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Live bei: Novelists in Oberhausen (28.02.2024)

Ein starkes Gesamtpaket.

VON AM 04/03/2024

Langweilig wird es ja bei Novelists nicht. Die Franzosen, die mittlerweile auch schon über zehn Jahre als Band aktiv sind, hatten erst 2020 Ex-Alazka-Sänger Tobias Rische als Nachfolger von Matteo Gelsomino verpflichtet. So ganz optimal verlief die Beziehung aber nicht, sodass im vergangenen Jahr Camille Contreras das Mikrofon übernahm. Die neue Sängerin ist an diesem Mittwochabend sicher ein Grund, der die Fans in den Kulttempel in Oberhausen lockt. Das interessante Supportprogramm, dass Novelists zusammengestellt haben, ist aber ohne Frage auch einer.

Ashen

Los geht es um 19 Uhr mit Ashen. Das Quintett kommt ebenfalls aus Frankreich und kann sich über eine schon ordentlich gefüllte Location freuen. Die Band ist erst seit 2021 aktiv, hat sich seitdem mit ihrem modernen und progressiven Metal-Sound schon eine beachtliche Fanbase erspielt. Die ist in Oberhausen zwar nur vereinzelt vertreten, doch zu gefallen weiß das etwa 25 Minuten lange Set trotzdem. Vielleicht ist es noch zu früh und der Sound der Band zumindest beim ersten Hören zu wenig eingängig, um ganze Begeisterungsstürme zu entfachen. Ein würdiger Opener sind Ashen aber ohne Frage.

Ashen
Ashen
Ashen Foto im Auftrag von MoreCore.de: Philipp Mirschel (Stray.View Photography)

Elwood Stray

Bei Elwood Stray steigt die Stimmung dann gleich gewaltig an. Kein Wunder, hat die aus Essen stammende Band im Kulttempel doch fast ein Heimspiel. Dementsprechend viele Fans sind mit dem Material der Band um Sänger Maik Nehrkorn vertraut und sorgen für eine Stimmung, die man nur selten bei der zweiten Band des Abends erlebt. Aber auch Elwood Stray selbst geben alles, um die ihnen zur Verfügung stehende halbe Stunde perfekt auszunutzen. Mit dem im letzten Jahr erschienenen Album „Gone With The Flow“ hat die Band einen gewaltigen Sprung nach vorne gemacht – und das zeigt sie an diesem Abend auch live. Wenn die Band so weitermacht, wird bald auch die Bühne des Kulttempels zu klein für sie sein.

Elwood Stray
Elwood Stray
Elwood Stray
Elwood StrayFotos im Auftrag von MoreCore.de: Philipp Mirschel (Stray.View Photography)

The Word Alive

The Word Alive gelten für viele Besucher:innen an diesem Abend mindestens als Co-Headliner. Und vielleicht sind sie es auch. Zumindest bekommt die Band von Sänger Tyler Smith reichlich Spielzeit. Und diese nutzen The Word Alive auch. Man merkt der Band die jahrelange Erfahrung an – und auch der Sound passt an diesem Abend. Der Schwerpunkt des Sets liegt klar auf „Hard Reset“, dem jüngsten Album der Band. Gleich die Hälfte der Songs stammt von dem im August des vergangenen Jahres erschienenen Album. The Word Alive bieten eine sehr unterhaltsame und kurzweilige Show. Gegen Ende gibt es bei „2012“ und „One Of Us“ auch noch Gastauftritte von Maik Nehrkorn beziehungsweise Ashen-Sänger Chem Richard. Alles in allem ein voll und ganz gelungener Auftritt – und auch Headliner-würdig.

The Word Alive
The Word Alive
The Word Alive
The Word AliveFotos im Auftrag von MoreCore.de: Philipp Mirschel (Stray.View Photography)

Novelists

So haben es Novelists schwer, das Niveau noch einmal anzuheben. Doch die Band gibt alles und es gelingt ihnen auch tatsächlich. Auch hier stimmt der Sound – das ist im Kulttempel zwar nichts Neues, aber doch ein Segen für alle Anwesenden. Und auch die Band zeigt sich in Höchstform. Man konnte durchaus Sorgen haben, ob Novelists den erneuten Wechsel am Mikrofon gut verkraften. Doch die Band wirkt an diesem Abend so gut eingespielt und harmonisch wie vielleicht noch nie in über zehn Jahren Bandgeschichte. Natürlich klingen die Songs mit Camille Contreras anders – doch die Sängerin meistert die schwierige Aufgabe äußert überzeugend. Auch in Sachen Bühnenpräsenz merkt man ihr nicht an, dass sie noch nicht allzu lange mit ihren Bandkollegen auf der Bühne steht.

Novelists
Novelists
Novelists
Novelists
Novelists
NovelistsFotos im Auftrag von MoreCore.de: Philipp Mirschel (Stray.View Photography)

Apropos Bandkollegen: Gerade den beiden Gitarristen Florestan Durand und Pierre Danel gebührt noch einmal ein ganz besonderes Lob. Was die beiden instrumental abliefern, ist allerhöchstes Niveau. Wer sich vor diesem Abend Sorgen um die Zukunft von Novelists gemacht hat, kann sehr beruhigt nach Hause gehen. Wobei – nicht nur beruhigt, sondern auch glücklich. Dieser Konzertabend war vom Anfang bis zum Ende ganz großes Kino.

Beitragsfoto im Auftrag von MoreCore.de: Philipp Mirschel (Stray.View Photography)

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