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Foto: Pamela Littky / Offizielles Pressebild
Corey Taylor: Solo-Spotify-Seite offenbar von AI-Slop betroffen
Technology

Corey Taylor: Solo-Spotify-Seite offenbar von AI-Slop betroffen

Sechs neue Singles aufgetaucht.

Vanessa Wobb/28. Januar· Aktualisiert 12. April/3 Min.
V

Vanessa schreibt am liebsten über Geschichten, die mehr Hintergrund verdienen als nur eine Schlagzeile. Besonders zuhause fühlt sie sich zwischen Metalcore, Post-Hardcore und Alternative.


Corey Taylor/Technology·#Corey Taylor,#Slipknot
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Stell dir vor, du wachst auf, checkst Spotify und plötzlich ist da ein Album, von dem du noch nie gehört hast. Kein Hype, keine Ankündigung und schon allein das Cover zeigt: Da muss doch KI hinter stecken. Corey Taylor, Frontmann von Slipknot, ist offenbar das neueste Opfer von derartigem KI-generiertem Spam auf Spotify. Auf seinem Solo-Profil tauchten schlagartig sechs Tracks auf, deren Cover nur so nach KI schreien. Höchstwahrscheinlich das Werk von AI-Slop-Uploadern, die versuchen, mit dem Namen etablierter Artists schnelles Geld zu machen.

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Kein neues Problem

Streaming-Plattformen werden zunehmend mit KI-generiertem Spam überschwemmt. Betrüger:innen versuchen gezielt, den Namen inaktiver Bands oder sogar verstorbener Artists zu missbrauchen, um schnell Streaming-Einnahmen abzugreifen. Die meisten dieser KI-Songs sind dabei alles andere als überzeugend.

Und das Phänomen betrifft Artists unterschiedlichster Bekanntheit. Seit Monaten kämpft Spotify mit einer regelrechten Welle von Fake-Uploads, die unter den Namen realer Musiker:innen veröffentlicht werden.

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Laut offiziellen Angaben hat Spotify allein im vergangenen Jahr rund 75 Millionen Spam-Tracks von der Plattform entfernt. In einer offiziellen Mitteilung hieß es im September 2025:

„Im besten Fall eröffnet KI Künstlern unglaubliche neue Möglichkeiten, Musik zu produzieren, und Hörern, diese zu entdecken. Im schlimmsten Fall kann KI von Betrügern und Content-Farmen missbraucht werden, um Hörer zu verwirren oder zu täuschen, minderwertige Inhalte in das Ökosystem einzuschleusen und authentische Künstler beim Aufbau ihrer Karriere zu behindern. Solche schädlichen KI-Inhalte beeinträchtigen das Hörerlebnis und zielen oft darauf ab, Tantiemen an Betrüger umzuleiten.“

Dennoch gelingt es betrügerischen Uploader:innen immer wieder, KI-generierte Songs auf verifizierte Artist-Profile zu schleusen. Ein Spotify-Sprecher erklärte gegenüber NPR, dass Betrüger:innen gezielt Schwachstellen in der komplexen digitalen Lieferkette ausnutzen, um falsche Inhalte auf echte Künstler:innenseiten zu platzieren.

Fälle aus der Szene

Taylor ist bei weitem nicht der erste Metal-Artist, dem genau das passiert ist. Anthrax bekamen laut Berichten ein Album namens „Crazy Sheep“ auf ihre Spotify-Seite gepflanzt – offensichtlich ohne Beteiligung der Band und meilenweit vom typischen Thrash-Metal-Sound entfernt. American Head Charge und Coal Chamber erwischte es im vergangenen Jahr ebenfalls, wobei auch hier die Cover direkt verrieten, dass es sich um KI-Slop handeln musste.

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Besonders hart traf es die Metalcore-Szene im August 2024. Laut Louder Sound waren über 30 Bands gleichzeitig betroffen, darunter While She Sleeps, Bury Tomorrow, Fit For An Autopsy, Thy Art Is Murder, Alpha Wolf, Currents, The Ghost Inside, The Devil Wears Prada, Fit For A King, Memphis May Fire und Caliban. Die Fake-Songs trugen meist ähnliche schwarz-weiße Cover-Artworks.

Caliban meldete sich damals öffentlich zu Wort: „Liebe Fans, über unser Spotify-Künstlerprofil wurde ein Song veröffentlicht, der nicht von uns stammt. Ein Betrüger, der sich als Caliban ausgibt, hat über einen dubiosen Vertriebspartner einen KI-generierten Song hochgeladen, der nun veröffentlicht werden soll. Caliban hat mit dieser Veröffentlichung nichts zu tun“, hieß es. Alpha Wolf brachte es noch knapper auf den Punkt: „This is not Alpha Wolf. Metalcore has been hacked.“

Was macht Spotify?

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Spotify kündigte im September 2025 neue Schutzmaßnahmen an, z. B. einen Spam-Filter und AI-Kennzeichnungen in Song-Credits. Die Plattform betont, sie unterstütze den kreativen Einsatz von KI, wolle aber „bad actors“ stoppen.

Ob diese Maßnahmen ausreichen, bleibt abzuwarten. Fälle wie der von Corey Taylor zeigen jedenfalls, dass wir alle derzeit noch mit wachsamen Augen und Ohren durch die Streamingwelt stiefeln müssen.

Foto: Pamela Littky / Offizielles Pressebild


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