Review

CrossoverDeath MetalThrash Metal

Kritik: Plague Years - "Circle Of Darkness"

Mit dem Release ihrer ersten EP „Unholy Infestation“ im Jahre 2019 war für die Death-Thrash-Band Plague Years der Startschuss gesetzt. ...

VON

Mit dem Release ihrer ersten EP „Unholy Infestation“ im Jahre 2019 war für die Death-Thrash-Band Plague Years der Startschuss gesetzt. Nun veröffentlicht die Kombo aus Michigan ihr Debüt-Album „Circle Of Darkness“ via Entertainment One.

Darauf präsentiert die Gruppe zehn verwüstende Songs und schlägt harte Töne an. Wir haben das gute Stück auf den Prüfstand gestellt und präsentieren euch unsere Eindrücke.

Plague Years gelingt auf „Circle Of Darkness“ ein gekonnter Genre-Mix

Wie auch bereits beim Vorgänger-Release arbeitete die Band auch auf „Circle Of Darkness“ mit Produzent Arthur Rizk zusammen, der sich unter anderem auch auf Werken von Power Trip, Code Orange und Pissgrave verewigte. So ist es nicht sonderlich verwunderlich, dass der Sound der neuen Scheibe nahtlos an den Vorgänger anschließt.

„Play The Victim“ leitet das Album ein. Dabei ist eine rumorende Geräuschkulisse das Erste, was der Hörer auf die Ohren bekommt. Zu den nicht identifizierbaren Klängen gesellen sich Synthesizer-Sounds, die dem Ganzen eine musikalische Struktur verleihen. Die Kälte, die generell durch den Sound hervorgerufen wird, steigert sich durch die harten Gitarrenakkorde, die den Song stetig und stampfend aufbauen.

Die Band nimmt sich Zeit für den Einstieg, überspannt den Bogen allerdings nicht. Mit dem anschließenden Break und dem darauffolgenden Doubletime-Part gibt die Kombo dann final die Marschrichtung der folgenden 42 Minuten vor.

Die gequält klingenden Screams fügen sich in das musikalische Gesamtbild ein und stechen dabei nicht zu sehr hervor. Die Einflüsse des Detroiter Hardcores klingen besonders im Breakdown das erste Mal an. Der Wechsel zwischen Blastbeat hin zu einem Halftime-Beat, der vor Doublebase nur so strotzt, ist geradezu ikonisch dafür und wird im Laufe des Albums noch einige Male Anklang finden.

YouTube

Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.
Mehr erfahren

Video laden

„Witness Hell“ zeigt in eindrucksvoller Art und Weise die thrashige Seite der Gruppe. Die Geschwindigkeit des Riffs und die Intensität, die selbiges hervorruft, erinnert an die besten Zeiten des Genres in den 80er und 90er Jahren.

Die aggressiv-trockene Snaredrum weckt darüber jeden aus seinem Tagtraum und hämmert gnadenlos den gesamten Song über durch. Damit wird allerdings auch eine vermeintliche Schwäche des Genres und somit auch des Songs deutlich, denn durch die schnörkellose Struktur wirkt er ein Stück weit monoton. Das kann man mögen, muss man aber nicht.

Hervorzuheben ist an dieser Stelle erneut der Breakdown, der eine kontrastvolle Schwere hinzufügt und durch die Flageolett-Töne eine besondere Note besitzt. Auf diese wird im zweiten Teil des Parts allerdings verzichtet.

Das verwendete musikalische Gewandt von „Witness Hell“ wird im Laufe des Albums erneut aufgegriffen, denn „Incantation“ und auch der Titeltrack „Circle Of Darkness“ schlagen in eine sehr ähnliche Kerbe.

YouTube

Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.
Mehr erfahren

Video laden

Dabei wird man den Gedanken nicht los, diesen Sound zuvor schon einmal gehört zu haben. Hervorgehoben werden kann hier die Doublebase, die so trocken und kompromisslos klingt, als würde man direkt neben einer Rüttelplatte stehen.

