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Heaven Shall Burn - Heimat
ReviewDeath MetalMelodic Death MetalMetalcore

Heaven Shall Burn

Heimat

Album

VÖ 27. Juni 2025Century Media Recordsdigital · cd · vinyl
Mauritz Hagemann/26. Juni 2025
Streamen
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M

Mauritz Hagemann


Heaven Shall Burn sind derzeit in aller Munde. Schließlich hat die Erkrankung von Marcus „Molle“ Bischoff und das herzzerreißende Statement des Sängers bei Rock am Ring für viel Aufsehen in der Metal- und Metalcore-Szene gesorgt. Auch die Tatsache, dass die Band aus Thüringen mit Britta Görtz ziemlich kurzfristig für eine ohne Frage exzellenten Live-Ersatz gesorgt hat, kam bei den Fans der Metal-Veteranen richtig gut an. Dabei ist fast ein wenig in den Hintergrund gerückt, dass Heaven Shall Burn mit „Heimat“ in diesen Tagen Studioalbum Nummer Zehn veröffentlichen. Wer diesen nicht ganz unwichtigen Aspekt bei all den Neuigkeiten vergessen hat, sollte jetzt weiterlesen. Denn wir schauen uns das neueste Werk aus Mitteldeutschland einmal etwas genauer an.

Heaven Shall Burn starten ungewöhnlich

Mit „Ad Arma“ gibt es das fast schon obligatorische sphärische Intro. Noch einmal zur Ruhe kommen, noch einmal in sich gehen, bevor der Sturm losbricht. Und er bricht tatsächlich los. Doch „War Is The Father Of All“ ist ein Opener, wie man ihn bei Heaven Shall Burn bisher vergeblich gesucht hat. Fast sieben Minuten Länge – das ist schon eine Hausnummer. Die Chöre, die – für HSB-Verhältnisse – komplexe Songstruktur. All das sind Aspekte, die nicht gerade dafür sorgen, dass man beim Zuhören sofort hin und weg ist. Aber faszinierend ist dieser Beginn natürlich schon. Man muss nur noch einige Male öfter reinhören, bevor man alles entdeckt, was dieser Song zu bieten hat.

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Eine Mischung aus Bewährtem und Neuem

Wer nun denkt, Heaven Shall Burn würden mit „Heimat“ musikalisch ganz neue Wege beschreiten, muss sich keine Sorgen – oder Hoffnung? – machen. In der Folge reihen sich wieder einige Songs aneinander, die von Gitarrist und Mastermind Maik Weichert im klassischen HSB-Gewand entwickelt worden sind. Gerade ein Song wie „Empowerment“ fasst gut zusammen, was das Quintett seit nunmehr fast 30 Jahren ausmacht. Eingängige Songstrukturen und Melodien, die einzigartige Stimme von Molle Bischoff und Texte, die zum Nachdenken und zur weitergehenden Recherche anregen. Gerade „Empowerment“ zeigt sich durch seine Rhythmik besonders eingängig. Aber auch „A Whisper From Above“ kann vor allem durch starke Melodien überzeugen. Sicher, vieles hat man so oder so ähnlich schon auf früheren Alben der Band immer mal wieder vernommen. Doch auch in der Herzkammer der deutschen Hochkultur stehen eben nur zwölf verschiedene Töne zur Verfügung. Langweilig wird es deshalb auf „Heimat“ aber nicht.

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Jesse Leach als Feature-Gast

Das Interlude „Imminence“ darf als Antwort auf den Imminence-Song „Heaven Shall Burn“ verstanden werden. Bei aller Ernsthaftigkeit haben Heaven Shall Burn eben noch nie den Sinn für Humor und Anspielungen verloren. Das Interlude ist dann auch der Startschuss für die zweite Hälfe des Albums. Diese startet mit dem schnellen, energischen „Those Left Behind“ und kann vor allem mit dem KSE-Cover „Numbered Days“ überzeugen. Das liegt insbesondere an Feature-Gast Jesse Leach von Killswitch Engage. Der US-Amerikaner bringt an mehreren Stellen im Song seine ganz persönliche Note in den Song ein, der dadurch zu einem Highlight der Platte wird. „A Silent Guard“ ist schließlich mit über fünf Minuten Spielzeit der letzte Song der Platte, der wie schon der Opener „War Is The Father Of All“ etwas aus dem Rahmen fällt. Gerade der atmosphärische Mittelteil des Songs lässt aufhorchen. Apropos Atmosphäre: Selbstverständlich entlässt uns „Inter Arma“ mit einem sphärischen Outro. Genau das richtige nach einem aufwühlenden Album.

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Heaven Shall Burn erfüllen auch auf Album Nummer Zehn die Erwartungen ihrer Fans. So viel ist sicher. Dabei setzt die Band gekonnt auf eine Mischung aus Songs, die so viele typische HSB-Elemente enthalten, dass sie auch live einfach funktionieren müssen und aus neuen und überraschend aufwändigen Songelementen. Ein klares und wichtiges Statement, dass ein Album für Heaven Shall Burn eben immer noch mehr ist als eine Aneinanderreihung mehrerer Singles.

Foto im Auftrag von MoreCore.de: Karoline Schaefer (Cat Eye Photography)

Fazit

8/10
· Sehr stark

„Heimat“ hat das Zeug dazu, sehr schnell eine Heimat in vielen Plattenregalen und Playlisten zu finden. Heaven Shall Burn finden eine gute Balance aus Songs, die man von den Thüringern erwartet und spannenden, weil ungewöhnlichen Elementen. Wie groß die Hitdichte am Ende ist, wird aber erst die Zukunft zeigen.

Heaven Shall Burn - Heimat

Heaven Shall Burn

Heimat

Album

VÖ 27. Juni 2025

digital · cd · vinyl

Century Media Records

▶Tracklist 13 Songs
  1. 1Ad Arma
  2. 2War Is The Father Of All
  3. 3My Revocation Of Compliance
  4. 4Confounder
  5. 5Empowerment
  6. 6A Whisper From Above
  7. 7Imminence
  8. 8Those Left Behind
  9. 9Ten Days In May
  10. 10Numbered Days (feat. Jesse Leach of Killswitch Engage)
  11. 11Dora
  12. 12A Silent Guard
  13. 13Inter Arma
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Heaven Shall Burn·Death Metal·Melodic Death Metal·Metalcore

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Heaven Shall Burn
Foto: Heaven Shall Burn / Offizielles Pressebild

Heaven Shall Burn

DeutschlandSeit 1996

Heaven Shall Burn ist eine deutsche Band aus dem thüringischen Saalefeld an der Saale. Gegründet wurde die Kombo 1996, damals noch als Before The Fall. Das Line-Up besteht aktuell aus den drei Gründun…

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