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Within The Ruins - Phenomena II
ReviewDeath MetalMetalcore

Within The Ruins

Phenomena II

Album

VÖ 23. August 2024MNRK Heavycd · vinyl
Rodney Fuchs/18. August 2024
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R

Rodney ist unser wandelndes Musiklexikon. Als Drummer in seinen eigenen Bands sowie aushilfsweise dort, wo gerade Not am Manne ist, hat er zudem ein ausgeprägtes rhythmisches Verständnis. Apropos Rhythmus: Es ist uns schier unbegreiflich, wie er seine Tätigkeiten als Musiker, Booker, Redakteur und Photograph für drei Magazine, freier Journalist, Masterstudent, Food-Blogger, Wein-Connaisseur, Bowle-Barista, Freund und Liebhaber in seinem Tagesablauf untergebracht bekommt. Apropos Wein: Ein Best-of Rodneys wochenendlicher Sprachnachrichten ist zwar nicht geplant, aber auch nicht unwahrscheinlich.


Ganze vier Jahre sind vergangen, seit Within The Ruins ihr letztes Album „Black Heart“ veröffentlichten. War das Quartett aus Massachusetts mit dem Sound ihrer ersten Alben oft zwischen Bands wie Born Of Osiris und Veil Of Maya genannt worden, blieb ein wirklicher Durchbruch hierzulande bisher aus. Mit „Phenomena II“ knüpfen Within The Ruins nun an ihr 2014 veröffentlichtes Album an und legen ihr MNRK Debüt vor.

Der typische Within The Ruins-Sound

Der Sound, den das neue Album offenbart, ist gewohnt melodisch und rhythmisch ausgelegt, wie „Castle In The Sky“ schnell unter Beweis stellt. Mit einem für die Band typischen Songwriting zwischen modernem Metalcore, Melodic Death Metal und dezenten Djent-Einflüssen, machen Within The Ruins weiter, wo sie 2020 aufgehört haben. „Daywalker“ greift Emmure-eske Grooves auf und bringt deutlich mehr Schwung mit als der Opener des Albums. Insbesondere der Chorus, der mit Eingängigkeit punkten kann, sorgt für Hörspaß.

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Möchte man einen typischen Within The Ruins-Song hören, so wäre „Level 12“ das perfekte Beispiel. „Level 12“ greift alle Parameter auf, die sich über die Jahre im Sound der Band entwickelt haben. Es gibt nur ein Problem: Tatsächlich klingt alles an diesem Song so gar nicht nach 2024. Viel mehr ist es eine Renessaince des Sounds, der sie in den 2010ern vor allem in den USA bekannt werden ließ. Der vollständig instrumentale Track ist dabei ein ganzes Rifffest, das die Spannung über fast fünf Minuten zwar aufrecht halten kann, zwischen all den Breaks und Riffs jedoch auch den Gesang vermissen lassen kann. Insbesondere dann, wenn man mit instrumentaler Musik nur wenig anfangen kann.

Zwischen Melodic Death Metal und Metalcore

Etwas, das Within The Ruins in ihrem Sound nahezu gleichermaßen auslegen, sind Aspekte des Metal und des Core. Im Songwriting der Band werden beide Seiten fast gleichwertig nuanciert, was sich im Melodic Death Metal-lastigen Sound von „Chaos Reigns“ wiederfindet oder etwa im Metalcore beeinflussten „Death Mask“, das mit jeder Menge Breaks eine andere Klangsprache spricht, jedoch viele gemeinsame Nenner offenbart.

So klingt der Anfang von „Corruption“ klar nach Meshuggah und kreiert mit dem Sound des Albums ein Momentum, das kurzzeitig an After The Burial denken lässt. Jedoch durch die gitarrenlastige Spielfreude immer klar als Within The Ruins zu identifizieren bleibt. Einzig der übermäßige Gebrauch der Ride Bell grenzt jedoch aufgrund ihres Klanges und ihrer unangenehm pingigen Frequenz an eine schmerzhafte Hörerfahrung.

Virtuosität und starke Melodien

Auch „Enigma“, der Track der sich auf „Phenomena“ als Hit des Albums herausstellte, bekommt einen zweiten Teil. So beendet „Enigma II“ das neue Album von Within The Ruins und führt die Tradition weiter, dass sich auf jedem Album der Band als Abschluss ein komplett instrumentaler Track findet.

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Mit Melodien, die an die Soundtracks der Star Wars Trilogie erinnern und auch eine Weltraum-Brücke zu Galactic Empire erlauben, trumpfen Within The Ruins all ihr musikalisches Können auf. Sie beweisen, dass ihre Stärke nicht im Gesang, sondern im Schreiben eingängiger Gitarrenmelodien liegt. Mit einer ganzen Bandbreite an Riffs endet „Phenomena II“ ohne große Spannungsbögen. Elf Tracks bieten genau das, was man von diesem Album hätte erwarten können – nicht mehr, allerdings auch nicht weniger.

Die Schattenseiten

Ein Problem, das „Phenomena II“ jedoch zu Tage bringt, ist das Gefühl, dass man alles auf diesem Album schon mal gehört hat. Auch die Produktion kann mit der Ästhetik eines Albums wie „Halfway Human“ nicht mithalten. „Phenomena II“ klingt vergleichsweise dumpf, was insbesondere die Gitarren nicht in bestem Licht aufgehen lässt. Auch das Songwriting sticht um Vergleich zu den älteren Alben der Band kaum heraus. Nicht, dass Within The Ruins schlechte Songwriter wären, Tracks wie „The Last Son“ oder „Death Mask“ fehlt einfach das gewisse Etwas, was Songs wie „Enigma“ oder „Feeding Frenzy“ so besonders macht.

Am Ende ist Nostalgie das stärkste Gefühl, dass „Phenomena II“ auslöst. Nostalgie, die uns in die frühen 2010er zurück wirft und aufzeigt, wie frisch die Musik von Within The Ruins ihrer Zeit geklungen hat. Eine Frische, die 2024 leider nicht mehr so präsent ist.

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Foto: Riamond Lomeli / Offizielles Pressebild

Fazit

7/10
· Gut

Vielleicht haben sich Within The Ruins zu sehr an „Phenomena“ orientiert und versucht, eine stilechte Kopie auf den Tisch zu bringen. Die bezaubernden Melodien, die sich in der gesamten Diskografie der Band finden lassen, sind noch immer ein Unique Selling Point, der jedoch durch die stagnierende Produktion und die relativ monotonen Vocals der Band an Zauber verliert. Sofern man von einem Comeback sprechen kann, werden Fans mit „Phenomena II“ zufrieden sein können – der ganz große Wurf ist der zweite Teil ihres 2014 veröffentlichten Albums allerdings nicht.

Within The Ruins - Phenomena II

Within The Ruins

Phenomena II

Album

VÖ 23. August 2024

cd · vinyl

MNRK Heavy

▶Tracklist 11 Songs
  1. 1Castle In The Sky
  2. 2Daywalker
  3. 3Demon Killer
  4. 4Level 12
  5. 5Eater of Worlds
  6. 6The Last Son
  7. 7Chaos Reigns
  8. 8Death Mask
  9. 9Corruption
  10. 10A World on Fire
  11. 11Enigma II
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Within The Ruins·Death Metal·Metalcore

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Within The Ruins
Foto: Within The Ruins / Offizielles Pressebild

Within The Ruins

USASeit 2003

Foto: Within The Ruins / Offizielles Pressebild

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