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Pop-Punk, Punkrock & Emo: Das sind die besten Alben 2023

Sooooo gut!

VON AM 15/12/2023

Wer gedacht hätte, dass das Pop-Punk– und Emo-Revival so langsam abklingen würde, der hat sich definitiv getäuscht. Natürlich gab es wieder einige sehr spannende Releases neuer Bands und Artists, doch gerade einige Big Player haben sich 2023 eindrucksvoll zurückgemeldet und gezeigt, dass nach wie vor mit ihnen zu rechnen ist – übrigens auch im Punkrock.

Punkrock, Pop-Punk und Emo – das sind die wichtigsten Alben und EPs 2023

Egal, ob ihr es lieber mit 2000er Emo, energetischem Pop-Punk oder Flanellhemd-Punkrock haltet: 2023 hatte so einiges zu bieten. Lasst uns einen Blick zurückwerfen und sicherstellen, dass ihr ja nichts verpasst habt!

Fall Out Boy – So Much (For) Stardust

Fall Out Boy befinden sich seit Jahren in einer Zwickmühle. Vor genau 20 Jahren veröffentlichte das Quartett mit “Take This To Your Grave” eine erste Kostprobe ihres damals eher punkigen Sounds, der über die Jahre, von Album zu Album, immer wieder weiter gereift ist – immer unter den kritischen Augen der sehr treuen Fanbase. Sorgten die letzten Veröffentlichungen, vor allem “Mania” (2018), nicht unbedingt für Jubelströme, so zeigen Fall Out Boy mit “So Much (For) Stardust” ein sehr erwachsenes, aber auch abwechslungsreiches Gesicht. „Jeden September denke ich über die Sterblichkeit nach“, erklärte uns Gitarrist Pete Wentz im Interview in Berlin und gab damit auch Hinweise auf den sehr epischen Sound von Songs wie “Love From The Other Side”, „The Kintsugi Kid (Ten Years)“ und dem abschließenden “So Much For Stardust”. Ein Konzeptalbum, das eigentlich keines sein soll, aber doch so zu hören ist. Eine Platte voller Gänsehautmomente und mit “Heaven, Iowa” einem der vielleicht ergreifendsten Songs des Jahres!

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Knuckle Puck – Losing What We Love

Es gibt einem schon zu bedenken, wenn selbst die Pop-Punk- und Easycore-Fraktion langsam aber sicher nachdenklich und nervös wird. Gerade die letzten drei Jahre waren nicht unbedingt die einfachsten für so ziemlich jeden von uns und so wundert es nicht, dass auch Knuckle Puck einen kleinen Stimmungswechsel vollbracht haben. Mit “Losing What We Love” gehen die US-Amerikaner allerdings keine großen musikalischen Experimente ein, zeigen sich aber eben eindringlicher und besorgter, persönlicher und vielleicht auch authentischer als je zuvor. Mit “The Tower” liefern sie uns dabei sogar einen der besten Pop-Punk-Songs des Jahres. “Groundhog Day”, “Act Accordingly” und “Better Late” sind echte Perlen, doch was “Losing What We Love” so gut macht, ist das Gespür der Band für die richtige Spannung und Dynamik auf Albumlänge. Etwas, was man dem Genre gerne mal kritisch nachsagt, wird hier stark umgesetzt.

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Hot Mulligan – Why Would I Watch

Das Jahr 2023 stellt für Hot Mulligan ein erfolgreiches dar. So kann die Band auf eine internationale Tour zurückblicken und den Release eines rundum zufriedenstellenden Albums. Mit “Why Would I Watch” setzt die Gruppe aus den Vereinigten Staaten eine hörbare Hausnummer. Es scheint, als hätten Hot Mulligan ihren ohnehin herausstechenden Sound noch einmal stärker ausdifferenziert. Abgerundet wird das Ganze mit Songtiteln, wie sie absurder kaum sein könnten und herzzerreißenden Texten, die nicht selten eine einzigartige Schwere mit sich bringen. Das Besondere an diesem Album ist die Tatsache, dass es sich so anfühlt, als bestünde “Why Would I Watch” bereits seit Jahren und das ist definitiv positiv zu bewerten. Dieses Album hat bereits mit dem Release seinen Platz gefunden und komplettiert den Sound für das Jahr 2023. Hinzu kommt noch das AddOn, dass die hierzu veröffentlichten LoFi-Versionen ebenfalls sehr empfehlenswert sind und die Songs in einem ganz neuen musikalischen Licht erstrahlen lassen.

