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5 Melodic Hardcore-Bands, die ihr kennen solltet

Dreht die Anlagen auf!

VON AM 23/12/2023

Es ist ein wundervolles Sub-Genre, in das viele Hörerinnen und Hörer eher beiläufig eintauchen, ohne sich dabei wirklich Gedanken über die Vielfältigkeit dieser musikalischen „Schublade“ zu machen. Die Rede ist natürlich von Melodic Hardcore. Eine Musikrichtung, die die Rohheit, Wut und Durchschlagkraft des klassischen Hardcore besitzt, gleichzeitig aber eine Tiefe, Emotionalität und Verletzlichkeit in Musik und Text aufzeigt, wie man es vielleicht aus Emo und Artverwandtem kennen könnte.

Diese 5 Melodic Hardcore-Bands solltet ihr kennen

Mit Blick auf aktuelle Entwicklungen wird deutlich, dass das Genre keineswegs in Vergessenheit geraten ist, sondern aktiver denn je scheint. So vereinten sich die Herren von Casey wieder und kündigten ihr neues Album für Januar 2024 an. Auch mit Blick auf die Festivals 2024 wird deutlich, dass Melodic Hardcore lebendig und beliebt ist. So hat das Full Force Festival 2024 einen spürbaren Softspot für die Musikrichtung.

Aus Liebe zum Melodic Hardcore möchten wir euch an dieser Stelle fünf Bands an die Hand geben, die es sicherlich wert sind, ausgecheckt zu werden. Darin enthalten ist eine Mischung aus den ganz großen des Genres, bis hin zu Acts, die zumindest derzeit eher in der zweiten oder dritten Reihe zu finden sind, jedoch nicht vergessen werden sollten.

Counterparts

Fangen wir gleich mit der derzeitig wahrscheinlich größten Band im Melodic Hardcore an. Die aus Kanada stammenden Counterparts sind seit nunmehr vierzehn Jahren aktiv. Dabei kann die Gruppe um Frontmann Brendan Murphy bereits auf sieben Studioalben zurückblicken. Es ist die Mischung unterschiedlichster Faktoren, die Counterparts zu den ganz Großen macht. Der musikalische Sound, der abwechslungsreich ist und stetig Maßstäbe innerhalb des Genres setzt, der Gesang, der gleichermaßen brachial wie verletzlich klingt und eine grundsätzliche Düsternis, die stetiges Thema der Songs ist. So versetzte sich Murphy für die Lyrics zum vergangenen Album „A Eulogy For Those Still Here“ mehrfach gedanklich in die Situation, dass er die Dinge verlieren würde, die ihm am meisten am Herzen liegen. Diese Konfrontation mit den eigenen Ängsten, dieser Schritt über die Grenze, stellen das Besondere innerhalb von Counterparts dar.

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Defeater

Eine Band, um die es (leider) etwas ruhiger geworden sind, sind Defeater aus Boston, Massachusetts. 2004 gegründet, liegt das letzte Selftitled-Album bereits vier Jahre zurück. Dabei machte es sich die Band stetig zur Herausforderung, die Genregrenzen zu dehnen, ohne ihren Sound aus den Augen zu verlieren. Platten wie „Abandoned“ (2015) oder die EP „Lost Ground“ aus dem Jahre 2009 gehören seither zu Klassikern im Melodic Hardcore. Was neben der Musik besticht, ist das catchy und stimmungsgeladene Artwork, welche jede Veröffentlichung von Defeater besitzt. Die Band liefert damit ein Gesamtpaket, welches selten übertroffen wurde.

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Touché Amoré

Weiter geht es mit einer Band, über die sicherlich schon einige Musikinteressierte gestolpert sind. Touché Amoré wissen es, wie man auf der einen Seite umtriebig ist und sich gleichzeitig rar macht. Seit 2007 besteht die Band aus Los Angeles. In diesem Zeitraum veröffentlichten sie fünf Studioalben, welche durchweg eine herausragende Qualität besitzen und dem Genre Melodic Hardcore eine neue Facette verpassen. Auffallend ist dies besonders von musikalischer Seite. So ist der Sound von Touché Amoré deutlich cleaner als bei Genre-Kollegen, Instrumente weisen teilweise offenes Tuning auf. Songs, wie „Flowers and You“, oder „Limelight“ sind emotional, zerbrechlich und trotzdem roh. Stücke, wie „Pathfinder“ hingegen spürbar wilder und unkontrollierter. Damit bietet die Band um Frontmann Jeremy Bolm den perfekten Mix für jede Lebenslage.

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Acres

Acres aus Süd-England stellen die „jüngste“ Band in dieser Liste dar. Mit den beiden Studioalben „Lonely World“ (2019) und „Burning Throne“ (2023) zeigte die Gruppe bereits ihr Potenzial und schoss in die Playlisten zahlreicher Melodic Hardcore-Fans. Die Mischung aus cleanem Gesang und Shouts, die Ruhe und die Aggressivität stellen ein herausragendes, ambivalentes Klangbild dar, welches innerhalb des Genres schon jetzt zu den Großen zählt. Während viele Bands auf ihre Wurzeln im Hardcore schauen und ihr Songwriting auch in aktuellen Songs darauf aufbauen, so scheint es, als würden Acres einen modernen, zukunftsorientierten Weg einschlagen und dabei auf aktuelle Sounds, auf Sample-Teppiche und Riffs setzen, die ebenfalls im modernen Metalcore zum Einsatz kommen könnten. Fans von moderner Gitarrenmusik werden in Acres sicherlich ein Lieblingsbandpotenzial finden.

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Polar

Die wahrscheinlich kleinste Band, zumindest wenn man auf ihre derzeitige Reichweite blickt, stellen Polar dar. Dabei bietet die Band aus England eine ganze Menge und es scheint, als würden die Jungs gerade so richtig in Fahrt kommen. Besonders die letzten beiden Studioalben „Nova“ (2019) und „Everywhere, Everything“ (2023) brachten Polar auf die musikalische Landkarte im Melodic Hardcore. Charakteristisch ist dabei ein stark-gradliniger Sound, komplettiert mit Vocals, die sich in das musikalische Konzept einfügen. Instrumente und Gesang funktionieren im Hause Polar als Einheit! Nach mehreren Besetzungswechseln ist es auch mit Blick in die Zukunft besonders spannend, wohin sich die Band entwickeln wird. Hier lohnt es sich definitiv, am Ball zu bleiben.

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Selbstverständlich gibt es neben den oben genannten Acts noch zahlreiche andere. Hier zu nennen wären beispielsweise Strike Anywhere, Death by Stereo und A Wilhelm Scream. Wir beanspruchen hier keineswegs den Anspruch auf Vollständigkeit. Verratet uns doch daher eure Empfehlungen aus dem Melodic Hardcore, die bei euch nicht fehlen dürfen!

Beitragsfoto im Auftrag von MoreCore.de: Hanna Wollny (sonderbar.fotografie)

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