
Sevendust - "Zusammenhalt und Einigkeit"
Im Talk mit Morgan Rose über das neue 15. Studioalbum "One"
David Thees
Mit ihrem 15. Studioalbum „One“ schlagen Sevendust ein neues Kapitel auf. Eines, das persönlicher, ehrlicher und enger wirkt als vieles zuvor. Im Interview sprach Schlagzeuger Morgan Rose offen über den emotionalen Hintergrund des Albums, den kreativen Prozess innerhalb der Band und die besondere Verbindung zu ihren Fans oder besser gesagt: ihrer Sevendust-Familie.
"One" steht für den Zusammenhalt
Morgan hat eine genaue Definition des neuen Albums "One" auf Lager. Das Album soll den Zusammenhalt der Band symbolisieren und das man sich derzeit verbundener fühlt, als je zuvor.
""One" entstand aus der Erkenntnis, dass die Mitglieder heute enger miteinander verbunden sind als jemals zuvor."
"Wir sind auf der langjährigen Reise zu wirklichen Brüdern geworden", erklärt er, "aber dabei geht es natürlich nicht nur um Harmonie. Brüder mögen sich manchmal nicht, manchmal wollen sie sich gegenseitig umbringen." Diese Höhen und Tiefen haben die Band aber noch enger zusammengeschweißt.
Zudem steht das Album für die lange Verbundenheit und Loyalität zu ihren Fans. Das Gefühl von Gemeinschaft und Nähe ist letztlich also der zentrale Punkt hinter dem Albumtitel.
Ohne Druck und Erwartungen
Der wichtigste Faktor bei der Entstehung des Albums war, dass man sich diesmal einfach weniger Druck gemacht hat als früher. Es ist simpel gesagt eine Zusammenfassung der letzten Jahre jedes Einzelnen.
"Emotional ist das Album ein weiterer Trip durch das Leben von fünf Psychopaten und der individuellen Ereignisse jedes Einzelnen".
Außerdem war es wohl der entspannteste Entstehungsprozess den wir jemals hatten.
"Niemand wollte der Musik eine Richtung aufzwingen. Wwwenn es ein hartes Album wird, dann wird es eben hart. Wenn es ein Pop-Album wird, dann ist das auch okay." Genau diese Einstellung habe den Unterschied gemacht. Die Band habe sich bewusst dafür entschieden, jedem Mitglied den Raum zu geben, um sich kreativ ausleben zu können. Das hat den Druck komplett verschwinden lassen.
Der wohl einfachste Aufnahmeprozess ihrer Karriere
"One" war vermutlich das einfachste Album, das Sevendust jemals aufgenommen habe. "Es war einfach viel zu einfach", beschreibt Morgan lachend. "Keine Erwartungen, keine feste Vision, kein Druck." Erst als man aufgehört hat alles zu zerdenken, sei der kreative Prozess ganz natürlich abgelaufen.
Anstatt, dass man bestimmte musikalische Konzepte verfolge, konzentrierte sich Sevendust darauf, einfach authentisch und echt zu bleiben. Diese lockere Einstellung hat sich unmittelbar auf die Songs übertragen.
Chaos, Kreativität und "Frankenstein-Songs"
Besonders spannend beschreibt er dabei die Arbeitsweise hinter einigen Songs. Immer wieder spricht Morgan von einer regelrechten „Frankenstein-Mentalität“, bei der Songs Stück für Stück zusammengesetzt wurden. Er dachte ursprünglich sogar, dass der Track "Is This The Real You" es nicht auf das Album schaffen würde, bis seine Bandmitglieder ihn vom Gegenteil überzeugten.
Mit der Europa-Offensive wollen Sevendust "Schaden anrichten"
Und diese Tour, so macht Morgan unmissverständlich klar, soll alles andere als zurückhaltend werden. Die Botschaft an die Fans, zur kommenden Europa Tour, ist eindeutig: "Die Leute können Schmerz erwarten", sagt er mit einem hämischen Lachen. "Das Ziel ist innerhalb eines 80-minütigen Sets soviel Schaden wie möglich anzurichten." Gerade auf die Deutschland-Shows freut sich Morgan besonders und hebt dabei Köln hervor, da es schon einige Jahre her ist, dass die Band dort aufgetreten ist.
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Auch Live soll "One" präsent sein
Früher habe Sevendust eher wenige neue Songs live gespielt. Dies könnte sich diesmal aber ändern. Die Band plant sogar vier bis sechs Songs des neuen Albums in die kommende Setlist aufzunehmen.
Einige Songs bereiten Morgan aber bereits jetzt Kopfschmerzen. Besonders "Blood Price" sei eine gesanglich extrem anspruchsvolle Nummer und habe die Band im Studio schon an ihre Grenzen gebracht.
Eine Band mit ihrer eigenen großen Familie
Zum Ende des Interviews war es sehr emotional zum Thema, was die Fan-Nähe betrifft. Für Morgan existiert die klassische Trennung zwischen Band und Fans längst nicht mehr. Er betont mehrfach, dass Sevendust ihre Anhänger nicht mehr als Fans sieht. "Wir haben keine Fans. Wir haben eine große Familie, die uns immer unterstützt."
Schon in den Anfangsjahren habe Sevendust nach Konzerten persönlich mit den einzelnen Besuchern gesprochen. Ihnen ging es nie um PR oder Pflichttermine, sondern um sich ehrlich für die Unterstützung zu bedanken.
"Der sicherste Ort ist bei Sevendust". In einer Welt, in der Menschen immer schlechter miteinander umgehen, wolle die Band einen sicheren Ort schaffen, der auf Respekt, Loyalität und Mitgefühl basiert.
Sevendust wollen Europa erobern
Sevendust meinen es absolut ernst mit der Europa-Tour. Die Band wolle in den kommenden Jahre regelmäßiger zurückkehren und mehr Präsenz auf dem Kontinent zeigen und "Europa förmlich erobern."
"Wir wollen die Hausband der europäischen Leute werden",
scherzt er am Ende noch.
Die Band plant nach den Konzerten im Herbst bereits weitere Festivalauftritte und Touren im kommenden Jahr. Für Sevendust beginnt mit "One" also nicht nur ein neues Album-Zeitalter, sondern offenbar auch ein ganz neuer Abschnitt ihrer Karriere.



