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Death MetalProgressive

Kritik: Black Crown Initiate - "Violent Portraits Of Doomed Escape"

Black Crown Initiate haben sich 2012 in Pennsylvania gegründet und spätestens 2016 mit ihrem Album „Selves We Cannot Forgive“ mächtig ...

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Black Crown Initiate haben sich 2012 in Pennsylvania gegründet und spätestens 2016 mit ihrem Album „Selves We Cannot Forgive“ mächtig auf sich aufmerksam gemacht. Mit ihrem vielseitigen Stil, der zwischen Progressive Death Metal und Tech Death mäandert, bietet die Band nun, vier Jahre nach dem letzten Album, ihre dritte Platte „Violent Portraits Of Doomed Escape“.

Kontraste

Mit „Invitation“ laden Black Crown Initiate direkt zu einem wilden Wechselspiel aus hartem, brachialen Death Metal und ihrer progressiven Seite ein. Diese zweite Seite besteht aus dem ätherischen Cleangesang, der sich wie ein mysteriös verhüllender Schleier um die Instrumentals der Band legt. Sänger Andy Thomas verfügt über einen engelsgleichen Tenor, der im Kontrast mit den tiefgestimmten 8-Saiter Gitarren für einen unfassbar hohen Ambitus sorgt.

Zudem wirkt der Gesang wie ein eigenständiges Instrument, das den sehr speziellen Sound von Black Crown Initiate auszeichnet. Hin und wieder mischen sich djentige Elemente in den Sound von „Violent Portraits Of Doomed Escape“. So zum Beispiel im Introriff zu „Son Of War“, das die Djent-Komponente allerdings nicht durchnudelt, sondern dezent in Szene setzt und dadurch viel reifer wirken lässt, als dies bei anderen Bands der Fall ist.

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Auch in „Years In Frigid Light“ dominiert ein Kontrast aus harten und tiefen Breaks, progressiven Windungen und dem hohen Klargesang. Nach mehrmaligem Hören ist der Chorus jedoch ein wahrer Ohrwurmbohrer, der allzu schnell nicht mehr aus dem Kopf verschwinden mag. Der Break zwischen diesem Refrain und dem einschlagenden Break kommt jedoch etwas unerwartet und wirkt eher aneinandergereiht, als vollends auskomponiert. Auch die häufige Repetition diverser Parts, wie der Chorus von „Years In Frigid Light“, oder auch schon der Refrain von „Invitation“ nimmt teilweise den Wind aus den Segeln und lässt manche Parts auf Dauer weniger zauberhaft wirken, als sie hätten sein können.

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Vergleiche

Es gibt etliche Momente an denen Black Crown Initiate an ältere Werke von Opeth erinnern. So etwa das kurze Akustikgitarren-Intermezzo am Ende von „Invitation“. Auch „Death Comes In Reverse“ und der Anfang von „Holy Silence“ folgen dieser Opeth-esken Art. Letzteres insbesondere aufgrund der Vocals, die zusammen mit dezent eingearbeiteten Synthesizern und dem brachialen Einschlag stark an die Schweden erinnern. Doch auch der mysteriöse Vibe, den die Tonart des Stücks innehält, lässt das klangliche Gesamtbild, wie ältere Werke von Opeth enorm dicht und kalt wirken.

Eine weitere Band mit der man „Violent Portraits Of Doomed Escape“ besten Gewissens vergleichen kann, sind The Faceless. Wenn auch Black Crown Initiate teilweise noch mehr in Sphären des Tech Death agieren, klingen Tracks wie „Son Of War“ insbesondere in ihren cleanen Passagen ähnlich dem was The Faceless auf ihrem „Autotheism“ Album dargeboten haben.

