Happy Release Day
30/01/2026
Review
Mathcore
Kritik: Our Mirage - Fractured Minds
Eine der aufregendsten deutschen Bands der Szene.
VON
Dana Chojetzki
AM 02/02/2026
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Die deutschen Metalcore-Durchstarter Our Mirage haben sich seit ihrer Gründung 2017 einen festen Platz in der härteren Musikszene erkämpft. Mit emotional aufgeladenen Texten, atmosphärischen Klangwelten und mitreißender Intensität hat das Quartett um Sänger Timo Bonner, E-Gitarrist David Misch, Bassist und Backgroundsänger Manuel Möbs und Schlagzeuger Daniel Maus eine unverwechselbare Nische gefunden. Der Erfolg ist unbestreitbar: Ihr Vorgängeralbum „Eclipse“ (2022) durchbrach die 15-Millionen-Stream-Marke auf Spotify. Nun steht die Band mit „Fractured Minds“ vor ihrer bisher ambitioniertesten Veröffentlichung, die am 30. Januar 2026 erscheint und verspricht, ihren charakteristischen Mix aus Brachialität und emotionaler Tiefe noch zu erweitern.
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Aufbruch, Intensität und neue Facetten
Das Album beginnt mit „Bury Me“– einem Titel, der zwar recht ruhig startet, aber schnell eine intensive Stimmung aufbaut. Der Song präsentiert sich als ein typischer, wenn auch leicht experimenteller Metalcore-Track, in dem die eindringliche Stimme Bonners hervorragend zur Geltung kommt und direkt den klassischen Our Mirage Sound aufgreift.
Die anfängliche Ruhe weicht schnell der titelgemäßen Härte von „Violent Spin“. Hier präsentiert sich das Schlagzeug wie ein Maschinengewehr, das in einem der härtesten Breakdowns des Albums mündet – der Name des Songs hält, was er verspricht.
„Fractured Minds“ kann auch ruhig und gefühlvoll
Im direkten Kontrast dazu steht „Right Now“,der erste geschriebene Song für das neue Album. Er ist ein gefühlvolleres Metalcore-Lied, das überwiegend von Clean-Gesang getragen wird. Mit einem wunderschönen Gitarrensolo baut der zeitlose Track eine angenehme und aufbauende Atmosphäre auf.
Weiter geht es mit „ColdHearted“, der mit einem recht ruhigen Start überrascht. Der Bass erhält eine zentrale Rolle, was dem Track eine experimentellere Note verleiht. Hier wird durch die Aufzählung einzelner Wochentage eine Art Geschichtenerzählung etabliert. Die gut gesetzten Shouts überzeugen bei diesem Song komplett.
Härte und Melodie im Doppelpack
Im Zentrum des Albums stehen die beiden Songs „Fractured“ und „Farewell“, die die Bandbreite ihres Könnens optimal abbilden. „Fractured“ ist ein melodisches Statement, dessen Struktur und Energie es prädestinieren, live eine Wall of Death oder einen Circle-Pit auszulösen. „Farewell“ hingegen verlässt sich zwar auf Altbewährtes und ist ebenfalls typisch Metalcore, besticht aber durch eine einprägende und energetische Hook, die sofort ins Ohr geht. Beide Tracks zeigen die Stärke von Our Mirage, brachialen Sound mit melodischer Zugänglichkeit zu verbinden.
Our Mirage knüpfen Allianzen
Die zweite Albumhälfte überrascht mit einigen spannenden Kollaborationen. „The Chase“, das Feature mit Elwood Stray aus Essen, sticht hervor. Der Song klingt außergewöhnlich, bietet ein spannendes Instrumental und fast schon leichte Hip-Hop-Einflüsse, die ihn zu einem musikalischen Kontrastpunkt auf der Platte machen. Das Feature harmoniert perfekt, zumal beide Bands im Januar 2026 gemeinsam auf Co-Headliner-Tour gehen. Die Nummer hat großes Potenzial für Playlists und lädt zum Kopfnicken ein.
Ein weiteres Highlight ist „Don’t Talk“ mit Christopher Kristensen von Dead by April aus Schweden. Dieses moderne Stück unterstreicht die Relevanz der Band, ein so großes Feature an Land gezogen zu haben. Der warme Clean-Gesang sticht besonders hervor. Der Song mündet in einen coolen Breakdown, der einem Gefühlsausbruch gleichkommt und am Ende von einem leichten Elektroeinfluss abgerundet wird.
Qualität bis zur letzten Minute: Der atmosphärische Abschluss
Das über fünf Minuten lange „God Behind Your Eyes“ bietet zum Ende hin einen erfrischenden Wechsel. Es beginnt ruhig und gefühlvoll, fast wie eine Rockballade, und zeigt das gesangliche Talent Bonners in höchster Qualität. Gut produziert, sanft ausklingend, hätte dieser Song auch ideal auf das Vorgängeralbum „Eclipse“ gepasst.
Den harten Abschluss liefert „Timeloss“, das letzte fertiggestellte Lied des Schreibprozesses, in dem die Band den deutschen Vocalcoach Screamistry featured – mit dem die Band in diesem Jahr bereits beim Vainstream Rockfest aufgetreten ist. Die schnelle, energetische Nummer baut hervorragend Stimmung auf und schließt das Album hart ab.
Foto: Manoj Galle / Offizielles Pressebild
Fractured Minds
Künstler: Our Mirage
Erscheinungsdatum: 30.01.2026
Genre: Melodic Hardcore, Post-Hardcore, Rock
Label: Arising Empire
Medium: Streaming, CD, Vinyl, etc
- Bury Me (feat. Her Last Sight)
- Violent Spin
- Right Now
- ColdHearted
- Fractured
- Farewell
- The Chase (feat. Elwood Stray)
- Don’t Talk (feat. Christopher Kristensen von Dead By April)
- God Behind Your Eyes
- Timeloss (feat. Screamistry)
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