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Hollywood Undead: JDog im Interview zum neuen Album „Hotel Kalifornia“
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Interview

Hollywood Undead: JDog im Interview zum neuen Album „Hotel Kalifornia“

Der Musiker und Produzent gibt im Interview Einblicke in das neue Album, die Musikbranche und Tourpläne.

Melanie Bonk/9. Aug. 2022· Aktualisiert 1. April/6 Min.Foto: Cameron Nunez / Offizielles Pressebild
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Melanie Bonk


Am kommenden Freitag veröffentlichen die Jungs von Hollywood Undead den Nachfolger der beiden „New Empire“-Alben „Hotel Kalifornia“.

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Wir hatten vorab die Möglichkeit, mit JDog über den Longplayer zu sprechen und ein paar sehr interessante Informationen über die neuesten Entwicklungen der Band und wie es im Musikbusiness so läuft zu erhaschen.

Hollywood Undead-Mitglied JDog im Interview

Mel | MC: Beim Hören von „Hotel Kalifornia“ geht ganz klar hervor – es geht back to the roots. Wie kommt das? Warum ist die neue Platte härter als „New Empire, Vol. 1“ und „New Empire, Vol. 2“?

Wir haben einfach mehr zusammengearbeitet. Gerade bei den beiden „Empire“-Alben sind wir öfter aneinander geraten. Jemand von uns hat einen Song geschrieben und hatte genaue Vorstellungen davon, wie das Endergebnis klingen soll. Man war nicht sonderlich offen für Kompromisse. Als sich Hollywood Undead gegründet haben, waren wir bei Weitem nicht so drauf. Aber mit den Jahren wollte sich halt jeder von uns mal verwirklichen und da standen uns unsere Egos im Weg. Heute sind wir viel offener gegenüber Vorschlägen und Änderungen. Wir sind nun wieder an dem Punkt, an dem wir gestartet haben und das hören die Fans auch, da wir wieder zu unserem ursprünglichen Stil à la Hollywood Undead zurückgekehrt sind.

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Mel | MC: Ihr habt ja so gut wie alle eure eigenen Projekte in Arbeit, Charlie und J3T haben bereits letztes Jahr jeweils ein ganzes Album veröffentlicht. Ist das eines der Resultate aus eurem Drang, euch selbst zu verwirklichen?

Nein, nicht wirklich. Das hat mehr mit Corona zu tun. Uns war, wie den meisten Menschen auch, während der Lockdowns einfach langweilig. Wir haben alle eigene Studios zuhause und so haben wir uns halt, jeder für sich, hingesetzt und unsere eigene Musik gemacht. Auch ich, der noch nichts veröffentlicht hat, habe nahezu endlos viele Songs produziert, aber noch nicht veröffentlicht. Wann ich diesen Schritt gehen werde, ist aktuell jedoch völlig unklar. Ich achte nicht so darauf, wie oft ich was veröffentliche, es muss für mich erstmal passen.

Mel | MC: Auf Reddit gehen ganz viele Gerüchte um, dass es eine Remastered Edition von „Swan Songs“ geben soll. Das Gerücht hält sich jetzt schon seit Jahren. Wie sieht’s damit aus? Dürfen die Fans mit einer Neuauflage rechnen?

Das ist ziemlich unwahrscheinlich. Man kann den Songs zwar einen neuen und besseren Anstrich verpassen, aber in Zeiten des Streamings macht das keinen Sinn. Spotify und Co. schrauben die Qualität des Songs so runter, dass man eigentlich keinen Unterschied zwischen dem Original und der Remastered Version hören kann. Um das wirklich hören zu können, müsste man auf CDs zurück greifen.

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Mel | MC: Da wir gerade von Qualitätsunterschieden zwischen Streaming und CDs sprechen: Warum gab es nur so wenige Exemplare von „New Empire, Vol. 2“?

Der Grund hierfür ist ganz einfach: In den USA kauft keiner mehr CDs. Vor allem die Leute in Deutschland und Österreich sind Abnehmer physischer Exemplaren von Alben. Hier kannst du in einige Geschäfte gehen, wo man meinen könnte, dass es da CDs gibt, jedoch wirst du keine finden. Du kannst zu Target gehen, die haben oft Special Editionen aber wirst keine finden, das gibt’s auch nur online. Deswegen haben wir einfach keine gemacht. Für „Hotel Kalifornia“ haben wir auch nur für Europa CDs produzieren lassen. Das für die USA zu machen, hat heute einfach keinen Sinn.

