Review

Emo Metalcore

Kritik: TX2 - End of Us

Mit „End of Us“ veröffentlichen TX2 am 13. Februar 2026 ihr erstes vollwertiges Album – nach mehreren Singles und EPs ...

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Mit „End of Us“ veröffentlichen TX2 am 13. Februar 2026 ihr erstes vollwertiges Album – nach mehreren Singles und EPs seit 2022 ein längst überfälliger Schritt. Das Trio aus Florida rund um Frontmann Timothy Evan Thomas gilt als eine der auffälligsten neuen Stimmen der Alternative-Szene. Zwischen Emo-Rap, Pop-Punk und Metal-Einflüssen haben sich TX2 bereits eine treue Community und eine stetig wachsende Social-Media-Präsenz erspielt. Mit „End of Us“ wagt die Band nun ein ambitioniertes Konzeptalbum.

„End of Us“: Vampire-Core trifft Gesellschaftskritik

Im Zentrum des Albums steht eine düstere Metapher: Vampire kontrollieren eine weltweite Einheitsregierung und verwandeln nach und nach die Menschheit. Eine Widerstandsbewegung – „The Resistance“ – stellt sich ihnen entgegen. Ihr Motto: „They will not erase us.“ Dieses Bild ist bewusst überzeichnet, lässt sich jedoch leicht auf reale Themen übertragen: politische Ohnmacht, gesellschaftlicher Druck, mentale Gesundheit oder toxische Beziehungen.

Musikalisch beschreibt Thomas den Sound selbst als „Punk trifft Vampire-Core mit einem Eminem-Touch“ – eine Mischung, die man dem Album anhört. Harte Riffs und aggressive Screams treffen auf melodische Hooks, saubere Gitarrenflächen und stellenweise Rap-Parts. Dabei sorgen die Kollaborationen mit DeathbyRomy, Ekoh, Magnolia Park, Ice Nine Kills und Black Veil Brides für zusätzliche Facetten: Mal wird die düstere Atmosphäre verstärkt, mal ein ironischer oder moderner Kontrast gesetzt. Einflüsse von My Chemical Romance, Green Day oder Linkin Park sind spürbar, dennoch schaffen TX2 es, eine eigene Klangidentität zu formen.

Zwischen Härte, Ironie und Pathos – Die Songs im Fokus

Der Opener „Feed (feat. DeathbyRomy)“ führt direkt ins Vampir-Motiv ein. Musikalisch dominieren wuchtige Riffs und intensive Screams, während der melodische Refrain das Thema Vampirliebe greifbar macht – eine starke Metapher für toxische Beziehungen. Einen überraschenden Bruch liefert Track 2: „Nice Guy (feat. Ekoh)“. Der selbstironische Rap-Track lockert die düstere Grundstimmung deutlich auf und zeigt, dass „End of Us“ mehr kann als nur Pathos und Weltuntergang.

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Mit „HOSTAGE (They Will Not Erase Us)“ und „The Resistance“ wird das politische Konzept am deutlichsten. Hier verdichtet sich die Geschichte des Kampfes gegen die Vampir-Regierung – musikalisch kompromisslos, textlich kämpferisch. Tracks wie „6 Shots Left“ oder „Lost Souls“ lockern mit verspielterem Sound die verhängnisvolle Grundstimmung des Albums wieder etwas auf.

Den emotionalen Höhepunkt bildet die titelgebende Ballade „The End Of Us (feat. Black Veil Brides)“. Deutlich ruhiger als der Rest des Albums, trägt der Song die typische melancholische Schwere von Black Veil Brides. Trotz düsterer Lyrics endet das Album mit einem epischen Finale, das statt Resignation eher Aufbruchsstimmung vermittelt.

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TX2 auf dem Weg zur eigenen Handschrift

Während frühe Veröffentlichungen von TX2 noch stark im Emo-Genre verwurzelt waren, zeigt „End of Us“ eine deutliche Weiterentwicklung. Die Instrumentierung ist komplexer, die Genregrenzen verschwimmen, die Songs lassen sich kaum eindeutig einordnen. Allerdings wirkt das Album stellenweise etwas fragmentiert – die zahlreichen Features sorgen für Abwechslung, lassen den roten Faden jedoch gelegentlich ausfransen.

Foto: TX2 / Offizielles Pressebild

ALBUM
End of Us
Künstler: TX2

Erscheinungsdatum: 13.02.2026
Genre: ,
Label: Hopeless Records
Medium: Streaming, CD, Vinyl

Tracklist:
  1. Feed
  2. Nice Guy
  3. Reject Vampirism (Interlude)
  4. Hostage (They Will Not Erase Us)
  5. The Resistance
  6. 6 Shots Left
  7. The Rain
  8. Singing Along
  9. Lost Souls
  10. Die Alone
  11. Murder Scene
  12. Mad
  13. The End of Us
7.5
FAZIT
TX2 sind noch auf dem Weg, ihren endgültigen Sound zu definieren – doch Fans der Emo- und Metalcore-Szene werden an „End of Us“ definitiv Gefallen finden. TX2 haben ein vielschichtiges, ambitioniertes Debütalbum geschaffen, das sowohl als Konzeptwerk als auch mit starken Einzeltracks überzeugt. Die Texte verbinden bildliche Metaphern mit politischer Botschaft und liefern eine Mischung aus Metalcore, Emo und modernen Alternative-Elementen. Noch wirkt nicht alles vollkommen ausgereift, doch die Richtung stimmt.