Review

AlternativePost-Hardcore

Kritik: The Word Alive - "MONOMANIA"

The Word Alive sind seit dem Beginn ihrer Bandkarriere beim Plattenlabel Fearless Records unter Vertrag. In Anbetracht der Tatsache, dass ...

VON

The Word Alive sind seit dem Beginn ihrer Bandkarriere beim Plattenlabel Fearless Records unter Vertrag. In Anbetracht der Tatsache, dass in der heutigen schnelllebigen Welt ein Angebot das nächste jagt und ein Geschäftsmann den anderen übertreffen will – schon beachtlich. Immerhin macht die Kombo um Frontmann Tyler „Telle“ Smith bereits seit 2008 Musik.

Insgesamt können sie bisher auf sieben Studioalben zurückschauen. Der achte Longplayer steht JETZT in den Startlöchern und trägt den Namen „MONOMANIA“. Auch zehn Jahre nach der Release des Debüts „Deceiver“ von anno 2010 erscheint das gute Stück wieder über Fearless. Ob man wohl Angst haben muss, dass das Ganze langsam zu eintönig wird? Vorab können wir sagen: Nein.

The Word Alive überraschen auf „MONOMANIA“ mit einem frischen Sound

Der Vorgänger „Violent Noise“ konnte auf musikalischer Ebene (zumindest mich) nicht so richtig überzeugen. Es plätscherte ein bisschen vor sich hin und brachte nicht die Energie mit sich, die in den Vorgängerwerken zu hören waren. Mit etwas mehr elektonischem Spiel als in den zuvor veröffentlichen LPs wirkte „Violent Noise“ in gewisser Weise jedoch recht frisch. Genau das nahmen The Word Alive auch mit in den Prozess zum neuen Album.

„MONOMANIA“ ist nämlich eine ziemlich gute Mischung aus dem alten Sound der vierköpfigen Kombo und dem neuen „Shit“ (im übertragenen Sinne). In gewisser Weise springen sie damit auf einen Zug auf, der sich aktuell den Weg durch die Core-Welt bahnt. Dennoch kann man beim „Auf-den-Zug-aufspringen“ auch einen Satz in die falsche Richtung machen. TWA jedoch gelingt der Hüpfer auf den richtigen Waggon.

YouTube

Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.
Mehr erfahren

Video laden

In relativer kurzer Zeit gab es bereits ein paar Singles auf die Ohren. „BURNING YOUR WORLD DOWN“ war bereits vergangenes Jahr der erste Appetizer und schon der versprach wieder einen Schritt back to the roots. Die Ankündigung des Albums ging dann Anfang des Jahres auch gleich mit der Release des Titeltracks einher.

„MONOMANIA“ sowie die beiden Nachfolger „NO WAY OUT“ und „SEARCHING FOR GLORY“ sind die ersten drei Tracks der Scheibe und auch allesamt durch Vorab-Release bekannt. Tatsächlich ist das gar nicht mal so undurchdacht, den sie liefern genau das, was die Fans vermutlich von The Word Alive erwartet haben.

Die Songs kommen auf der einen Seite mit der Power daher, die man auf „Voilent Noise“ ein bisschen vermisst hat und können auf der anderen Seite mit einer neuen Spielart überzeugen. Die Tracks sind vielschichtig und eingängig zugleich.

YouTube

Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.
Mehr erfahren

Video laden

Zugegebenermaßen sind alle zwölf Tracks SO eingängig, dass man sich das Ganze zwei oder drei Mal anhören muss, bis hier und da etwas hängen bleibt. Was auf der anderen Seite aber nicht heißen soll, dass die Tracks einTÖNIG sind.

