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Death MetalDeathcore

Live bei: Lorna Shore in Oberhausen (08.12.2023)

Ein brutales Tour-Paket für die besinnliche Zeit.

VON AM 21/12/2023

Lange durfte Deutschland warten und nun war es endlich so weit: Lorna Shore mit einer eigenen Headliner-Tour und einem massiven Support-Paket. Nach dem raketenhaften Aufstieg angestoßen durch die EP „… And I Return To Nothingness“, allem voran dem viralen Hit „Into The Hellfire“ und dem 2022 erschienen Album „Pain Remains“ konnten sich deutsche Fans bislang nur mit Auftritten auf Festivals oder als Support zufrieden geben. Nun war es mit dem größtenteils ausverkauften EU-Ableger der „The Pain Remains Tour“ soweit und neben dem hochkarätigen Headliner wartete ebenfalls ein starkes Support-Package bestehend aus Distant, Ingested und Rivers Of Nihil. Was wir beim Tour-Finale in der ausverkauften Turbinenhalle in Oberhausen erlebt haben, erfahrt ihr hier!

 

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Distant

Mit den Niederländern von Distant begann der Abend pünktlich um 18 Uhr. Die Band um Sänger Alan Grnja startete energiegeladen und versuchte bereits, das noch müde Publikum in Bewegung zu bringen. Immer wieder gab es anspornende Ausrufe und diese zeigten auch irgendwann ihre Wirkung. Mit Ihren Hits wie „The Eternal Lament“, „Born Of Blood“ oder „Exofilth“ kam es immer wieder zu Moshpits und der gefragten Bewegung vor der Bühne. Natürlich durfte Titelsong ihres letzten Albums „Heritage“ samt Will Ramos-Feature nicht fehlen und spätestens dort hatten Distant das Publikum auf ihrer Seite. Grundsätzlich machten sie das Beste aus ihrem frühen Slot und sorgten bereits für die ersten kleinen Highlights des Abends.

Distant
Distant
Distant Fotos im Auftrag von MoreCore.de: Philipp Mirschel (Stray.View Photography)

 Ingested

Weiter ging es mit den Veteranen von Ingested, welche ihren Platz auf der großen Bühne sicherlich genossen. Mit ihrem Slam Death Metal-Sound holten die Briten vor allem die alteingesessenen Fans des Death Metal ab. Trotzdem wirkte das Publikum etwas zwiegespalten bezüglich der Performance und ließ sich eher weniger Überzeugt auf das Set von Ingested ein. Mit dem Opener „Impending Dominance“ und Hits wie „Skinned And Fucked“ sowie „Invidious“ konnten ein paar Skeptiker von ihrem stillstand befreit werden, jedoch trafen sie nicht unbedingt den Vibe des Raumes, den zuvor Distant so gekonnt eingefangen hatten. Dabei lieferte Sänger Jason Evans sicherlich ein ordentliches Brett am Mikrofon ab und auch die Breakdowns trafen mit einem entsprechenden Gewicht auf das Publikum. Dennoch blieb der Eindruck im Großen und Ganzen eher negativ zurück.

Ingested
Ingested
Ingested Fotos im Auftrag von MoreCore.de: Philipp Mirschel (Stray.View Photography)

Rivers Of Nihil

Mit Rivers Of Nihil ging es dann in den dritten und letzten Support-Act des Abends. Durch ihren stark progressiven Sound positionierten sich die vier Musiker aus den USA ein wenig als Underdogs der Veranstaltung, konnten diesen Ruf aber schnell widerlegen. Durch ihren Mix aus technisch anspruchsvollen Passagen und groovigen Momenten der Zusammenkunft konnten sie einige Köpfe zum Mitnicken bewegen. Dabei präsentierten auch Rivers Of Nihil ein überzeugendes Portfolio verschiedener Songs aus ihren vergangenen drei Alben sowie die neue Single „Hellbirds“, welche auch die letzten Kritiker aus der Verweigerung holte. Sänger und Bassist Adam Biggs stachelte die Leute immer erfolgreich zur Bewegung an und überzeugte mit einer beeindruckenden Perfomance am Instrument und dem Mikrofon. Auch bei den Gitarren saß jeder Ton am richtigen Ort und das Schlagzeug feuerte wie ein Uhrwerk die aufwändigen Drum-Parts heraus. Nicht wenige Fans freuten sich zu Recht auf dem Auftritt von River Of Nihil.

