beiden Alben „Wishful Thinking“ und „Life’s Not Out To Get You“ textlich noch mit typischen Pop-Punk-Themen wie Liebeskummer und Freundschaften aufwartete, wurde es dann 2017 auf „The Peace and The Panic“ ernsthafter und persönlicher.

Auch musikalisch wurde es zwar nicht unbedingt seichter, aber zumindest weniger rau und überlegter. Insofern durfte man gespannt sein, in welche Richtung es auf „All Distortions Are Intentional“ gehen würde.

Neck Deep wagen auf „All Distortions Are Intentional“ keine besonderen Ausbrüche

Neck Deep nehmen uns auf ihrem neuen Longplayer mit auf eine Reise nach Sonderland, einer Art Wunderland für alle Andersdenkenden, wo wir auf Jett und seine Freundin Alice treffen, deren Geschichte das Album erzählt. Das Ganze hört sich allerdings mehr nach Konzeptalbum an als es tatsächlich ist. Man kann das Album auch gut hören, ohne sich vertieft mit Sonderland vertraut zu machen.

„Sonderland“ heißt dann auch der erste Song des Albums und der macht gleich Laune auf mehr. Der Sound ist – das mag mancher Fan der ersten Stunde schade finden – ähnlich glattpoliert wie auf „The Peace and The Panic“ und auch die Stimme von Sänger Ben Barlow, dessen Bruder Seb inzwischen den Bass übernommen hat, ist noch ein bisschen mehr von Punk zu Pop gewandert.

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Dies manifestiert sich auch in den folgenden Tracks „Fall“ und „Lowline“. Letzterer wurde übrigens schon vorab als Single ausgekoppelt, was sich im Nachhinein als gute Entscheidung entpuppt – ist er doch der Song mit dem größten Ohrwurm-Potential.

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Bis zur Mitte des Albums ist alles wie erwartet. Gefällige Songs, die Spaß machen und im Ohr bleiben. Bei „Quarry“ – der als düsterer und recht kurzer Song als eine Art Interlude gelten kann – ändert es sich leider ein wenig.

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Man kann sich Songs wie „Sick Joke“ oder „What Took You So Long“ auch noch gut anhören, aber sie packen einen nicht – weder musikalisch noch textlich. Und auch die Ballade „Little Dove“ ist nett anzuhören, aber an frühere Balladen wie „December“ oder „Wish You Were Here“ kommt sie nicht heran.

Mit „Pushing Daisies“ gelingt Neck Deep dann zumindest ein versöhnlicher Abschluss der Geschichte um Jett und Alice. „Life is a joke and we get dead anyhow“ – Ende gut, alles gut.

Credit: Ian Collins / Offizielles Pressefoto

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