Fotos im Auftrag von MoreCore.de: Julia Strücker (Julia_Rocknrolla)
Hauptspeise: I Prevail
Erneut löscht sich das Hallenlicht und auf der LED-Leinwand sieht man Clips von Endzeit- und Katastrophen-Szenarien, passend zum Albumcover von „True Power“. Obwohl Sänger Brian Burkheiser aufgrund gesundheitlicher Probleme diese Tour leider aussetzen musste, und die Band dezimiert auf der Bühne steht, heißen die Fans die übrigen Vier lauthals willkommen. Mit vollem Karacho starten I Prevail ihr Set mit „There’s Fear in Letting Go“. Eric und Dylan geben dabei ihr Bestes, um Bandkollegen Brian zu vertreten und auch das Publikum hilft eifrig mit und singt so laut mit, wie sie nur können.
Eins lässt sich sagen, die Setlist hat es in sich. Ein Klopper folgt dem nächsten und natürlich darf auch das Taylor Swift-Cover nicht fehlen. Auch die Letzten haben sich von ihrem Sitzplatz erhoben und feiern – die Abwesenheit von Brian merkt man der Stimmung in der Halle kaum an. Erstaunlich, was für eine Stimmgewalt Eric an den Tag legt. Als die Band ihren Song „Deep End“ anstimmt, erstrahlt die Halle in einem Lichtermeer. Und weil nur ein Cover ja auch irgendwie doof ist, haben uns I Prevail direkt ein zweites mitgebracht, nämlich den Song „Head Like A Hole“ von Nine Inch Nails.
Ob das zweite Cover wirklich sein musste? Schwierig zu sagen, eventuell ein Song von ihrer Platte „Lifelines“ hätte es wohl auch getan. Was auffällt: Die Playlist besteht – abgesehen von den zwei Cover-Songs – nur aus Tracks von ihren letzten beiden Alben. Wer auf Songs wie „Scars“ oder „Come And Get It“ hoffte, wurde leider enttäuscht. Nach insgesamt elf Songs und zwei Zugaben verabschieden sich I Prevail mit „Gasoline“ von ihrer Fangemeinde bei ihrer wohl bislang größten Headliner-Show in Europa.
Wer am Anfang aufgrund der Zusammenstellung der Künstler vielleicht etwas skeptisch war, wird am Ende des Abends gemerkt haben: Das passt sogar richtig, richtig gut! Kid Bookie hat der Menge Appetit auf mehr gemacht, Set It Off war der perfekte Zwischengang, bevor dann das Hauptgericht mit I Prevail serviert wurde. Beim Hauptgang gab es hier und da vielleicht ein paar (kleine) Abzüge, unter anderem, weil eben ein Meisterkoch gefehlt hat. Nichtsdestotrotz dürfte das Gros der Fans „gesättigt“ nach Hause gegangen sein. Wir kommen wieder und sind gespannt, was die Köche das nächste Mal vorbereiten.