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Kritik: Pop Evil - "Versatile"

Pop Evil klingen ein bisschen wie aus der Zeit gefallen. Oft wird man durch die Lieder in die rockigen 2000er ...

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Pop Evil klingen ein bisschen wie aus der Zeit gefallen. Oft wird man durch die Lieder in die rockigen 2000er zurückversetzt.

Diesen Eindruck könnt ihr euch am besten beim Song „Inferno“ holen. Dort ist auch die Abwechslung der einzelnen Passagen gut erkennbar. Diese sind der zweite sehr auffällige Touch in der Musik von Pop Evil. Vor allem beim Gitarrensolo haben die Nullerjahre angerufen und wollen ihren Sound zurück.

Stecken Pop Evil in der Zeit fest?

Die Band ist bereits seit über zehn Jahren zusammen unterwegs – was nicht unbedingt in den Liedern heraussticht, da immer wieder beliebige Passagen dominant in den Songs präsentiert werden. So finden sich in „Stronger (The Time Is Now)“ ein monotoner Aufbau, hin zu einem Refrain, bei dem man nochmal nachschauen muss, ob Rea Garvey da wirklich nicht als Feature erwähnt wird. Gerade die Worte „Come on knock me down, knock me down, it only makes me stronger“ klingen wie aus dem irischen Mund.

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Und ein ähnlicher Vergleich folgt gleich im folgenden Song. „Raise Your Flag“ klingt teilweise stark nach „Roar“ von Katy Perry.

Textlich bewegen sie sich zwischen emotionalen Passagen und kraftgebenden Phrasen und kratzen auch an gesellschaftlichen Inhalten, was gerade zum Ende hin in „Same Blood“ untergebracht wird. Viel mehr Worte finden in den Lyrics des Songs aber auch keinen Platz. Wortwiederholungen sind hier echt „overload“, womit es aus den anderen Liedern heraussticht, welche (glücklicherweise) nicht allzu dominant darunter leiden.

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Jedoch bleibt keins der Lieder, trotz Wortwiederholungen und eingängiger Passagen, so wirklich in Erinnerung. Das Album taugt, um es auf einer Autofahrt durchlaufen zu lassen, bei der aber auch jemand auf dem Beifahrersitz sitzt. Zum bewussten Hinhören ist da einfach zu wenig Futter.

Wer auf die Balladen von Five Finger Death Punch, oder den ruhigen Part in Ian Moodys Stimme steht – für den ist Pop Evil sicherlich auch etwas.

Auch gefällt an Versatile der gefällige Rocksound, der nicht aus dem Rahmen fällt und doch nicht jedes Lied gleich klingen lässt. Das Bedürfnis, das Album gleich nochmal zu hören, kommt allerdings auch nicht auf.

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Allein dieses ganze Namedropping zeigt: Es ist von allem etwas und doch nichts so richtig. Übrigens kommen auch Limp Bizkit-Fans noch auf ihre Kosten: „Let The Chaos Reign“ würde beispielsweise einer neuen Bizkit-Platte sichtlich gut zu Gesicht stehen.

Foto: Amber Paredes / Offizielles Pressebild

ALBUM
Versatile
Künstler: Pop Evil

Erscheinungsdatum: 21.05.2021
Genre: , ,
Label: eOne Music
Medium: CD, Vinyl, etc

Tracklist:
  1. Let The Chaos Reign
  2. Set Me Free
  3. Breathe Again
  4. Work
  5. Inferno
  6. Stronger (The Time Is Now)
  7. Raise Your Flag
  8. Human Nature
  9. Survivor
  10. Worst In Me
  11. Same Blood
  12. Fire Inside
Pop Evil Versatile
Pop Evil Versatile
5
FAZIT
"Versatile" ist ein Album, auf das sich sicher viele einigen können, um es nebenbei zu hören. Mehr aber auch nicht. Die vielfältigen Ausprägungen des soliden Rock-Sounds reduzieren die Beliebigkeit, sodass man schon mal reinhören kann. Für eine ausgebuchte Blabla-Car-Fahrt empfehlenswert, sonst hm.
/morecorede
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