Der Song „Paradox Of Death“ stellt einen der Vorzeigesongs der Band dar, denn dieser zeigt in seiner ganz eigenen Art und Weise den Crossover-Anspruch der Gruppe. Der Track beginnt mit diabolischen Klängen, die perfekt zum Headbangen einladen.

Im Verlauf des Songs schlägt diese Stimmung allerdings um und der Vibe bewegt sich mehr in eine hardcore-eske Richtung, bei der dem Hörer gedanklich bereits der Circlepit-Wind um die Ohren weht.

Wenn wir schon von Classic Hardcore-Einflüssen sprechen, was darf dort nicht fehlen? Background-/Group-Shouts. Diese werden auf „Eternal Fire“ sehr passend aufgegriffen und lockern das sonst recht fordernde und teilweise eintönig klingende Gesangschema deutlich auf.

Insgesamt behält der Track seine Schwere bei und fadet zum Schluss hin aus. Orgelklänge treten in den Vordergrund und lassen einen weiteren, unerwarteten Teil oder einen direkten Übergang in den nächsten Song erwarten. Der Hörer wird an dieser Stelle allerdings enttäuscht, da der Track ein abruptes und abgehakt klingendes Ende findet.

Mit „NRFTL“ (No Respect For The Law) wird auch in der Thematik ein eher Hardcore-gefärbtes Thema angeschnitten, welches durch die dazugehörige musikalische Untermalung ein passendes Gewand erhält.

„Urge To Kill“, der letzte Song auf „Circle Of Darkness“, schließt das Album dann noch mit einer weiteren Facette ab. Die cleanen, mystisch wirkenden Gitarren werden immer wieder durch heftige Distortion unterbrochen, welche den Hörer schlagartig und unangekündigt trifft.

Hinzu kommt der herausstechende und brutale Breakdown, welcher weniger Hardcore-Elemente aufweist und auch aus diesem Grunde heraussticht. Generell ist das Spiel mit dem Tempo und der Dynamik in „Urge To Kill“ deutlich spürbarer und wirkt erfrischend, leider aber auch somit erst im letzten Song des Albums.

Foto: Plague Years / Offizielles Pressebild

Plague Years auf Tour

Derzeit gibt es keine angekündigten Tourdates für Plague Years. Sollte ein Termin fehlen, würden wir dich bitten, uns eine E-Mail an info@morecore.de zu schicken, damit wir diese hinzufügen können.

ALBUM
Circle Of Darkness
Künstler: Plague Years

Erscheinungsdatum: 18.09.2020
Genre: ,
Label: eOne Music
Medium: CD

Tracklist:
  1. Play The Victim
  2. Witness Hell
  3. Paradox Of Death
  4. Eternal Fire
  5. Circle Of Darkness
  6. Evil One
  7. Incantation
  8. NRFTL
  9. World In Blood
  10. Urge To Kill
Plague Years Circle Of Darkness
Plague Years Circle Of Darkness
7
FAZIT
Circle Of Death“ von Plague Years ist hart, gradlinig und geht definitiv unter die Haut. Die Band schafft einen gelungenen Mix aus Thrash, Hardcore und Death-Metal. Dabei knüpft das Album auf der einen Seite nahtlos an den Sound der EP von 2019 an, erinnert gleichzeitig aber auch an die Hochzeiten des Thrashs. Fans des Genres wird dies sicherlich gefallen, Kritiker könnten der Band zur Last legen, dass der Sound dadurch recht uninspiriert und zu Teilen leicht eingestaubt klingt.

Besonders die Vocals sind es, die recht facettenlos erscheinen und zu selten durch Background aufgelockert werden. Hervorzuheben ist definitiv der Mix des Albums. Hier fallen besonders die Drums auf, die eine Aggressivität und Durchschlagkraft besitzen, die ihres Gleichen sucht. Man kann das Album jedem Interessierten ans Herz legen und wir sind gespannt, was die Band in den kommenden Jahren zu bieten hat.