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Rock am Ring: Das sind unsere Geheimtipps für 2023

Früh genug zum Festivalgelände aufbrechen heißt die Devise!

VON AM 09/04/2023

Kennt ihr noch diese Situationen aus der Schule, in denen ihr Sachtexte zum Lesen bekommen habt? Meist wurden diese mit der Aufforderung überreicht, die wichtigsten Stellen mit einem Marker anzustreichen. In solchen Momenten ist ein durchaus interessantes Phänomen zu beobachten gewesen: Manche Kinder beschlossen einfach kurzum, das ganze verdammte Blatt in neongelbe Farbe einzutauchen. Ob es sich dabei um einen geschickten Move handelte, Interesse zu heucheln, oder schlicht und einfach die trockene Erkenntnis, dass alles im Text wichtig wäre – darüber ließ sich nur spekulieren. Andere Situation, gleiche Problematik: Mittlerweile sind natürlich einige Jahre vergangen, aber sicherlich werden einige von euch bei der Betrachtung ihres Rock am Ring-Timetables an jene Dilemmata erinnert.

Die Markierhilfe für den Rock am Ring 2023-Timetable

Habe ich zu wenig Acts angestrichen und laufe Gefahr, zwischendurch Konzerte zu sehen, die mir nicht gefallen? Habe ich gefühlt alles markiert und weiß nun nicht, wen ich mir letztendlich anschauen soll? Keine Sorge: MoreCore ist ja zur Stelle, um euch zumindest ein paar kleine Denkanstöße zu geben, wen ihr euch schon mal als festgesetzte Must-Sees auf eurem Plan eintragen müsst:

Charlotte Sands

Charlotte Sands und ihre Band haben eine wahrlich außergewöhnliche Energie auf der Bühne. Zuletzt konnte die aus Massachusetts stammende Newcomerin auf ihrer ersten internationalen Tour im Vorprogramm von PVRIS auf voller Linie überzeugen. So war es zumindest im Kölner Gloria Theater, als sie binnen weniger Minuten das feierwütige Publikum komplett auf ihre Seite zog. Kein Wunder, so gut wie ihr schwungvoller Mix aus Pop-Rock und Pop-Punk ins Ohr geht und zum Tanzen einlädt. Perfekt, um gut gelaunt in einen sonnigen Festivaltag zu starten!

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Brutus

Eine Band, die man sich beim ersten Hören vielleicht nicht unbedingt auf der großen Festivalbühne vorstellen kann, sind Brutus aus Belgien. Das Trio mag zwar mit ihrem noisigen Post-Hardcore-Sound in eine etwas nischigere Sparte fallen, kann aber die schiere Wucht ihres Sounds noch besser entfesseln je mehr er sich in die Weite erstrecken kann. Zwischen wummernden Bassläufen und brachialen Gitarrengewittern ist es vor allem Sängerin und Drummerin Stefanie Mannaerts, die mit ihrer markanten Stimme die Soundwände durchschneidet und der Band ihr Herzstück verleiht. Ein Brutus-Konzert ist eine außergewöhnliche Erfahrung, die man definitiv gemacht haben sollte!

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The Chats

“I’m on smoko, so leave me alone!” Der Kampfschrei der australischen Arbeiterklasse machte sie 2017 weltberühmt. Nun – sechs Jahre später – können wir mit Sicherheit sagen, dass die Chats gekommen sind, um zu bleiben. Es ist ihre unverhohlene Art und ihr trockener Humor, die uns alles zelebrieren lassen, was das Trio uns so vor die Füße wirft. Ihr zackiger “Shed Rock”-Sound ist dabei so catchy, dass er haften bleibt wie Ketchupflecken auf der nagelneuen weißen Hose. Live performen sie ihre Songs fast doppelt so schnell wie auf Platte – der perfekte Soundtrack zum nachmittäglichen Festival-Workout im Moshpit.

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Cleopatrick

Zu den wichtigsten Vertreter:innen des modernen Alternative Rock zählen mittlerweile definitiv Cleopatrick. Das aus Kanada stammende Duo reiht sich soundtechnisch irgendwo zwischen Highly Suspect und Royal Blood ein und besticht vor allem durch einen etwas dunkleren Grundton, der sich in satten, düsteren Gitarrenriffs äußert. Es ist wirklich schön zu beobachten, wie die beiden Freunde seit Kindheitstagen nach und nach die Bühnen der Welt erobern und zuletzt mit ihrem Debütalbum “Bummer” (2021) und ihrer EP “Doom” (2022) Ausrufezeichen setzen konnten. Ihren frischen Sound solltet ihr euch am Ring nicht entgehen lassen.

