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Death Metal, Deathcore, Black Metal & Extreme Metal: Das sind die besten Alben 2023

Auch im extremeren Bereich ging es heiß her.

VON AM 19/12/2023

Das Jahr 2023 nähert sich mit großen Schritten seinem musikalischen Ende zu und auch wir in der MoreCore.de-Redaktion schauen auf unsere persönlichen Highlight-Alben der letzten 12 Monate. Dieses Mal richtet sich unser Blick auf die düsteren und brutalen Ecken des Extreme Metal – namentlich Deathcore, (Melodic) Death Metal und Black Metal.

Die besten Alben 2023 im Deathcore, Death Metal, Extreme Metal und Melo Death

Mit einer vollgepackten Liste an massiven Veröffentlichungen präsentieren euch Tamara, Mauritz und Linn ihre Alben des Jahres 2023 und liefern ein paar brutale Empfehlungen für die besinnlichen Festtage mit der lieben Familie. Also, nehmt unsere Hand auf eine Reise in die etwas bedrohlicheren Sphären der Szene.

Cattle Decapitation – Terrasite

Mit „Terrasite“, was laut Sänger Travis Ryan übersetzt „Weltfresser“ bedeutet, beehrten uns Cattle Decapitation im Jahr 2023 mit ihrem nun elften Album und der dritten Iteration ihres Soundtracks zur Klima-Apokalypse. Nachdem „Death Altas“ die düstere Wahrheit eines unvermeidbaren Untergangs der Welt beschrieb, richtete sich der Blick der fünf US-Amerikaner aus San Diego, Kalifornien mit Terrasite wieder auf die Abgründe und Sünden der menschlichen Zivilisation. Dabei zeichnen Cattle Decapitation schaurige Horror-Geschichten, die immer wieder den Finger in die Wunde legen und so mir nicht nur einen kalten Schauer über den Rücken jagten. Dazu kommt ein episches aber auch zugleich rasantes instrumental, welches trotz seines Anspruchs an den Hörer nur selten langweilt. Die Frage, ob dies überhaupt noch Death Grind ist, kann bei einer Darbietung wie dieser getrost bei Seite gelegt werden. 

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Frozen Soul – Glacial Domination

In den letzten fünf Jahren erfährt der Death Metal der alten Schule einen erneuten Hype. Neben einigen Newcomern der amerikanischen Death Metal-Szene platzierten sich auch Frozen Soul innerhalb dieser neuen Welle des traditionellen Death Metal-Sound. Mit ihrem nun zweiten Album „Glacial Domination“ scheint nun der Durchbruch aus dem Underground heraus gelungen zu sein. Eine Riff-starke Liebeserklärung an das Genre und dessen Einflüsse, bei dem würdigende Vergleiche zu Veteranen Obituary und Bolt Thrower genannt werden können. Zusätzlich gibt es hochkarätige Features mit dem Synthwave-Künstler GOST, Trivium-Frontmann Matt Heafy oder Sänger John Gallagher von Dying Fetus, welche „Glacial Domination“ noch einmal mehr den Eindruck als Genre-definierendes Album verschaffen. Frozen Soul machen hier den Spatenstich für ihr eisiges Imperium und werden auch in den kommenden Jahren zu einem der wichtigsten Namen des Death Metal heranwachsen.

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Mental Cruelty – Zwielicht

Zwielicht“ entführt uns im Juni dieses Jahres in fremde, altertümliche und längst vergangene Welten. In zehn Tracks erzählt der Karlsruher Extreme-Metal-Fünfer Mental Cruelty von mittelalterlichen Plagen, biblischen Qualen und nordischen Mythologien, eingepackt in feinsten Blackened Deathcore á la Lorna Shore und Konsorten. Es ist das erste Album der Band mit Neuzugang Lukas Nicolai, der für Screaming, Growling und die ein oder andere schweinische Sauerei auf „Zwielicht“ zuständig ist. Besonders hervorzuheben auf dieser Platte sind die mächtige Orchestrierung und kreativen Arrangements, die jeden Track zu einem spannungsgeladenen Ohrenschmaus machen. Besonders emotional wird es durch die persönlichen Songwriting-Ausflüge von Marvin Kessler, sowie die tiefgreifenden Clean-Vocals von Nahuel Lozano im Titeltrack. „Zwielicht“ musste nach „A Hill To Die Upon“ großen Erwartungen gerecht werden – und hat diese übertroffen: das vielleicht beste Extreme Metal-Abum des Jahres.

