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Pop-Punk, Punkrock und Emo: Das sind die besten Alben 2024
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Feature

Pop-Punk, Punkrock und Emo: Das sind die besten Alben 2024

Es war ein gutes Jahr.

Maik Krause/21. Dez. 2024· Aktualisiert 2. April/7 Min.Foto: YouTube / "Neck Deep - Heartbreak Of The Century (Official Music Video)"
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Damals noch für den eigenen Musikblog geschrieben, entschied sich Maik 2015 bei MoreCore anzuheuern und nahm unseren Jonas gleich mit. Mittlerweile kümmert er sich als Redakteur um den Bereich "Features und Interviews", legt auf unseren MoreCore Partys auf, betreibt mit Linn unseren Podcast "Kerngeschäft" und ist auch immer mal wieder vor der Kamera bei MCTV zu sehen. Im Team gilt er insgeheim als das sympathische Multitalent. In seiner Freizeit sammelt er Schallplatten, schaut so ziemlich jedes Fußballspiel und isst für sein Leben gerne Pizza.


Es ist Jahr für Jahr spannend zu beobachten, wie sich die einzelnen Genres weiterentwickeln, Hypes entstehen und dadurch neue Trends geschaffen werden. In Sachen Pop-Punk ist die Phase, in der Travis Barker mit so ziemlich jedem jungen Artist ein punkiges Album produziert hat, längst vorüber. Entsprechend spürt man, dass sich die etablierten Namen wieder in den Vordergrund gespielt haben. Das heißt allerdings nicht, dass es nicht auch „frische“ Namen gibt, die ihr definitiv im Auge (und Ohr) behalten solltet. Ähnlich sieht es in den verwandten Genres aus: Derzeit erlebt „der“ Emo eine gewisse Renaissance, aber vielmehr in Form des Shoegaze und Grunge-Sounds, der von Bands wie Basement, Title Fight, Balance & Composure oder später auch Superheaven vorangetrieben wurde. Die meisten dieser Bands haben in den vergangenen Monaten ein Comeback hingelegt und auch in Sachen Streaming-Zahlen krass zugelegt. Es wird sich zeigen, wie es damit – auch für den Punkrock – 2025 weitergeht, aber man darf davon ausgehen, dass uns noch ein paar Überraschungen bevorstehen.

Das sind die besten Alben 2024 aus Pop-Punk, Punkrock und Emo

Bleiben wir aber zunächst bei den Highlights aus 2024 und da gab es in Sachen Pop-Punk, Punkrock und Emo eine ganze Menge:

Neck Deep – Neck Deep

Wann steht der Generationenwechsel im Pop-Punk bevor? Während Bands wie blink-182, Simple Plan und Green Day nach wie vor fleißig sind, scheinen die Erben längst gefunden. Dass Neck Deep zu den aktuell wichtigsten “jungen” Pop-Punk-Bands zählen, ist unbestritten. Daran wird sich auch nichts ändern, wenn sie weiterhin so bockstarke Platten wie ihr Selftitled-Album veröffentlichen. Mit Hits wie “Heartbreak Of The Century”, “Take Me With You” oder “Go Outside!” geben sich Neck Deep eingängig, aber kantig und mit viel Drang nach vorne – und das überzeugt auf ganzer Linie.

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Green Day – Saviors

Mit “Saviors” knüpfen Green Day an ihre Wurzeln an und zeigen zugleich, dass sie nach über 30 Jahren immer noch relevant sind. Tracks wie “The American Dream Is Killing Me”, “Bobby Sox” und “Dilemma” vereinen eingängigen Pop-Punk mit einer Prise Rock-Nostalgie und sind vor allem eines: endlich wieder echte Hits. Das Album setzt nicht auf Revolution, sondern auf gekonnte Weiterführung ihres Sounds – mal hymnisch, mal bissig und mit großem Ohrwurm-Charakter.

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Mannequin Pussy – I Got Heaven

“I Got Heaven” zeigt Mannequin Pussy in Höchstform: Schonungslos, emotional und voller Energie. Songs wie “OK? OK! OK? OK!”, “Sometimes” und der Titeltrack spielen mit den Extremen und vereinen explosive Punkrock-Attitüde mit introspektiven Melodien, die gleichermaßen verletzlich und kraftvoll wirken. Wer Mannequin Pussy bis hierhin nicht auf dem Schirm hatte, hat bei dieser Platte eigentlich keine Ausreden mehr, zählt “I Got Heaven” zu den wirklich spannendsten Alben des Jahres.

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Foxing – Foxing

Mit “Foxing” werfen Foxing alles auf den Tisch – und fordern um die allergrößte Aufmerksamkeit. Das Album ist mutig, überlang und voller Ideen, die manchmal kollidieren, manchmal brillieren. Songs wie der Opener “Secret History”, das wütende “Hell 99” und das mitreißende “Barking” packen mit großem Drama und viel Mut. Nicht jeder Track zündet sofort, aber genau das macht die Platte so spannend. Es ist kein einfaches Album, sondern eines, das wächst – und das ist genau Foxings Stärke.

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Hot Water Music – Vows

Hot Water Music feiern 2024 ihr 30-jähriges Bandbestehen und laden auf “Vows” zum gemeinsamen Mitgröhlen ein. Das ist per se nichts neues, wenn es um Chuck Ragan und seine Kollegen geht, aber mit Songs wie “Menace”, “Remnants” oder “Burn Forever” treffen die Herren aus Florida voll ins tätowierte Herz. Dass man sich dann auch noch hochkarätige Unterstützung von Thrice, Dallas Green (Alexisonfire, City & Colour), The Interrupters und Turnstile geholt hat, beweist den Stellenwert, den die Band auch heute noch – zurecht – hat.