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Blink 182 – One More Time

In Sachen Pop-Punk kam man dieses Jahr nicht am großen Comeback von Blink-182 vorbei. Wobei “Comeback” an dieser Stelle ein reichlich ungenauer Begriff. Schließlich war es nicht blink-182, sondern “nur” Mastermind Tom DeLonge, der sich seit 2015 wieder einmal eine Auszeit von der Band genommen hatte. Und auch wenn Ersatzmann Matt Skiba seine Sache deutlich besser gemacht, als viel Fans es behaupten: Ohne Tom DeLonge waren Blink-182 ganz einfach nicht dieselben. Dementsprechend wurden die Tour und das neue Album “One More Time” in diesem Jahr mit Spannung erwartet. Während die Tour zu einem einzigen Triumphzug wurde, waren die Kritiken zum neuen Album gemischt. Wie dem auch sei: Blink-182 zeigen mit “One More Time”, dass sie “too big to fail” sind. Diese Band vereint ganz einfach so viel Talent und Erfahrung, dass bei allem, was sie anpackt, etwas Gutes herauskommt. Allen wird es eine Band dieser Größe sowieso nie recht machen können. Doch Blink-182 schaffen den schwierigen Spagat, einerseits auf dem Fundament ihrer unbekümmerten Anfangszeit aufzubauen, anderseits aber auch modern und erwachsen zu klingen. Und allein das verdient einen Platz in dieser Rangliste.

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Spanish Love Songs – No Joy

In diesem Jahr haben Spanish Love Songs definitiv den Vogel abgeschossen. Das Album mit dem lebensbejahenden Titel “No Joy” bietet alles, was man sich als Fan und als interessierte Person wünschen würde. Auf zwölf Tracks beweist die Band, dass sie ihren eigenständigen schwer-melancholischen Sound beibehalten und obendrein weiterentwickelt haben. Dabei baut die Gruppe unterschwellig lyrische Bilder auf, die sich durch das gesamte Album ziehen, darüber hinaus nutzt sie bereits bestehende Bilder aus vergangenen Alben, was besonders Fans der ersten Stunde gefallen dürfte. Es ist diese Verbundenheit mit dem Sound, Texte, die unter die Haut gehen und diese ansteckende Emo-tionalität, was den Funken überspringen lässt. “No Joy” ist wie ein emotionales Wiedersehen nach einer langen Reise. Es tut einfach gut!

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Weitere Highlights von Paramore, The Gaslight Anthem und Co.

Bands wie Koyo und Magnolia Park haben in diesem Jahr bewiesen, dass Genre-Grenzen fließender denn je sind, denn während die einen (Koyo) auf “Would You Miss It?” stark mit Melodic Hardcore kokettieren, so geben sich die anderen (Magnolia Park) mit ihrem “Halloween Mixtape II” ein High Five mit Nu Metal-Fans. Mit ihrem Brecher „Endless” könnten die australischen Clowns nun endgültig aus dem Schatten getreten sein, während sich sowohl The Gaslight Anthem (“History Books”) als auch Paramore (“This Is Why”) ihre mehrjährige “Pause” beendet und sich mit neuem Material zurückgemeldet haben. Gerade Paramore zeigten sich mit ihrem Post Punk-Sound von einer neuen Seite, die aber sehr positiv zu überraschen wusste.

Überhaupt kann man gespannt sein, mit welchem Rückenwind das Genre ins Jahr 2024 gehen wird. Dass das “When We Were Young Fest” mit einem wahren Feuerwerk weitergehen wird, dürfte zumindest in den USA ein weiterer Katalysator, auch für junge Bands sein. In England gibt es mit dem “Slam Dunk” zwar ein weiteres Highlight, doch auch wir würden uns sicherlich über ein eigenes Format freuen. Drücken wir mal die Daumen, dass die Emo-Gebete erhört werden!

Von Kevin Postir, Mauritz Hagemann und Maik Krause

Beitragsfoto im Auftrag von MoreCore.de: Karoline Schaefer (Cat Eye Photography)

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