Mel | MC: Gibt’s einen bestimmten Musiker, mit dem du gerne zusammenarbeiten würdest oder mit dem du schon zusammengearbeitet hast?

Benji von Good Charlotte. Es hat einfach so viel Spaß gemacht, mit ihm zusammen an der Musik zu arbeiten, er ist ein richtig cooler Typ. Er hat eine super Stimme und man kann einfach prima mit ihm quatschen. Klar, es gibt viele gute Musiker, The Weeknd beispielsweise macht auch echt gute Musik, aber mit ihm würde ich jetzt nicht unbedingt einen Song schreiben wollen.

Mel | MC: Wenn du entscheiden könntest: Welchen Musiker oder welche Band würdest du mit auf eine gemeinsame Tour nehmen? Egal, ob es die Gruppe noch gibt oder nicht.

Ich hab da einen Freund, sein Name is De’Wayne. Aktuell startet er voll durch, hat kürzlich sein erstes Album veröffentlicht und geht auf immer mehr Tour. Wenn ich mir aussuchen könnte, mit wem ich toure, dann würde ich mich definitiv für einen Newcomer entscheiden.

Mel | MC: Was hat euch eigentlich für den Namen „Hotel Kalifornia“ inspiriert?

Wenn man an Kalifornien denkt, denkt man an Sommer, Strand, Meer… Das Paradies eben. Aber das ist eben kein Paradies hier. Rund 50% der Kalifornier sind obachlos. Die Verbrechensrate geht steil bergauf. Ich spreche in den Songs gerne über die Dinge, die ich sehe. Das Label beispielsweise wollte nicht wirklich, dass wir auf all diese Dinge eingehen, uns ist das jedoch eher egal. Wir wollen nicht so sein wie Elton John oder David Bowie, die nicht das ansprechen, was um sie herum passiert.

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Mel | MC: Ich als Musikhörer kann dir da nur zustimmen. Ich persönlich finde es sehr gut, dass Musiker und Bands auch immer mehr offen über beispielsweise Mental Health sprechen. Wie stehst du zu diesem Thema?

Meiner Erfahrung nach hat so ziemlich jeder in unserer Branche Probleme mit der mentalen Gesundheit. Man sagt ja nicht umsonst, dass das die Quelle des Schöpfens der Musiker sei. Das einzige, wo sich meiner Meinung nach Musiker, Schauspieler usw. raushalten sollten, ist Politik. Wieso sollte jemand wie beispielsweise Beyoncé mir Tipps geben, wen ich wähle? Sie hat ja keinen gewöhnlichen 40 Stunden-Job. Sie hat ja keine Ahnung, was „arme“ Menschen durchmachen. Also um das Ganze kurz zusammenzufassen: es ist okay, über Mental Health zu sprechen, da hat man eine gemeinsame Basis. Aber bei Politik gibt’s einfach viel zu viele verschiedene Ansichten und Standpunkte.

Anmerkung der Redaktion: Solltest du selbst das Gefühl haben, dass du dich in einer belastenden Situation befindest, dann kontaktiere bitte umgehend die Telefonseelsorge (www.telefonseelsorge.de). Unter der kostenlosen Rufnummer 0800-1110111 oder 0800-1110222 erhältst du anonym Hilfe von Beratern, die mit dir Auswege aus schwierigen Situationen finden und eine tolle Stütze sein können. Danke, dass du es versuchst!

Mel | MC: Danke für deine Ehrlichkeit zu diesem Thema. Zum Abschluss des Interviews habe ich noch eine allerletzte Frage: Ihr seid ja aktuell mit Papa Roach, Falling In Reverse und Bad Wolves auf der Rockzilla-Tour in den USA. Wie sieht es denn bezüglich einer Tour durch Europa aus?

Wir lieben Europa, vor allem Deutschland und Österreich. Wir würden uns so gerne mehr von den Städten anschauen, jedoch sind unsere zeitlichen Abläufe oft sehr eng gesteckt und so sehen wir nur die Konzerthallen. Aber eines ist gewiss: Wir freuen uns auf eine hoffentlich bald anstehende Tour durch Europa. Unsere letzten Trips, die ja kurz nach unserer Russland-Tour statttfinden hätten sollen, wurden ja leider aufgrund der bekannten Umstände abgesagt. Aber seid euch sicher: Wir kommen bald und wir freuen uns schon sehr.

Foto: Cameron Nunez / Offizielles Pressebild zu Hollywood Undead

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