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Glitterer – Rationale

Es fühlt sich fast schon absurd an, jemanden wie Ned Russin dabei zu beobachten, wie er seinen Verstärker zum im Halteverbot stehenden Auto schleppt. Kurz zuvor hat er im Kölner Blue Shell vor nicht einmal 200 Leuten ein Konzert gespielt. Wäre er gerade mit Title Fight unterwegs, würde die Sache ganz anders aussehen. So können die Hardcore-Legenden aktuell auf Spotify über zwei Millionen Hörer:innen verzeichnen. So wirklich davon beeindrucken lässt sich Russin allerdings nicht. Sowohl in seiner seelenvollen Performance als auch in jedem Song des neuen Glitterer-Albums spürt man, dass es ihm um nichts weiter als die Musik selbst geht. Und das ist auch gut so. “Rationale” ist stimmungsvoll, kommt schnell auf den Punkt, und ist von einer rohen Authentizität geprägt, die man heutzutage vielleicht mehr denn je braucht.

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Shoreline – To Figure Out

Shoreline entspringen der Münsteraner Punkrock-Szene und haben ihren Wirkungskreis über die letzten zehn Jahre Stück für Stück erweitert. Nach zahlreichen Support-Touren und starken Releases über Uncle M (2019) und End Hits (2022) sind sie nun beim kalifornischen Indie-Label Pure Noise Records (Knocked Loose, The Story So Far, uvm.) gelandet, die sich

dem Vertrieb ihres dritten Albums “To Figure Out” angenommen haben. Diesen besonderen Anlass zelebriert das Quartett mit ihrer bis dato vielseitigsten Platte, die mit einer enorm hohen Hitdichte daherkommt und von einer sauberen und druckvollen Produktion passend abgerundet wird. Besonders spannend dabei ist es, das Wechselspiel von tanzbaren Indie-Nummern (“Pen Name”, “Yuppie Kids”) und unbändigen Punkrock-Brettern (“Darius”, “Green Paint”) zu beobachten.

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Balance And Composure – with you in spirit

2024 ist ja das Jahr der Comebacks und Reunions gewesen. Ich lehne mich aber mal sehr weit aus dem Fenster und sage, dass alle nur dem Trend folgen, den Balance And Composure schon im vergangenen Jahr losgetreten haben. Die Emo-Legenden aus Pennsylvania haben zwar schon mit der Doppelsingle “Too Quick to Forgive” bewiesen, dass sie es immer noch drauf haben, verfestigen diesen Punkt aber nochmal deutlich mit ihrem vierten Album “with you in spirit”. Das knüpft ähnlich wie auch schon “Savior Mode” und “Last to Know” an den Sound ihres zweiten Albums “The Things We Think We’re Missing” (2013) an und bietet zehn stimmungsvolle Tracks, die sich gerade in der kalten Jahreszeit am Besten entfalten. Mit Sicherheit holt die Band damit auch wieder Leute ins Boot, die sie über das Indie-lastige “Light We Made” (2016) verloren haben.

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The Story So Far – I Want To Disappear

The Story So Far waren zwar nie komplett von der Bildfläche verschwunden, haben aber trotzdem ganze sechs Jahre seit ihrem letzten Langspieler “Proper Dose” (2018) verstreichen lassen. Sänger Parker Cannon offenbarte sogar, dass sich die Band zwischen Pandemien, Verletzungen und schweren Verlusten mehrfach vor dem kompletten Aus befunden habe. Auf ihrem fünften Album ist immer noch omnipräsent, dass sich die Kalifornier noch ihre Wunden der letzten Jahre lecken müssen. So durchzieht die zehn Songs eine stärker ausgeprägte Emo-Note, während auch die Lyrics persönlicher und verletzlicher als je zuvor ausfallen. Ihr Gespür für eindringliche Melodien und große Chorus-Momente haben sie dabei aber nicht verloren und können so ohne Probleme darüber hinweghelfen, dass sie sich auf “I Want To Disappear” nicht unbedingt neu erfinden.

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Soft Play – Heavy Jelly

Was würde eigentlich rauskommen, wenn man Frank Carter mit ‘68 kreuzen würde? Das könnte zumindest einen kurzen Eindruck vermitteln, was uns auf folgender Platte erwartet: SOFT PLAY sind bei Weitem kein unbeschriebenes Blatt in der britischen Punkrock-Szene. So war das Duo in den vergangenen zwölf Jahren noch unter dem Namen Slaves bekannt und auch hierzulande schon mehrere Male am Ring und im Park zu Gast. Nach längerer Abstinenz und der schlussendlichen Umbenennung sind sie nun mit ihrem vierten Album “HEAVY JELLY” zurück. Darauf wird die Sarkasmus-Schraube ordentlich angezogen und der Gesellschaft für eine knappe halbe Stunde der Spiegel vorgehalten. Das Ganze macht so viel Spaß, dass sich selbst ein Robbie Williams beim Comeback-Song “Punk’s Dead” kurz die Ehre geben musste.

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Von Maik Krause und Malin Jerome Weber.

Bild: YouTube / „Neck Deep – Heartbreak Of The Century (Official Music Video)“

#Emo#Jahresrückblick#Pop-Punk#Punkrock

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