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Interview

Neck Deep im Interview: „Es ist ein Album, das allen Fans gefallen wird!“

Sam Bowden und Matt Powles im Talk zur neuen Platte.

VON AM 25/01/2024

Neck Deep haben in der vergangenen Woche mit „Neck Deep“ Studioalbum Nummer 5 veröffentlicht. Während vor allem der Vorgänger „All Distortions Are Intentional“ schon sehr in Richtung Konzeptalbum ging, geht es auch in „Neck Deep“ um das, was die Band ausmacht. Kein großes Konzept, kein übergreifendes Thema. Stattdessen schneller und moderner Pop-Punk, komprimiert auf zehn Songs. Warum „Neck Deep“ für die Band das richtige Album zur richtigen Zeit ist, haben uns Gitarrist Sam Bowden und Drummer Matt Powles im Interview verraten.

Die USA fest im Blick

Der Zeitpunkt für die Neck Deep-Tour im Herbst des vergangen Jahres war schon etwas ungewöhnlich. Immerhin ist es bei den meisten Bands immer noch üblich, die Touren erst nach der Veröffentlichung eines neuen Albums zu starten und nicht einige Monate zuvor. Allerdings muss eine Band wie Neck Deep, die weltweit erfolgreich ist, ihre Termine koordinieren – und so ging es dieses Mal eben vor der Album-Veröffentlichung auf Europa-Tour und direkt nach dem Release – also jetzt – auf ausgedehnte USA-Tour.

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Wahrscheinlich keine ganz schlechte Entscheidung. Zwar verfügt die Band auch hierzulande über eine sehr stabile und weiter wachsende Fanbase. Doch dass eine Band aus Wales in den USA so erfolgreich ist wie Neck Deep, ist schon bemerkenswert. Sam Bowden und Matt Powels haben hierfür gleich mehrere Erklärungsansätze. „Wir haben schon sehr früh viele Shows in den USA gespielt und sind sehr regelmäßig dorthin gekommen. Außerdem ist Pop-Punk in den USA immer noch sehr beliebt.“, erläutert Gitarrist Sam Bowden die Gründe für den Erfolg der Band jenseits des Atlantiks. Und dann wäre da noch die Stimme von Sänger Ben Barlow. „Wir hören immer wieder von Leute, die total überrascht sind, dass wir nicht aus den USA kommen. Bens Gesang klingt einfach viel mehr nach den USA als nach Wales.“, ergänzt Matt Powles.

Interview Neck Deep
Interview Neck DeepFotos im Auftrag von MoreCore.de: Julia Strücker (Julia_Rocknrolla)

Die Band als Mittel zum Zweck

Dies bedeutet aber nicht, dass Neck Deep ihre Heimat nicht zu schätzen wissen. Zwar stammen Sam Bowden und Matt Powles aus den East Midlands in England und nicht aus Wales – das Gefühl, in einer Kleinstadt im Nirgendwo aufzuwachsen, ist ihnen dennoch geläufig. „Neck Deep kommen aus Wrexham im Norden von Wales. Dort gibt es nicht viel, nicht einmal kleine Shows. In einer Band zu spielen, ist also ein guter Weg, dort raus zu kommen und etwas von der Welt zu sehen.“, beschreibt Sam Bowden die Perspektive der Band in ihrer Anfangszeit.

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So sei es auf der einen Seite schwerer, als Kleinstadt-Band einen Fuß in die Tür des Musik-Business zu bekommen. Auf der anderen Seite habe man oft auch einfach mehr Schwung und Motivation, durch die Musik der Ödnis zu entkommen. So habe sich Sam Bowden als Jugendlicher oft vorgestellt, irgendwann einmal mit seinen Lieblingsband zusammen auf einem Festival oder auf einer Tour zu spielen. „Das hat mir noch einmal mehr Motivation gegeben. Und bei Blink 182 war es dann auch so, dass ich sie zum ersten Mal gesehen habe, als wir zusammen auf Tour waren.“

Back to the roots

Wir können davon ausgehen, dass es auch im Rahmen der Touren zu „Neck Deep“ wieder zu der ein oder anderen Begegnung mit Idolen der Kindheit und Jugend kommen wird. Schließlich hat die Band schon einige Festivals für den Sommer bestätigt. Auch das neue Album selbst ist eine Art Konfrontation mit der eigenen Jugend und den ersten Schritten der Band. „Das letzte Album, das wir selbst produziert haben, war ‚Wishful Thinking‘.“, erzählt Sam Bowden. Auch damals saß Seb Barlow – heute auch Bassist der Band – an den Reglern und produzierte das allererste Album der Band. Für „Neck Deep“ schloss ich die Band über Wochen und Monate in Wrexham im Studio ein und feilte an den Songs. „Es sollte ein typisches Pop-Punk-Album werden. Mit viel Power und Songs, die nach vorne gehen und auch live funktionieren. Ganz einfach ein Album, das uns und allen Neck Deep-Fans gefällt.“, fasst Sam Bowden die Zielsetzung der Band zusammen.

Interview Neck Deep
Interview Neck DeepFotos im Auftrag von MoreCore.de: Julia Strücker (Julia_Rocknrolla)

Kurskorrektur mit „Neck Deep“

Dass man sich auf die Anfänge der Band zurückbesinnt, lag dabei auch an den Erfahrungen, die Neck Deep mit ihren letzten beiden Alben „All Distortions Are Intentional“ und „The Peace And The Panic“ gemacht haben. Man sei zwar grundsätzlich noch immer sehr zufrieden mit beiden Alben. Aber die Band habe auch erkannt, was ihnen fehlt. „Auf ‚TPATP‘ haben wir bei manchen Songs zu wenig auf die Live-Tauglichkeit geachtet. Und einige Songs auf ‚ADAI‘ sind sehr weit weg von dem, was wir bis dahin gemacht hatten.“, beschreiben Sam Bowden und Matt Powles die Kritikpunkte an den beiden Alben vor „Neck Deep“.

Das neue Album sei zwar nicht als direkte Reaktion zu verstehen, aber schon eine Rückbesinnung auf das alte Erfolgsrezept. Alles wie damals bei „Wishful Thinking“ – nur eben mit zehn Jahren Erfahrung auf dem Buckel. Das kann dann ja kaum noch schief gehen.

Titelbild im Auftrag von MoreCore.de: Julia Strücker (Julia_Rocknrolla)

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