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Beartooth - The Surface
ReviewHardcoreMetalcore

Beartooth

The Surface

Album

VÖ 13. Oktober 2023Red Bull Recordscd · vinyl
Kevin Postir/8. Oktober 2023
Streamen
SpotifyApple MusicYouTubeDeezerTidal
K

Kevin als das MoreCore-Nordlicht zu bezeichnen, würde wahrlich zu kurz greifen. Zwar ist der leidenschaftliche St.Pauli-Fan in Hamburg zuhause, hat aber unverkennbar sowohl rheinländische als auch italienische Wurzeln. Genau so vielfältig wie sein Stammbaum sind auch seine Aufgaben bei MoreCore. Teil des Headquarters, Feel Good Manager und Redakteur auf allen Ebenen. Wie man daneben noch Zeit für Langstreckenläufe und den Viersaiter in einer Pop Punk-Band findet, weiß wohl nur Kevin selbst. Aber egal, was er macht: Er macht es gut und mit ganz viel Herzblut.


Wahrscheinlich gibt es nur wenige Bands, die sich in den vergangenen Jahren einen so großen Bekanntheitsschub erarbeitet haben, wie Beartooth. Die Band um Frontmann Caleb Shomo veröffentlicht mit „The Surface“, welches am 13. Oktober 2023 erscheint, das fünfte Studioalbum in nicht einmal zehn Jahren. Was die elf Song starke Platte für euch bereithält erfahrt ihr, in gewohnter Manier, in unserer Review.

So klingt „The Surface“ von Beartooth

Der Vorgänger „Below“ aus dem Jahr 2021 musste sich durchaus die Kritik gefallen lassen, dass man der Qualität der Produktion anhören konnte, dass Großteile der Aufnahmen auf Tour eingespielt wurden. Mit „The Surface“ beweisen Beartooth, dass sie sich diese Kritik durchaus zu Herzen genommen haben.

Das konnten Fans der Band bereits mit den veröffentlichten Singles, wie „Riptide“, „Doubt Me“, „The Better Me“, „Might Love Myself“ und „Sunshine!“ prüfen. Zwar hätte man bei „Riptide“ und „Sunshine!“ nicht unbedingt gedacht, dass diese Songs noch zum Release-Rhythmus des kommenden Albums gehören, da sie schon eine Weile auf dem Markt sind. Die Tracks stellen aber definitiv Highlights des Longplayers dar.

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Die Kooperation mit Country-Rocker Hardy auf „The Better Me“ ermöglicht der Band nicht nur in bisher unbekannte Gefilde vorzustoßen, Beartooth beweisen außerdem eine musikalische Wandelbarkeit, ohne ihren Sound als Alleinstellungsmerkmal zu verlieren.

…und abseits der Singles?

Neben den bereits bekannten Songs gibt sich „The Surface“ alle Mühe, zu gefallen. Dabei greifen Beartooth auf bekannte Elemente zurück, die fest zum Schreibstil und zum Sound der Band gehören. So lässt der Titeltrack im Refrain keine Alternative zum Mitsingen, da er so eingängig und geladen ist. Im Kontrast dazu die klaren und mit zurückhaltenden Instrumenten umspielten Strophen.

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Ebenso ist auffallend, dass gleich mehrere Songs mit gesprochenen Snippets aus dem Studio von Shomo beginnen. Das kann durchaus erfrischend sein und wurde auch in der Vergangenheit von Beartooth genutzt, beispielsweise in „The Lines“ auf „Disgusting“ (2014), oder in „Rock is dead“ auf „Aggressive“ (2016). Es scheint allerdings so, als würde das Maß auf „The Surface“ ein Stück weit überschritten werden.