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Touché Amoré

Für Melodic- und Post-Hardcore-Fans tritt in diesem Jahr die Crème de la Crème in Form von Touché Amoré bei Rock am Ring auf. Das Quintett schafft es, in ihren Performances einen nahezu unmöglichen Spagat zu vollführen. Trotz schonungsloser Texte und fast schon erdrückender, emotionaler Intensität überraschen die Kalifornier vor allem mit ihrer ansteckenden Spielfreude. Allen voran Shouter Jeremy Bolm lässt sich zu keiner Sekunde ansehen, durch welche Qualen er in seinem Leben schon gegangen ist. Es wirkt beinahe therapeutisch, wenn er mit einem breiten Grinsen am Wellenbrecher steht und sich Zeile für Zeile vom Publikum entgegenbrüllen lässt.

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Pabst

Diese Band aus Berlin wird euch definitiv ins Schwitzen bringen. Das Cover ihrer aktuellen Platte “Crushed by the Weight of the World” (2022) deutet es ja eigentlich schon an. Pabst liefern mit ihrem rotzfrechen und grobkantigen Garage Rock-Sound auch wirklich keine Mucke ab, die zum entspannten Zuschauen einlädt. Ein wahrlich cleverer Move von Billy Talent, das Trio auf ihrer letzten Deutschland-Tour mitzunehmen, um die Crowd gleich in den ersten Minuten auf Hochtouren zu bringen. Das nachfolgende “Mercy Stroke” dürfte euch eigentlich direkt ohne Umschweife klar machen, mit welchem Energielevel wir es hier zu tun haben.

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The Warning

Die Geschichte der mexikanischen Band The Warning ist eine, die wirklich ihresgleichen sucht. Vor knapp zehn Jahren machten die drei Schwestern durch ihre bockstarken Coverversionen von Songs wie “Hysteria” oder “Enter Sandman” erstmals auf sich aufmerksam. Obwohl das Trio sich damals altersmäßig gerade einmal zwischen 9 und 13 Jahren bewegte, ließen ihr großes Potenzial und ihre Vertrautheit untereinander ihre darauffolgende musikalische Entwicklung retrospektiv nicht wirklich überraschend wirken. Nun schreiben wir das Jahr 2023 und die Formung ihres kraftvollen Hard Rock-Sounds führt sie nach ganzen drei Alben endlich zum ersten Mal zu uns nach Europa.

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Yonaka

Die aus Brighton stammende Band Yonaka durfte sich in der Vergangenheit schon als Support von Bring Me The Horizon, Fever 333 und zuletzt auch Palaye Royale unter Beweis stellen. Mit ihrem Gespür für starke Hooks und ein stimmiges Soundbild zwischen Rock, Pop und Electro dürften sie auch am Ring für Begeisterung sorgen. Nach “Don’t Wait ‘Til Tomorrow” (2019) und “Seize the Power” (2021) gab es in diesem Jahr mit zwei frischen Singles das erste neue Material seit einiger Zeit. Ob wir bis Juni noch mehr Songs auswendig lernen müssen?

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Carpenter Brut

Kommen wir (zurecht) ein wenig in elektronischere Gefilde: Denn der französische Darksynth-Artist Carpenter Brut fügt dem Line-Up mit seinem düsteren Industrial-Sound definitiv eine sehr interessante Facette hinzu. Gerade als Late Night-Special dürfte seine Symbiose aus drückenden Gitarren und unermüdlichen Synths ihre volle Wirkung entfalten. Nicht zuletzt weil auch seine Lichtshows von einer gewissen Opulenz geprägt sind, die sich im Tageslicht wohl kaum transportieren ließe. Fans von elektronischer Rockmusik sollten dieses Highlight auf keinen Fall verpassen!

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The Menzingers

Wenn es eine Band gibt, die wie ein fantastischer Wein gealtert ist, dann sind es definitiv die Menzingers. Auch wenn die Punkrocker “erst” eine 17-jährige Karriere hinter sich haben, spürt man bei jeder ihrer Platten wie sie mit der Zeit gehen und niemals versuchen, etwas am Leben zu erhalten, was nicht mehr ist. So handelt “On The Impossible Past” (2012) von den klassischen Ängsten der Quarter Life Crisis, während “After the Party” (2017) die Zwanziger aus einer nahezu romantisierenden Perspektive besingt. Ihr von eindringlichen Melodien getriebener Sound dürfte Emos und Punks gleichermaßen begeistern und hoffentlich in der warmen Nachmittagssonne des Nürburgrings versammeln.

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Na? Haben wir euch für einen der zehn Acts begeistern können? Sagt uns gerne in den Kommentaren, auf wen ihr euch so freut und wen wir noch unbedingt auf dem Schirm haben sollten. An dieser Stelle lässt sich aber ein noch viel wichtigerer Appell unterbringen als “Guckt mal Band XY, weil geil”: Passt aufeinander auf, Leute! Festivals können sowohl eine ganze Menge Spaß machen, als auch verdammt anstrengend sein. Solange wir aber aufeinander Acht geben und uns gegenseitig unterstützen, gehen alle mit einem fetten Grinsen wieder Nachhause. Lasst uns gemeinsam ein fantastisches Rock am Ring 2023 haben!

Beitragsfoto im Auftrag von MoreCore.de: Peter Detje (lostrealistphotography)

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