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Interview

Nothing More: „Wir streben nicht danach, etwas zu sein, was wir nicht sind“

Sänger Jonny Hawkins über das neue Album "Spirits".

VON AM 06/11/2022

Am 14. Oktober dieses Jahres erschien der sechste Longplayer „Spirits“ der Progressive-Rocker Nothing More. Eine Platte, auf die Fans ungewöhnlich lange warten mussten. Seit dem letzten offiziellen Album „The Story We Tell Ourselves“ sind immerhin fünf Jahre vergangen.

Für Frontmann Jonny Hawkins ist es „ein Gefühl der Erleichterung“ endlich die brandneuen Töne zu veröffentlichen, nachdem die vier Herren „einige Jahre lang ihre Herzen und Seelen [auf dem Album] ausgeschüttet haben“.

Nothing More Frontmann Jonny Hawkins über den neuen Sound von „Spirits“

Wie wir in unserer XXL-Kritik bereits festgestellt haben, schlagen Nothing More auf „Spirits“ einen deutlich aggressiveren Sound an. Bereits die ausgekoppelte Single „Turn It Up Like (Stand In The Fire)“ ließ die neue musikalische Richtung der Band erahnen. Laut Jonny haben die vier Musiker einen neuen Rhythmus miteinander gefunden, was dazu geführt hat, dass sie gerader erst anfangen „ihre beste Arbeit in Angriff zu nehmen“.

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Allerdings birgt eine musikalische Veränderung auch immer ein Risiko. Nothing More schwimmen gegen den vermeintlichen Trend, bleiben sich dennoch treu und sind überzeugt, dass dies auch im Interesse der Fans ist: „Ich denke, dass die meisten Bands dazu neigen, mit der Zeit weicher zu werden und wir haben uns entschieden, härter zu werden“, erläutert Jonny. „Ich denke, die Fans werden es zu schätzen wissen, dass wir uns auf den Kern dessen besinnen, was wir sind und nicht danach streben, etwas zu sein, was wir nicht sind.“

Besonders stolz ist der Sänger dabei auf den Song „Face It“. Der progressive Track stellt ohne Frage ein Highlight der Platte dar.

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Ein Album, das zur Selbstanalyse zwingen soll

Die lyrischen Inhalte der Musik von Nothing More haben sich bereits in der Vergangenheit persönlichen Thematiken, wie psychische Krankheiten oder toxische Beziehungen, des Frontmanns gewidmet. Tiefgründige Texte, mit denen sich viele Hörer identifizieren können. „Spirits“ setzt sich währenddessen mit den Schattenseiten des Lockdowns auseinander. Diesmal sollen die neuen Töne zu einer „Selbstanalyse zwingen“. Die Band hofft, dass das Album „die Hörer dazu anstiftet, sich selbst auf eine positive Art und Weise herauszufordern“.

Die größte Herausforderung für Jonny selbst während der Pandemie und dem Lockdown war der Umstand „nicht wie gewohnt auf Tournee gehen und sich durch Live-Auftritte ausdrücken zu können“. Dabei verweist der Sänger auf den Titeltrack der aktuellen Platte: „Wie der Text in Spirits, ‚in einem Raum ohne Fluchtmöglichkeit, muss es einen anderen Weg geben‘, forderte die lange Zeit des Eingesperrtseins definitiv ihren Tribut.“

Das Gute: In der gewonnen freien Zeit konnten die vier Bandkollegen neue Klänge und Wege erkunden und ihren Musikstil anpassen. Das Resultat drückt sich in den dreizehn Tracks aus, die sich auf der aktuellen Platte wiederfinden.

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Auch die passende Graphic Novel „Spirits“ steht in den Startlöchern

Das nächste Projekt der Band wird wohl der erste Band ihrer Graphic Novel-Reihe „Spirits“ sein, welche Anfang 2023 erscheint. Der Comic dreht sich um die, von der Band entwickelten, Spirit-Typen und taucht zudem tiefer in die Songs des aktuellen Albums ein. Darüber hinaus erklärt Jonny, dass sich „Spirits Vol. 1“ auch auf viele ältere Songs stützt und sich um „eine Art Ursprungsgeschichte für viele der Symbole, die die Band in ihren Artworks auf den letzten drei Alben verwendet hat“ handelt.

Jeder, der Lust hat, kann seinen oder ihren Spirit-Typen in Form eines Persönlichkeitstests herausfinden. Fun Fact: Jonny selbst hat „Tru – The Warriors Of The Mind“ als Ergebnis.

Foto: Jody Domingue / Offizielles Pressebild

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