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Sodom - The Arsonist
ReviewThrash Metal

Sodom

The Arsonist

Album

VÖ 27. Juni 2025SPV/Steamhammerdigital · cd
Tobias Tißen/23. Juni 2025
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T

Tobias Tißen


Trotz zahlreicher Besetzungswechsel – Frontkeifer Tom Angelripper ist seit Bandgründung 1981 die einzige Konstante – zogen Sodom ihren Stiefel fast durchgehend kompromisslos durch. Teutonen-Thrash in seiner reinsten Form. Umso überraschender ist es, dass die Kult-Kapelle aus dem Ruhrgebiet sich auf dem 17. Studioalbum „The Arsonist“ ganz weit aus ihrer Komfortzone wagen: Emo-Core mit Techno- und Hip-Hop-Elementen …

… nein, so ein Unsinn. Was denkt ihr denn, was euch hier erwartet? Natürlich liefern Tom Angelripper, der 2018 wieder zur Band zurückgekehrte Frank Blackfire, der ebenfalls seit 2018 für Sodom klampfende Yorck Segatz sowie das neueste Bandmitglied Toni Merkel an den Drums (seit 2020) die gewohnt rohe Thrash-Schelle – und knüpfen damit nahtlos an das letzte Album „Genesis XIX“ (2020) an.

Das wurde damals völlig zu Recht gefeiert – die Platte ist roh, direkt, kompromisslos, klassisch. Und „The Arsonist“ knüpft genau da an.

Analoges Inferno: Produktion mit Charakter

„Kein Plastik!“ – So kommentiert Tom Angelripper die bewusst analoge Produktion von „The Arsonist“. Und auch wenn das für manche roh und etwas rumpelig klingen mag, die 13 Tracks atmen genau den Vibe, der Sodom groß gemacht hat: Oldschool-Sound ohne Gimmicks. Das Schlagzeug wurde komplett analog aufgenommen – mit Bandmaschine, nicht mit Plugins. Und das hört man. Die Songs krachen direkt ins Hirn, ohne überproduziert zu wirken. Ungehobelt, trocken, ehrlich.

Und nicht nur klanglich lassen Sodom das große Jahrzehnt des Genres hochleben. Nach einem intensiven und düsteren Intro ballert „Battle of Harvest Moon“ sofort mit klassischen Thrash-Riffs rein. Tom Angelripper keift dazu, in der Hook bekommt er Unterstützung von einem episch raunzenden Männerchor. Ein Speed-Metal-Solo und ein gekonnter Rhythmuswechsel im letzten Drittel veredeln die Nummer.

Baller-la-la-la-la

Das folgende „Trigger Discipline“ ist der wohl härteste Song der Platte und weckt direkt Erinnerungen an Slayer in ihrer besten Ära – also der Mittachtziger „Reign in Blood“-Zeit.

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Nicht nur musikalisch wird hier kräftig geballert: Tom Angelripper „erzählt“ von einem Scharfschützen, der völlig die Kontrolle verliert und wahllos Menschen tötet. Das Riffing ist messerscharf, das Tempo gnadenlos, die Vocals wütend wie eh und je. Hier werden keine Gefangenen gemacht – ein lupenreiner Sodom-Abriss mit einer Thematik, wie sie nur diese Band so trocken servieren kann.

„Witchhunter“: Härte trifft auf ehrliche Emotionen

Mit „Witchhunter“ zollt die Band dem 2008 verstorbenen Drummer Chris Witchhunter Tribut – musikalisch wie textlich. Der Song schlägt noch mehr als auf den vorherigen Tracks die Brücke in die Frühphase der Band: schnelles, schnörkelloses Riffing, peitschende Drums, ein Hauch von rotziger Punk-Attitüde und typische Antwort-Chöre im Refrain.

Der Text ist ein klarer, persönlicher Nachruf: „Loved by friends who worshipped him / Hated by those who can’t begrudge“ – eine Zeile, die hängen bleibt. Nostalgie, Härte und ehrliche Emotion – selten hat Sodom diese Kombination so souverän auf den Punkt gebracht.

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Sodom liefern bis zum Ende ab

Im Mittelteil gönnt sich die Band keine echten Durchhänger. „Taphephobia“ punktet mit der eingängigsten Hook der Platte – ein mitreißender Thrasher, der sich sofort festsetzt. Der Titel (die Angst, lebendig begraben zu werden) verspricht Grusel. Und genau so klingt’s auch. Druckvoll, düster, bedrückend – und gleichzeitig voll auf die Zwölf.

„Sane Insanity“ wiederum setzt auf einen treibenden Rhythmus und ein gewisses Maß an Wahnsinn – nicht nur im Text. Hier preschen Sodom im Eiltempo voran, ohne das Songwriting aus dem Auge zu verlieren. Davor: „Scavenger“ – ebenso rasend schnell, ebenso auf die Fresse.

Mit „Obliteration Of The Aeons“ nehmen Sodom den Fuß dann ein klein wenig vom Gaspedal – und liefern einen düsteren, langsamen Thrash-Stampfer, der für heftige Nackenschmerzen am Post-Konzert-Tag sorgen wird. Ein Song wie eine Dampfwalze, der das Album gekonnt in Richtung Finale lenkt.

Und das kommt mit „Return To God In Parts“ – und wie! Für Band- und Genreverhältnisse epische Strukturen, diverse Rhythmus- und Tempowechsel und ein perfekt aufeinander abgestimmtes Zusammenspiel aus Gitarren, ballernden High-Speed-Drums und Tom Angelrippers markantem Organ machen aus „The Arsonist“ endgültig eine absolut runde Sache.

Foto: Mumpi Künster / Offizielles Pressebild

Fazit

8.5/10
· Hervorragend

Sodom bleiben sich auch auf „The Arsonist“ gnadenlos treu – und liefern ab. Das 17. Studioalbum der Bandhistorie kombiniert klassisches Thrash-Songwriting voller unbändiger Energie mit einer analogen Produktion, die den Spirit der frühen Tage perfekt einfängt. Ohne dabei altbacken zu wirken. Innovation darf man natürlich nicht erwarten – aber wer das tut, ist bei Sodom ohnehin an der ganz falschen Adresse.

Sodom - The Arsonist

Sodom

The Arsonist

Album

VÖ 27. Juni 2025

digital · cd

SPV/Steamhammer

▶Tracklist 13 Songs
  1. 1The Arsonist
  2. 2Battle Of Harvest Moon
  3. 3Trigger Discipline
  4. 4The Spirits That I Called
  5. 5Witchhunter
  6. 6Scavenger
  7. 7Gun Without Groom
  8. 8Taphephobia
  9. 9Sane Insanity
  10. 10A.W.T.F.
  11. 11Twilight Void
  12. 12Obliteration Of The Aeons
  13. 13Return To God In Parts
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Sodom·Thrash Metal

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Sodom
Foto: Pixel4you / YouTube: "Interview Tom Angelripper# Sodom # Mauclub Rostock 25.01.2019"

Sodom

DeutschlandSeit 1981

Foto: Pixel4you / YouTube: "Interview Tom Angelripper# Sodom # Mauclub Rostock 25.01.2019"

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