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Filmkritik: Jackass Forever – oder auch: Wiedersehen mit Freunden

Hirn aus, Film an.

VON AM 20/03/2022

Die Crew rund um Johnny Knoxville und Steve-O kehrt in Jackass Forever nach zehn Jahren ein (vorerst) letztes Mal auf die große Leinwand zurück und obwohl es eigentlich echt traurig ist, wenn man „alten Menschen“ beim Stürzen zusieht (jaja, Spaß muss sein), macht es bei Jackass doch nochmal besondere Laune.

Die Stunts werden größer und gefährlicher und genauso sind die Jungs, die die letzten 20 Jahre damit verbracht haben, uns mit waghalsigen Ideen und den allerdümmsten, sich vorzustellenden Aktionen zu unterhalten, mit der Zeit an ihren Erfahrungen (und vor allem Blessuren) gewachsen.

Jackass bleibt Jackass – und das fast zu 100%

Bis auf Ryan Dunn, der tragischerweise 2011 bei einem Autounfall ums Leben kam und seinem besten Freund Bam Margera, der seit Ryans Tod sein Leben anscheinend nicht mehr nüchtern genießen kann, was auch 2021 zum seinem Ausschluss aus dem Film führte (was wiederum aber so auch nicht ganz wahr ist, denn in den Credits ist ein Stunt mit ihm zu sehen), sind alle bekannten Gesichter wieder am Start.

Darüber hinaus bekam Jackass noch Zuwachs – mit dem MTV-eigenen Zach Holmes, „The First Lady of Jackass“ Rachel Wolfson sowie Jasper Dolphin und seinem Dad, die sich allesamt sehr gut ins Crew-Geflecht einfügen und Diversität mitbringen.

Jackass Forever als Film zu bewerten, ist schwierig, denn es ist eben nun einmal Jackass. Dramaturgie kann man vergessen, denn nach der sehr cineastischen Anfangssequenz voller Explosionen sowie Cock nebst Facial für Skater-Legende Tony Hawk, fängt der Film ganz klassisch nach Jackass-Art an: „Mein Name ist Johny Knoxville, willkommen bei Jackass“.

Es ist wie üblich eine Aneinanderreihung von einzelnen Stunts, mit absurden Namen und einer noch absurderen Prämisse. Zur Kameraführung gibt es auch nicht zu viel zu erzählen, weil was erwartet man den schon von einem Kameramann, der sich beim Drehen in die Maske übergibt.

Schmerzhafte Freundschaften

Die Musik ist das, was man von Jackass gewohnt ist, also alles, was meinen heutigen Musikgeschmack geprägt hat – sie ist schön punkig und bringt mich gedanklich in die Zeit zurück, in der ich tagsüber mit Freunden an einer Halfpipe chillte und danach nächtelang Tony Hawk’s Pro Skater bis zum Erbrechen regelrecht gesuchtet habe.

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Was aber hervorsticht, sind die Charaktere und die ganze Atmosphäre rund um die Jackass-Crew. Zurück in die Vergangenheit ist hier die Devise. Man sieht manchen Beteiligten ihr zunehmendes Alter zwar an, aber man fühlt es keineswegs.

Es sind alles genau die Kindsköpfe geblieben, die sie auch schon vor 20 Jahren waren, nur ohne die ganzen… nennen wir es mal „Schmerzmittel“. Der Film strahlt eine starke, freundschaftliche Verbundenheit innerhalb der Crew aus und es ist einfach schön anzusehen, wie viel herzlich-ehrlichen Spaß alle miteinander haben.

Also Jackass Forever ist Jackass, nothing else to add – außer vielleicht: Danke dafür, dass ihr ein weiteres Mal dafür sorgt, dass die niedersten menschlichen Bedürfnisse unterhalten werden und obwohl man heutzutage durch Fail-Compilations komplett abgestumpft gegenüber Schmerzen anderer zu sein scheint, schafft Jackass Forever die Emotionen, die jedes einzelne Mitglied bei den Stunts durchlebt, richtig mitzufühlen.

Vor allem als Geschöpf mit außen befindlichen, primären Geschlechtsorganen spürt man den Schmerz hier noch einmal besonders, ohne an dieser Stelle allzu sehr ins Detail zu gehen. Und um ehrlich zu sein: Ich persönlich fand es schön, das der ehemalige B-Team Mythbuster Tory Belleci, seine Schweiß- und Bau-Skills für Sinnvolles nutzt – ich hatte mich eh schon gefragt, was der eigentlich heutzutage so macht.

Von den Gastauftritten ganz zu schweigen: Ja, die waren nett und es war schön anzusehen, wie ein Machine Gun Kelly ein schallendes „High Five“ bekommt, obwohl es so schien, dass er total aufgeregt sei und sich vor seinen Kindheitsidolen beweisen müsste.

Der Film hält, was er verspricht und was Jackass nun mal auch verspricht – und wofür Jackass steht, sollte mittlerweile in den Köpfen eingebrannt sein.

Bild: YouTube / Paramount Pictures „jackass forever | New Year, New Crew (2022 Movie)“

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