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Rock am Ring 2026: Der Freitag im Rückblick
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Feature

Rock am Ring 2026: Der Freitag im Rückblick

Loathe, Bush, Mastodon, Don Broco und mehr.

Vanessa Wobb/6. Jun./4 Min.
V

Vanessa schreibt am liebsten über Geschichten, die mehr Hintergrund verdienen als nur eine Schlagzeile. Besonders zuhause fühlt sie sich zwischen modernem Metalcore und Alternative Metal.


Rock am Ring 2026 hat seinen ersten Tag hinter sich und der hatte einiges zu bieten. Vom progressiven Alt-Metal von Loathe am frühen Morgen bis zu den Hardcore-Riffs von DRAIN. Hier ist unser Rückblick:

Loathe

Pünktlich zum Festival-Auftakt zeigte sich das Wetter von seiner gewohnt launischen Seite, doch die Wucht von Loathe schien die düsteren Wolken schnell wegzuschieben. Soundtechnisch war hier sicherlich noch Luft nach oben, doch das Quartett belohnte alle, die sich bereits zu früher Stunde vor der Mandora Stage versammelt hatten, mit ihrem progressiven Alt-Metal-Mix.

Bush

Nach dem Party-Feuerwerk von Mehnersmoos einen guten Slot zu spielen, ist keine leichte Aufgabe. Die Grunge-Veteranen um Bush-Sänger Gavin Rossdale meisterten sie mit einer feinen Rock-Show, die den Fokus auf älteres Material legte. Dass Rossdale keine Berührungspunkte mit dem Publikum hat, bewies er während “Flowers on a Grave”, als er kurzerhand die Utopia Stage verließ und sich bis weit in den hinteren C-Bereich begab. Sicherlich einer der Highlight-Momente des Tages.

Mastodon

Die Mandora Stage präsentierte sich am frühen Nachmittag noch etwas luftig, dafür gab es Sonnenstrahlen und eine ordentliche Portion Heavy Metal. Mastodon lieferten einen soliden Auftritt ohne große Überraschungen, weder in der Produktion noch in der Setlist.

The Plot In You

Was vorher noch gemächlich vonstatten ging, zog bei The Plot In You spürbar an. Deutlich mehr Leute strömten vor die Bühne und lauschten der Band aus Ohio mit Fronter Landon Tewers, der immer wieder intensive, fordernde Blicke mit dem Publikum austauschte. Die Selist? Eine gute Mischung aus älteren und neueren Songs, die die Band mittlerweile problemlos und mit ordentlich Energie runterspielt. 

Don Broco

Haben wir auf diesen Auftritt gewartet? Absolut. Don Broco sind vielleicht immer noch ein Geheimtipp – gegen Architects auf der Hauptbühne anzutreten ist keine Kleinigkeit – doch vor der Orbit Stage fanden sich trotzdem genug Menschen ein, die wissen, was sie erwartet. Und enttäuscht wurde niemand. Im Gegenteil: Mehr Energie auf der Bühne geht kaum. Sänger Rob Damiani zeigte sich sichtlich überrascht, als er fragte, wer die Band zum ersten Mal sah und noch erfreuter, dass sich seine Truppe eine neue Fanbase erspielen konnte. Don Broco legten eine so energiegeladene Show hin, dass der Muskelkater noch heute spürbar ist.

Slay Quad

Squuuuaaaaaaddd!  Slay Quad hatten die undankbare Aufgabe gleichzeitig mit Mehnersmoos und dann auch We Came As Romans zu spielen.

Dementsprechend waren es leider viel zu wenig Besucher:innen, die sich ihren super kraftvollen Mix aus Metal- und Deathcore und Rap und Trap angeschaut haben. Das hat die 6 aber nicht davon abgehalten gleichzeitig super gut gelaunt und doch richtig finsteren Nu Metal zu spielen.
Super spannende Band, die jetzt hoffentlich in den nächsten Jahren mit Supports die nötige Aufmerksamkeit bekommt, die sie verdient.

DRAIN

Selbst beim kommerziellen Großformat Rock am Ring gibt es kleine Leuchtfeuer des Hardcore- und Punk-Spirits und diese Rolle übernahmen DRAIN am Freitag mit Bravour. Die Kalifornier um Sänger Sammy Ciaramitaro suchten ab Minute eins die Nähe zum Publikum und überzeugten mit sonnigem Gemüt und einer ganzen Wagenladung an Riffs.

Limp Bizkit

Dass Limp Bizkit ihre Tour überhaupt durchziehen, ist eigentlich schon heftig genug. Sam Rivers' Tod war erschreckend, und seitdem vertritt ihn Richie Buxton (Kid Not), seines Zeichens Bassist bei Ecca Vandal, was der Qualität in keiner Weise geschadet hat. Der Auftritt bestand aus vielen Hits plus ein paar für mich persönlich positiven Überraschungen wie Gold Cobra und Boiler, immer wieder aufgelockert von Pausen, in denen DJ Lethal verschiedene Songs als Pausen eingebaut hat. Am Ende ist es vielleicht einfach ehrlich: Diese Musik und diese Energie sind im gesetzten Alter schlicht schwer durchzuhalten. Solider Auftritt und sie haben sehr vielen Menschen ein breites Grinsen ins Gesicht gezaubert.

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