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Kataklysm – Goliath

Mit über dreißig Jahren auf dem Old School-Death Metal-Buckel legen die Veteranen Kataklysm in diesem Jahr ihren fünfzehnten Longplayer vor, auf welchem sie ihrem typisch-brachialen Sound eine moderne Note zufügen. Im Zentrum steht, wie der Titel vermuten mag, der Kampf zwischen Groß und Klein: David gegen Goliath. Wobei sich Kataklysm stets als Instanz des kleinen Mannes, als Stimme des Volkes verstehen und auf diesem Album dem Kampf gegen das System frönen. Keine Kataklysm-Neuerfindung. Dafür sorgt Neu-Trommler und Bandsprössling James Payne, welcher mit seinem donnernd-dynamischen Drumming (in bester Northern Hyperblast-Manier) die ganze Gruppe zu Höchstleistungen anzutreiben scheint: die Riffs sind griffig und präzise gesetzt, Iaconos Growls und Screams glänzen und kämpfen sich in himmelhohe Höhen vor. „Goliath“ stellt nicht nur das solide Ergebnis eines erfahrenen, alteingesessenen Bandzyklus dar, sondern beweist durchaus, dass die franko-kanadischen Metaller noch immer abliefern und ihren Status als eine der größten Bands des Genres redlich verdient haben.

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In Flames – Foregone

Die Erwartungen waren groß, als die Melodic Death Metal-Pioniere von In Flames für den Februar dieses Jahres ihr 14. Studioalbum “Foregone” ankündigten. Die Vorfreude wurde vor der Albumveröffentlichung noch einmal größer. Denn In Flames kündigten an, dass man wieder bei Nuclear Blast Records unterschrieben habe. Hinzu kam der deutlich straightere und härtere Sound der ersten Singles. Würden In Flames also die Experimente hinter sich lassen und zu ihren musikalischen Wurzeln zurückfinden? Die Antwort ist ein klares Jein. Wer klassischen Death Metal der frühen 90er erwartet hatte, war wahrscheinlich nicht vollauf zufrieden. Doch In Flames schaffen auf “Foregone” nach langer Zeit wieder, ein Album hinzulegen, dass einerseits die nötige Härte hat, andererseits aber auch modern und innovativ daherkommt. Keine wilden Experimente, aber eben auch deutlich mehr als 08/15. Die Produktion lässt ohnehin keine Wünsche offen. Viele der Songs auf “Foregone” werden noch lange Bestandteil einer In Flames-Setlist sein. Und das ist auch gut so.

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Darf es noch ein pfund extreme metal mehr sein?

Das Jahr 2023 war ein verdammt gutes Jahr für die extremen Bereiche des Metal. Wer mit unseren Favoriten noch nicht genug hat, findet mit „Make Beg For Death“ von Dying Fetus oder „Homicidal Ecstasy“ von Sagusisugabogg weitere Perlen im Bereich Death Metal. Für Fans des Deathcore ist natürlich „Godlike“ von Thy Art Is Murder als auch „Heritage“ von Distant ein absolutes Must-Listen in diesem Jahr. Mit „Provit Reigns Supreme“ von Mission In Black und „Descent“ von Orbit Culture landeten auch im Melodic Death Metal weitere Highlights im Jahr 2023. Zu guter Letzt werden Fans des Black Metal mit Calligrams „Position | Momentum“ und „Silhouettes Of Disgust“ von Downfall Of Gaia für den kalten Abschluss des Jahres fündig.

Von Tamara Jungmann, Philip Linn und Mauritz Hagemann

Foto im Auftrag von MoreCore.de: Philipp Mirschel (Stray.View Photography)

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Sperling

Jedes Album ist besonders, immerhin investiert man nicht nur viel Arbeit, sondern auch Zeit, Kreativität und Geld in (meist) ein …

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