Happy Release Day
27/02/2026
Review
Metalcore
Kritik: The Gloom In The Corner - "Royal Discordance"
Metalcore mit angezogener Handbremse.
VON
Markus Seibel
AM 28/02/2026
Artikel teilen:
Mit ihrem neuen Album „Royal Discordance“ melden sich die 2016 gegründeten Australier The Bloom In The Corner eindrucksvoll zurück und setzen ein weiteres Ausrufezeichen in der modernen Metalcore-Landschaft. Seit ihrer Gründung hat sich die Band aus Australien kontinuierlich weiterentwickelt und ihren eigenen Stil geschärft. Veröffentlicht wird das Werk über SharpTone Records, ein Label, das in der Szene längst für Qualität und ambitionierte Produktionen steht. Schon im Vorfeld war die Erwartungshaltung entsprechend hoch, schließlich hat sich das Quartett in den vergangenen Jahren eine treue Hörerschaft erspielt.
„Royal Discordance“ umfasst zwölf Tracks, die stilistisch zwischen Härte und Melodie pendeln. Druckvolle Riffs treffen auf atmosphärische Passagen und eingängige Refrains. Die Produktion wirkt klar und zeitgemäß, ohne die nötige Rauheit zu verlieren. Dabei bleibt die Band ihrem Sound treu, versucht jedoch auch, neue Nuancen einzubauen. Insgesamt entsteht ein Album, das handwerklich auf soliden Beinen steht. Dennoch schleicht sich bereits beim ersten Durchlauf das Gefühl ein, dass hier noch mehr möglich gewesen wäre. Gerade weil die Grundidee so vielversprechend wirkt, wächst die Erwartung an die einzelnen Songs.
Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von YouTube. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
The gloom in the corner liefern starke ansätze mit fehlender feinschliff
Besonders Titel wie „Painkiller Soliloquy“, „Angel’s Wrath Whiskey“ oder „Shadow Rhapsody II“ stechen aus dem Gesamtbild hervor. Sie zeigen, welches Potenzial in der Band steckt und wie gut sie Melodie und Härte miteinander verbinden kann. „Painkiller Soliloquy“ überzeugt mit treibender Energie und einem Refrain, der sich schnell im Ohr festsetzt. „Angel’s Wrath Whiskey“ hingegen setzt stärker auf Atmosphäre und baut eine emotionale Spannung auf, die neugierig macht.
„Shadow Rhapsody II“ bringt eine gewisse Lässigkeit ins Spiel und sorgt für Abwechslung im Albumverlauf. All diese Songs besitzen Charme und Wiedererkennungswert. Dennoch fehlt ihnen das berühmte letzte i-Tüpfelchen, das aus einem guten Track einen herausragenden macht. Oft bleibt man kurz vor dem großen Höhepunkt stehen. Man wartet auf den entscheidenden Moment, der jedoch nicht ganz zündet. So bleiben starke Ansätze zurück, die ihr volles Potenzial nicht vollständig entfalten.
Ein weiterer Kritikpunkt betrifft den Gesang, der über weite Strecken etwas zu eintönig wirkt. Zwar bewegt sich die Stimme sicher zwischen härteren und melodischen Passagen, doch die Variationsbreite bleibt begrenzt. Gerade in einem Genre wie Metalcore lebt ein Album stark von dynamischen Kontrasten im Gesang. Hier hätten mehr Mut zu Experimenten und stärkere emotionale Ausbrüche gutgetan. Einige Refrains klingen dadurch weniger eindringlich, als sie es könnten. Das ist besonders schade, weil die instrumentale Grundlage durchaus Raum für größere vokale Momente bietet. An manchen Stellen wirkt es, als halte sich Sänger Mikey Arthur bewusst zurück. Dadurch verlieren einzelne Songs an Intensität. Die vorhandene Qualität ist spürbar, wird aber nicht vollständig ausgeschöpft. Insgesamt hinterlässt der Gesang einen soliden, jedoch nicht überwältigenden Eindruck.
viel potential, wenig eskalation
Instrumental zeigt sich die Band dagegen sehr versiert. Die Gitarrenarbeit ist präzise und kraftvoll, die Breakdowns sitzen an den richtigen Stellen. Auch das Zusammenspiel von Bass und Schlagzeug sorgt für ein stabiles Fundament. Immer wieder blitzen kreative Ideen auf, die dem Album eine eigene Note verleihen. Atmosphärische Zwischenspiele lockern das Tempo auf und schaffen Spannungsbögen.
Dennoch wiederholen sich manche Strukturen im Verlauf der zwölf Songs. Dadurch entsteht phasenweise ein gewisser Gleichklang, der die Durchschlagskraft mindert. Mehr Mut zu überraschenden Wendungen hätte dem Album gutgetan. Gerade weil die technischen Fähigkeiten vorhanden sind, erwartet man noch mehr Raffinesse im Songwriting. So bleibt der Eindruck einer Band, die ihr Potenzial kennt, es aber noch nicht vollständig ausreizt.
Unterm Strich ist „Royal Discordance“ kein schlechtes Album. Es bietet solide Metalcore-Kost mit mehreren starken Momenten und einer überzeugenden Produktion. Fans der Australier werden hier definitiv auf ihre Kosten kommen. Gleichzeitig bleibt jedoch das Gefühl, dass mehr möglich gewesen wäre. Die Ansätze sind vielversprechend, doch es fehlt das entscheidende Quäntchen Mut und Variation.
Vor allem beim Gesang und bei einigen Songstrukturen hätte man sich mehr Intensität gewünscht. So bewegt sich das Album konstant auf gutem Niveau, ohne echte Ausrufezeichen zu setzen. „Royal Discordance“ ist damit ein Werk, das Potenzial erkennen lässt und neugierig auf die weitere Entwicklung der 2016 gegründeten Band macht. Vielleicht gelingt es ihr beim nächsten Release, die letzten Reserven freizusetzen. Bis dahin bleibt ein Album, das überzeugt, aber nicht vollends begeistert.
Foto: The Gloom In The Corner / Offizielles Pressebild
Royal Discordance
Künstler: The Gloom In The Corner
Erscheinungsdatum: 27.02.2026
Genre: Metalcore
Label: SharpTone Records
Medium: Streaming, CD, Vinyl, etc
- The Problem with Apocalyptic Tyranny
- You Didn’t Like Me Then (You Won’t Like Me Now)
- Painkiller Soliloquy
- Short Range Teleportation (A Guide to Guerrilla Warfare)
- Nope (Hollow Point Elysium)
- Angel’s Wrath Whiskey
- Shadow Rhapsody II
- Assassination Run
- That’s Life (Carry Me Home)
- Army of Darkness
- Love I: A Quaver Through the Pale
- Love II: A Walk Amongst the Poppy Fields
More Reviews
Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von Facebook. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
Mehr InformationenSie müssen den Inhalt von hCaptcha - Formidable laden, um das Formular abzuschicken. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten mit Drittanbietern ausgetauscht werden.
Mehr InformationenSie müssen den Inhalt von reCAPTCHA laden, um das Formular abzuschicken. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten mit Drittanbietern ausgetauscht werden.
Mehr InformationenSie müssen den Inhalt von Turnstile laden, um das Formular abzuschicken. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten mit Drittanbietern ausgetauscht werden.
Mehr InformationenSie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von Instagram. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
Mehr InformationenSie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von X. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
Mehr Informationen