„What’s Killing You“ ist einer der Songs, die in der Gesamtheit eine runde Nummer darstellen. Der Track ist vielseitig, macht von Beginn an Spaß und erzählt, aufgrund seiner zahlreichen Elemente eine ganze Geschichte. „Look The Other Way“, der gleich im Anschluss darauf folgt, stellt einen optimalen Kontrast zu seinem Vorgänger dar. Bereits in der Vergangenheit hatten Beartooth bewiesen, dass auch akustische Klänge der Band ausgezeichnet stehen. Dies stellen sie auch auf „The Surface“ unter Beweis. Zusätzliche Instrumente, wie das Klavier, verstärken die Emotionalität des Songs und sorgen für einen gewaltigen Eindruck.

Fehlt Beartooth hinten raus die Luft?

Das letzte Drittel von „The Surface“ lässt den Eindruck aufkommen, dass auf der einen Seite, die Zeit im Schreibprozess etwas zu kurz war und gleichzeitig versucht wurde, auf derzeit aktuelle Trends aufzuspringen. So ist „What Are You Waiting For“ ein Song, der zu 100% nach Beartooth klingt, allerdings vielmehr eine Hülle darstellt, deren Inhalt recht dünn wirkt. Das Rezept eines Beartooth-Songs ist demnach bestens angewandt worden, satt werden die Hörer:innen davon jedoch nicht.

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„My New Reality“ verwendet beinahe absurde E-Drums und so viel Hall auf der Stimme, dass man sich beinahe direkt in die 80er zurückversetzt fühlt. Ob dieser The Cure-ige Vibe auf das aktuelle Hoch der New Wave anspielt ist reine Spekulation, die Ähnlichkeiten sind jedoch verblüffend. Darüber hinaus wirkt der Track im Gesamtkonzept eher weniger. Die Kombination passt aus undefinierbaren Gründen nicht.

Und dann kommt „I Was Alive“ und zieht den Karren aus dem Dreck. Mit dem letzten Song von „The Surface“ versöhnen Beartooth die Hörer:innen mit einem rundum zufriedenstellenden, emotionsgeladenen und energetischem Song. Man könnte dabei beinahe sagen, dass „I Was Alive“ der Musik gewordene Funkenregen eines Konzertes ist, der die anfänglichen Strapazen beinahe ausradiert.

Foto: Beartooth / Offizielles Pressebild

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Fazit

7/10
· Gut

Mit "The Surface" knüpfen Beartooth an ihre erfolgreiche Discographie an. Die bereits veröffentlichten Singles sind wahre Ohrwürmer, sind allerdings bereits einige Monate verfügbar, wodurch die Frische der Songs etwas leidet. Auch die neuen Tracks folgen dogmatisch dem Rezept eines erfolgreichen Beartooth-Stücks. Dies gelingt zum Teil, andere Songs wirken hingegen leblos oder als würden sie einem Trend folgen. Insgesamt wird "The Surface" der Fanbase gefallen und neuen Interessent:innen einen guten Einstieg liefern, kommt jedoch keinesfalls an die Qualität von "Aggressive" oder "Disease" heran.

Beartooth - The Surface

Beartooth

The Surface

Album

VÖ 13. Oktober 2023

cd · vinyl

Red Bull Records

▶Tracklist 11 Songs
  1. 1The Surface
  2. 2Riptide
  3. 3Doubt Me
  4. 4The Better Me
  5. 5Might Love Myself
  6. 6Sunshine!
  7. 7What's Killing You
  8. 8Look The Other Way
  9. 9What Are You Waiting For
  10. 10My New Reality
  11. 11I Was Alive
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SpotifyApple MusicYouTubeDeezerTidal
Beartooth·Hardcore·Metalcore

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Beartooth
Foto: Julia Strücker (Julia_Rocknrolla)

Beartooth

USASeit 2012

Beartooth wurden 2012 von Frontmann Caleb Shomo in Columbus, Ohio gegründet. Shomo war zum damaligen Zeitpunkt noch als Sänger bei Attack Attack! aktiv und gründete die Band, um musikalisch etwas Ande…

206 Artikel auf MoreCore

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