YouTube

Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.
Mehr erfahren

Video laden

Auf „ANOTHER YEAR IN THE SHADOWS“ (warum sind die Titel der Scheibe eigentlich alle so offensiv groß geschrieben?!) zum Beispiel zeigt Frontmann Telle Smith einmal mehr, was er stimmlich kann. Cleaner Gesang hier, Screams dort – Abwechslung garantiert. Wer die Band schon mal live erleben durfte, weiß, dass Smith sein Metier auch in Natura sehr gut beherrscht.

Übrigens… die anfangs erwähnte Sache mit den elektronischen Komponenten zieht sich nicht komplett durch die Tracklist. So ist beispielsweise „THANK YOU“ stärker von Synthesizern etc. geprägt als andere Songs. Wie immer ist das Geschmackssache, aber hier passt diese Komponente sehr gut.

YouTube

Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.
Mehr erfahren

Video laden

Viele Tracks auf „MONOMANIA“ sind recht tanzbar, soll die Thematik der Songs jedoch deshalb nicht in den Hintergrund stellen. Auch wenn die Musik oft zum Partymachen einlädt, sind die Lyrics doch recht tiefgründig. Für Telle Smith ist der achte Longplayer seiner Band ein sehr emotionaler, nach eigenen Aussagen sogar der emotionalistee. Er verarbeitete persönliche Probleme in den Lyrics.

Tatsächlich würde es der Platte nicht gerecht werden, hier jeden Song einzeln zu bewerten. Das geht auch gar nicht, da sich die Songs an im Sinne des Musikstils und vor allem auch des musikalischen Könnens gar nicht so sehr unterscheiden.

The Word Aive machen auf „MONOMANIA“ einfach das, was sie am besten können: Sie selbst sein. Dazu gehen sie noch mit der Zeit und passen sich aktuellen Strömungen an. Was soll da noch schief laufen?


Foto: The Word Alive / Offizielles Pressebild von Fearless Records

The Word Alive auf Tour

Derzeit gibt es keine angekündigten Tourdates für The Word Alive. Sollte ein Termin fehlen, würden wir dich bitten, uns eine E-Mail an info@morecore.de zu schicken, damit wir diese hinzufügen können.

ALBUM
MONOMANIA
Künstler: The Word Alive

Erscheinungsdatum: 21.02.2020
Genre:
Label: Fearless Records
Medium: CD, Vinyl, etc

Tracklist:
  1. MONOMANIA
  2. NO WAY OUT
  3. SEARCHING FOR GLORY
  4. ANOTHER YEAR IN THE SHADOWS
  5. GREATEST ALMOST
  6. THANK YOU
  7. NUMB LOVE (MISERY II)
  8. K.F.
  9. BURNING YOUR WORLD DOWN
  10. COMFORT & CHAOS
  11. I'M SORRY YOU'RE SORRY NOW
  12. DEATH IS ONLY THE END IF YOU ASSUME THE STORY IS ABOUT YOU
The Word Alive MONOMANIA
The Word Alive MONOMANIA
8
FAZIT
The Word Alive schaffen auf "MONOMANIA" den Spagat zwischen dem Schritt zurück und dem Schritt nach vorne. Sie nähern sich auf den zwölf Tracks der Scheibe wieder alten Strukturen und schwimmen gleichzeitig mit dem Strom. Soll heißen: Sie vermischen den Post-Hardcore ihrer früheren Werke mit aktuellen Tendenzen aus modernen Rock- und Metal(core)-Strömungen.

Hinzu kommt, dass sich bei The Word Alive vier wirklich talentierte Musiker zusammengefunden haben. Sie haben sich mit Erik Ron auch noch einen außerordentlich guten Produzenten an die Hand geholt. Eine Mischung, die doch nur Erfolg versprechen kann.

Zugegebenermaßen sticht die Kombo mit "MONOMANIA" nicht aus der Masse heraus, die sich der neuartigeren Core-Klänge angenommen hat. Einen Unterschied gibt es jedoch im Vergleich zu anderen Bands, die sich hier angesiedelt haben: Sie verstehen, was sie tun und tun das damit gut.