Rivers Of Nihil
Rivers Of Nihil Fotos im Auftrag von MoreCore.de: Philipp Mirschel (Stray.View Photography)

Lorna Shore

Der Moment, auf den die randvolle Turbinenhalle in Oberhausen entgegenfieberte. Zum Intro von „Welcome Back, O Sleeping Dreamer“ betraten Lorna Shore die Bühne und machten sich für ihren nun letzten Auftritt der Tour bereit. Nach einer extrem sympathischen Begrüßung durch Sänger Will Ramos startet ein wahres Gewitter an Eindrücken auf das Publikum ein. Mit einer Performance, die wohl kaum einen Kritiker zurücklassen sollte, erwischte man sich immer wieder mit einer Mischung aus Fassungslosigkeit, Gänsehaut und Schüben von Adrenalin das dargebotene Spektakel zu beobachten. Es folgten Songs wie „Into The Earth“, „Cursed To Die“, „Sun//Eater“, „To The Abyss“ und „Immortal“.

Lorna Shore
Foto im Auftrag von MoreCore.de: Philipp Mirschel (Stray.View Photography)

Deathcore auf Arena-Niveau

Lorna Shore ließen sich die mehrwöchige Tour in den Knochen nicht anmerken und spielten, als würde ihr Leben davon abhängen. Sänger Will Ramos präsentierte sein unfassbares Können, trotz selbst angesprochener Asthmaprobleme und bewies erneut, warum er die aktuell wichtigste Person des Genres ist. Während Drummer Austin Archery mit einem eisernen Überzeugen sein Instrument kontrollierte, hätten die Gitarrensoli von Adam De Micco nicht präziser sein können. Hinzu kam eine Produktion mit Flammenwerfern, passenden Lichtstimmungen und CO₂-Kanonen, die diesen gewaltigen Eindruck nur noch einmal verstärkten. Selten kam man einer Performance auf Arena-Niveau im Bereich des Deathcore näher.

Lorna Shore
Lorna Shore Foto im Auftrag von MoreCore.de: Philipp Mirschel (Stray.View Photography)

Auch das Publikum spiegelte die Hingabe der Band zurück. So implodierte der Bereich direkt vor der Bühne mit jedem weiteren Breakdown den die Band spielte und der Beifall der Menge übertrumpfte teilweise die Lautstärke der PA. Eine andere Reaktion wäre diesem Auftritt auch nicht mehr gerecht geworden und dank der sehr persönlich wirkenden Worte von Will Ramos zwischen den Songs konnte man sich dem Gebotenen auch irgendwann nicht mehr entziehen. Schlussendlich wurde der Auftrag des Frontmanns komplett „Affenscheisse zu gehen“ zu hundert Prozent verstanden und riss bis zum vorläufigen Höhepunkt mit „To The Hellfire“ nicht ab. Kaum setzte die Band nach dem letzten Ton des Songs den Fuß von der Bühne, trafen auch schon die ersten Rufe nach einer Zugabe den Raum sorgten für eine nur sehr kurze Verschnaufpause. Das große Finale sollten nochmal alle Register ziehen und wurde mit den Pain Remains-Trilogie in voller Länge zelebriert. Mit endlosen Danksagungen beendeten Lorna Shore ihre Headliner-Tour und hinterließen ein glückliches Publikum.

Lorna Shore
Lorna Shore
Lorna ShoreFotos im Auftrag von MoreCore.de: Philipp Mirschel (Stray.View Photography)

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