Kritik

Ob man den Track „Bellow“ wirklich gebraucht hätte, ist fraglich. 2 Minuten tibetanischer Kehlkopfgesang, der stark bearbeitet ist und in pures Gegrowle übergeht, wirkt zwar irgendwie sakral, doch der wirkliche Sinn des Ganzen wird nicht zwingend klar. Und auch, ob „Holy Silence” als vorletzter Track richtig gewählt ist, ist fraglich. Es endet in einem melodischen Finale, das mit Tremologitarren einen fulminanten Abschluss bietet und dann leise outfadet. Eigentlich hätte das Ganze hier beendet werden können.

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Black Crown Initiate liefern mit „He Is The Path” jedoch ein Outro hinterher, das erneut eine sakrale Wirkung erzeugt. Es wirkt aber so, als hätte man dieses Outro einfach hintendran geklatscht, während die Spannung schon mit „Holy Silence“ abgefallen ist. Dennoch passt dieser kurze Nachsatz in das Stimmungsbild von „Violent Portraits Of Doomed Escape“ und beendet auf diese Art und Weise (wenn auch etwas unspektakulär) mit sehr sanften Klängen das, was zuvor in aller Härte und Brachialität dargeboten wurde.

Etwas das dem Album fehlt, ist die Emotion. „Trauma Bonds“ gelingt es zwar zumindest ansatzweise etwas auf der Gefühlsebene zu vermitteln. Der Grund dafür ist die sehr melodische Ausführung und der Cleangesang im Refrain des Songs. Doch generell lässt sich sagen, dass dem Sound von „Violent Portraits Of Doomed Escape“ die emotionale Ebene fehlt. Manche Tracks klingen zu steril, was sicherlich aber auch der Produktion und dem Genre geschuldet ist. Auch der Flow zwischen den einzelnen Tracks ist teils nicht vorhanden, weshalb das Gefühl entsteht, dass dieses Album nicht 100% rund ist.

Beitragsfoto im Auftrag für MoreCore.de: Quinten Quist

Black Crown Initiate auf Tour

Derzeit gibt es keine angekündigten Tourdates für Black Crown Initiate. Sollte ein Termin fehlen, würden wir dich bitten, uns eine E-Mail an info@morecore.de zu schicken, damit wir diese hinzufügen können.

ALBUM
Violent Portraits Of Doomed Escape
Künstler: Black Crown Initiate

Erscheinungsdatum: 07.08.2020
Genre: ,
Label: Century Media Records
Medium: CD, Vinyl, etc

Tracklist:
  1. Invitation
  2. Son of War
  3. Trauma Bonds
  4. Years in Frigid Light
  5. Bellow
  6. Death Comes in Reverse
  7. Sun of War
  8. Holy Silence
  9. He Is The Path
Black Crown Initiate Violent Portraits Of Doomed Escape
Black Crown Initiate Violent Portraits Of Doomed Escape
7.5
FAZIT
„Violent Potraits Of Doomed Escape“ ist zu großen Teilen ein absoluter Prog-Death-Knaller. Black Crown Initiate liefern feinsten, aber wirklich allerfeinsten Death Metal, der mit seiner Prog-Metal-Note und Tech Death-Einflüssen so unfassbar abwechslungsreich wird, wie es kaum eine Band seit The Faceless mehr geschafft hat. Dazu kommt der engelsgleiche klare Tenor von Sänger Andy Thomas, der den Sound Black Crown Initiate unverkennbar einzigartig macht.

Starkes Songwriting, fette Riffs, anspruchsvolles Drumming und ein gutes Vocal Pacing sorgen dafür, dass „Violent Portraits Of Doomed Escape“ zu keinem Zeitpunkt langweilig wird. Abzüge gibt es nur in der B-Note, wenig Zusammenhang zwischen einzelnen Parts und Songs und für ein fragwürdiges Interlude, das man sich eventuell hätte sparen können. Dennoch rüttelt dies nichts daran, dass das dritte Album von Black Crown Initiate jedem Fan von modernem Death Metal mit bestem Gewissen ans Herz gelegt werden kann.