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Interview

The Ghost Inside: „Die Tour mit Underoath letztes Jahr hat uns klar gemacht, dass wir die Band jetzt unbedingt auf die nächste Ebene bringen wollen.“

Im Gespräch mit Jim Riley.

VON AM 15/04/2024

Es war eine dieser Sekunden, die ein Leben von Grund auf verändern können. Von hier an hast du genau zwei Möglichkeiten. Entweder du bleibst liegen oder du kämpfst dich mit jeder einzelnen Faser deines Lebens wieder in ebenjenes zurück, wenngleich diese Anstrengungen in genau diesem Moment nicht zumutbar erscheinen. The Ghost Inside stehen seit ihrem seinerzeitigen Schicksalsschlag in El Paso, Texas für genau diesen Kampf zurück ins Leben. Für die Überwindung, das Unmögliche anzugehen, für die Fähigkeit, die Kraft und den Mut zum Weitermachen wieder in sich zu finden.

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The Ghost Inside MUSSTEN SICH IHREN STATUS EIN ZWEITES MAL ERKÄMPFEN

The Ghost Inside gelten im Hardcore und Metalcore nicht erst seit gestern als bedeutungsschwere Galionsfiguren. Und nicht nur das: Die Bandmitglieder um Sänger Jonathan Vigil geben sich nach außen als klischeebefreite Persönlichkeiten ohne jedwede Star-Allüren, obgleich sie sich eben jene aufgrund zahlreicher regelrecht in Windeseile ausverkaufter Shows zumindest in Ansätzen erlauben könnten.  „Wenn ich an die ersten Konzerte nach unserer Rückkehr denke, so hatte für uns viel damit zu tun, in Sachen Popularität erst einmal wieder einen gewissen Status zu erlangen„, erinnert sich Bassist Jim Riley. „Wir hatten während kleinerer Touren viele Off-Days, haben kürzere Slots gespielt und waren viel auf Festivals unterwegs, und haben auch dort nicht gerade zu den prominentesten Zeiten gespielt. Die letztjährige Tour mit Underoath hat uns aber allen wieder klar gemacht, dass wir The Ghost Inside jetzt so professionell aufziehen wollen wie nur irgendwie möglich.“

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ÜBER DIE VIELSCHICHTIGKEIT DER MUSIKALISCHEN EINFLÜSSE

Und das neue Album „Searching For Solace“ setzt textlich wie musikalisch an eben genau diesem Punkt an. Zwar wirken The Ghost Inside an mancher Stelle gefälliger und greifbarer als jemals zuvor, andererseits sind die Songs getrieben durch eine nie dagewesene Härte. Bassist Jim Riley weiß diesen Eindruck zu bestätigen: „Es gibt in Hinsicht auf den Songaufbau weitaus mehr Ebenen als noch auf unserem selbstbetitelten Album“ ,so Riley. „Das liegt aber nicht zuletzt auch daran, dass wir als Band alles an Musik hören, was es gibt. Ich weiß, das behauptet fast jede Band, aber auf The Ghost Inside trifft das tatsächlich auch zu“, lacht Riley. „Chris ist derjenige, der sich im Bereich Hardcore am besten auskennt. Alles Neue packt er direkt immer in unseren Gruppenchat. Jonathan ist unser Indie-Vinyl-Guy, Zach steht auf Hatebreed und Country, bei Andrew läuft in jeder freien Minute Sevendust und mein persönlicher Artist-Of-The-Year ist seit geschlagenen drei Jahren Stormzy.“ 

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TGI WUSSTEN STETS, WOHER SIE KOMMEN

Lyrisch dreht sich – und daran lässt Vigil nie Zweifel – alles um Aufbau und zudem Wiederaufbau und bewahrt sich dabei den für The Ghost Inside so typischen Grundoptimismus und Kämpfergeist. „Wir sind mittlerweile und nach der harten Zeit einfach nur froh, unsere Band im Vollzeit-Modus betreiben und tatsächlich auch davon leben zu können. Nach der Pandemie war das eine ganze Zeit schier undenkbar. Wir sind in der unglaublich glücklichen Lage, Support von alten wie auch neuen Fans zu erhalten. Immer mehr Leute kommen auf unsere Konzerte und kaufen unseren Merch. Für uns ist das nicht selbstverständlich, sondern ein waschechtes Privileg.“

The Ghost Inside und ein Album wie „Searching For Solace“ sind in Zeiten wie diesen wichtiger denn je. Eine Band wie diese befeuert den Geist, der einen jeden zum Weitermachen antreibt. Vigil und Gefolgschaft besinnen sich auch anno 2024 auf ihre wahren Stärken. Und die bestehen genau darin, Menschen aus den dunkelsten Ecken des Lebens zurück ins Licht zu zerren. Und eben genau das können sie wahrhaft glaubhafter als viele andere Bands vermitteln.

Foto: Markus Hauschild / Offizielles Pressebild

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