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09/01/2026
Review
Crossover Rap Rock
Kritik: The Butcher Sisters - „Das Schwarze Album“
Mit Fiebertraum ins neue Jahr!
VON
Saskia Schollenberg
AM 22/01/2026
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Bereits ein ganzes Jahr ist es her, dass The Butcher Sisters unsere Ohren mit „Das Weiße Album“ gesegnet haben. Jetzt zieht es die Jungs auf die dunkle Seite der Macht – „Das Schwarze Album“ erscheint am 23.01.2026 und macht ziemlich schnell klar: hier wird eskaliert.
The Butcher Sisters und ihre lyrischen Meisterwerke
Opener des Albums ist „Piep Piep Piep“, hier trifft nicht nur Hardstyle auf Hardcore, sondern auch modern auf retro. Wer die Zeiten der Jamba-Klingeltöne überlebt hat, den wird die Hook des Songs vielleicht an Sweety das Küken, erinnern – eine der kontroversesten Figuren der Klingelton-Ära. So absurd die Mischung auch klingt, sie funktioniert erschreckend gut. Ein echt starker Opener, der sich gnadenlos im Ohr festsetzt. Etwas heavier geht es mit „Cityroller“ weiter. Ja auch TBS haben jetzt einen Rollersong. Doch viel wichtiger ist die alles entscheidende Frage: Wie viel ist denn nun der Fisch? Spaß beiseite – der Song ist melodisch ein absoluter Hit. Besonders die letzte Minute beweist, dass The Butcher Sisters wissen wie man gute Songs schreibt! Mehr Substanz hätte ihn aber auf das nächste Level gehoben. Damit sind wir auch direkt bei „Scheiss für mich“: wunderbare Vocals treffen auf eingängige Melodien. Musikalisch der perfekte Pop-Punk Track zumindest bis man genauer hinhört. Ein Lied über einen verstopften Hund zu reviewen stand nicht auf meiner Bingokarte für 2026. Leider, oder gerade deshalb, ist es ein massiver Ohrwurm und beweist: nicht jedes gute Lied braucht einen tiefgründigen Text.
More Energy, More Passion
„White Monster“ bringt Energie für den Tag. Nightcore-Hook trifft auf mächtige Gitarren und unantastbare Power. Mit starkem Breakdown und einem Switch-Up, der das Herz höher schlagen lässt kristallisiert sich hier einer der stärksten Tracks des Albums heraus. Und wer dachte, thematisch kann es nicht mehr wilder werden: Schonmal ein Lied über „Detelf D Soost“ gehört? Zusammen mit Callejon widmen TBS der Tanzlegende den fünften Track ihres Albums, der mit Clubbeats und Genrewechseln nur so um sich wirft. Die Genreübergänge passieren nahtlos und der Song lädt zum Spaß haben ein. Es geht von Dancehit zu Saufbanger. „Bierosaufus Ex“ ist nicht nur gesanglich eine absolute Glanzleistung, sondern demonstriert eindrucksvoll das Können der Band. Der Breakdown, der doch sehr sehr verdächtig nach Lorna Shore klingt, macht einfach nur Spaß. In Kombination mit dem epischen Melodie-Buildup danach entsteht der nahezu perfekter Track. Nicht nur eine Saufhymne, sondern ein echtes musikalisches Statement.
Am Rand des Wahnsinns
The Butcher Sisters feat. Hämatom? Klingt komisch, ist aber so. „Ü30“ zeichnet ein herrlich überspitztes Bild des Lebens jenseits der magischen Altersgrenze – besonders ironisch, wenn man bedenkt, dass Hämatom seit 2004 existieren. So unterschiedlich die Stimmen auch sind, entsteht hier eine erstaunlich gute Chemie. „Great Music Band“ nimmt die englischen Künste mancher Deutscher liebevoll aufs Korn und dürfte dem einen oder anderen in der Seele weh tun. Die simple „Lalala“-Hook sorgt dafür, dass der Song auch bei drei Promille garantiert noch sitzt. Und wer sich danach mit einem dicken Kopf krankmeldet könnte gefallen am nächsten Song finden: „Herr Doktor“ befasst sich mit der ernstzunehmenden Thematik Arbeitszeitbetrug und schafft die perfekte Hymne. Mit Bass lastigen Beats und eingängigem Text ist hier ein Ohrwurm garantiert, aber bitte nicht auf der Arbeit mitsingen, auch wenn der Track dazu einlädt! „Lachen“ ist ein absoluter Fiebertraum. Lyrisch ein einziger Comedy Auftritt, der Breakdown wird hier durch eine Trance-Beat angekündigt und die Hook hat den perfekten Mitgröhlcharakter. Von mehrfachem Hören sollte abgesehen werden, da die Lache potentielle Psychosen auslösen kann.
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The Butcher Sisters liefern einen überraschenden Abschluss
Für „Wacken“ haben sich TBS niemand geringeren als die Queen of Metal ins Boot geholt. Zusammen mit Doro verbreiten sie Sehnsucht nach dem nächsten WOA. Kreischende Gitarren, starker Gesang und spürbare Liebe zum Detail machen den Song zu mehr als nur einer Festivalhymne, sondern einem Liebesgeständnis für alles und alle rund um Wacken. Dafür kurz und simpel: Hut ab. Zum Abschluss gibt es nochmal ein absolutes Brett: „Klettergerüst“. Kein EDM, keine dicken Gitarren, sondern ein leidenschaftlicher Countrysong. Ein perfektes Zeugnis, für das wofür The Butcher Sisters steht: Musikalisches Können ohne sich selbst in eine Schublade zu stecken. Ein wunderschöner Abschluss für ein gelungenes Album!
Foto: The Butcher Sisters / Offizielles Pressebild
Das Schwarze Album
Künstler: The Butcher Sisters
Erscheinungsdatum: 23.01.2026
Genre: Hardcore, Rap
Label: Arising Empire
Medium: Streaming, CD, Vinyl, etc
- Piep Piep Piep
- Cityroller
- Scheiss Für Mich
- White Monster
- Detlef D Soost (feat. Callejon)
- Bierosaufus Ex
- Ü30 (feat. Hämatom)
- Great Music Band
- Herr Dokter
- Lachen
- Wacken (feat. Doro Pesch)
- Klettergerüst
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