Review

PunkrockRock

Kritik: Alex Mofa Gang - "Ende offen"

Es gibt etwas Neues auf die Ohren und das direkt aus der Hauptstadt. Nach zwei Jahren voller Konzerte, Festivals und ...

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Es gibt etwas Neues auf die Ohren und das direkt aus der Hauptstadt. Nach zwei Jahren voller Konzerte, Festivals und einer intensiven Studiozeit steht die neue Scheibe „Ende offen“ von den Jungs von Alex Mofa Gang beim Plattenhändler eures Vertrauens. Die Fünf, die ihre Musik selbst als Pop mit Punkwurzeln bezeichnen, sind in den letzten Jahren immer weiter gewachsen. Von Support-Shows für Bands, wie Zebrahead, Jennifer Rostock und Massendefekt, hin zu ausverkauften Headliner-Shows.

Alex Mofa Gang
Foto: Greta Horsch

Der Titel „Ende offen“ gibt bereits Hinweise darauf, was die Fans von dem neuen Album, auf insgesamt 12 Songs erwarten können. Gradlinige Aussagen und ein Potpourri aus Themen und Einflüssen, welches die Fans aus ihrem Alltag reißt und hinein in die Welt von Alex katapultiert.

Genauso gradlinig beginnt das Album mit dem ersten Song und einer, der mittlerweile drei, Singleauskopplungen „Ende offen“. Die Aufbruchstimmung wird sofort deutlich. Er geht gut nach vorne und man hat gleich das Live-Feeling, das Kribbeln eines beginnenden Konzerts in der Magengegend. Dieses Feeling wird durch „Erstmal für immer“ noch weiter verstärkt. Eine wunderschöne Ode an die Festivalzeit, in der die Welt außerhalb des Campingplatzes vermeintlich still steht. Zwischen morgendlicher Kater-Melancholie und dem Tanzen im Konfettiregen, spielt der Song mit den unterschiedlichen Eindrücken und beschreibt das, was jeder Festivalgänger schon einmal erlebt hat.

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Allerdings werden auf „Ende offen“ auch deutlich ernstere Töne von Alex Mofa Gang angeschlagen. So wird in „Alles Robotisiert! (I am in love)“ die rasante Technisierung und die entstehende Abhängigkeit zwischen Mensch und Technik auf eine ironische Art und Weise kritisch behandelt. Mit „Düsenjäger“ richtet sich die Band in wütendem Ton gegen das politische Wegsehen und spricht sich unter Anderem für die Rettung von Geflüchteten aus.

„Es ist vorbei“ erzählt von dem Ende einer Beziehung und der Realisierung bzw. der Verarbeitung, dass der Abschnitt mit einer anderen Person vorbei ist. Das Ganze verpackt in einem poppigen, tanzbaren Gitarren-Song, der trotz der Schwere der Thematik zum Springen animiert und den Stil der Band zeigt. Diese Aufbruchsstimmung, welche auch über dem Album generell prangert, wird ebenfalls in „Mensch, Ludger!“ deutlich, in dem es auf ironische Art um das Glücklich werden geht und darum, dafür auch etwas aufzugeben. Abgeschlossen wird diese Thematik und auch das gesamte Album mit dem Song „Treibholz“, der eine sehr persönliche und verletzliche Seite aufzeigt. Hier geht es darum, dass Familienleben und das Künstlerdasein unter einen Hut zu bekommen. Sänger Sascha Hörold singt von der Ungewissheit und dem Ziel aus dem „Baukastenleben“ des Künstlers ein Zuhause bauen zu wollen.

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Alex Mofa Gang auf Tour

Derzeit gibt es keine angekündigten Tourdates für Alex Mofa Gang. Sollte ein Termin fehlen, würden wir dich bitten, uns eine E-Mail an info@morecore.de zu schicken, damit wir diese hinzufügen können.

ALBUM
Ende offen
Künstler: Alex Mofa Gang

Erscheinungsdatum: 21.06.2019
Genre:
Label: Redfield Records
Medium: CD, Vinyl

Tracklist:
  1. Ende offen
  2. Hinter den Fassaden
  3. Alles robotisiert! (I am in love)
  4. Kleine Schwester Größenwahn
  5. Dieses Mal
  6. Düsenjäger
  7. Erstmal für immer
  8. Es ist vorbei
  9. Helden deiner Jugend
  10. Nacht aus Gold
  11. Mensch, Ludger!
  12. Treibholz
Alex Mofa Gang
Alex Mofa Gang
7
FAZIT
„Ende offen“ wird sowohl eingefleischten Fans von Alex Mofa Gang als auch Freunden der poppigen Rockmusik, welche die Band noch nicht kannten, gefallen. Das Konzept hinter dem Album, die zusammenhängende Stimmung des Aufbruchs und die ironische Darstellungsweise geben ein rundes Bild ab, überraschen allerdings recht wenig. Man bekommt das, was versprochen wurde. Ein solides Album, das den Zuhörer aus der Realität ziehen und gleichzeitig wachrütteln möchte. Das Ganze in einer tanzbaren Gute-Laune-Verpackung oder um es mit den Worten der Band zu sagen: „ Ich fühl mich so yeah! Yeah!“.