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All Time Low - Everyone’s Talking!
ReviewPop-PunkRock

All Time Low

Everyone’s Talking!

Album

VÖ 17. Oktober 2025Basement Noise/Photo Finish Recordsdigital · cd · vinyl
Lisa Kaiser/16. Oktober 2025
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L

Lisa Kaiser


Mit den Zeilen „Will it end happy or tragic? Just sit back and enjoy the show“, eröffnen All Time Low ihr nunmehr zehntes Studioalbum „Everyone’s Talking!“. Eine passende Frage, nachdem das Quartett aus Baltimore in den vergangenen Jahren mit ihren Platten „Tell Me I’m Alive“ (2023) und „Last Young Renegade“ (2017) einige Kritiken einstecken musste, gleichzeitig mit „Wake Up, Sunshine“ im Jahr 2020 für reichlich gute Stimmung in der Pandemie gesorgt hat.

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Von der Pop-Punk-Hymne „Dear Maria Count Me In“, bis zum beatgetriebenen „Monsters“ und dem von Synthesizern angetriebenen „Sleepwalking“ wagten All Time Low in den letzten 20 Jahren minimale Experimente, dabei blieb die Band allerdings größtenteils in ihrer Komfortzone. Über ihr eigenes Label Basement Noise Records veröffentlicht, wollen die Musiker auf „Everyone’s Talking!“ laut Fronter Alex Gaskarth „klanglich als auch textlich Neuland erkunden“. Wie sich das anhört und welches „Ende“ die neue Platte am Freitag, dem 17. Oktober letztendlich einschlägt, erfahrt ihr in dieser Rezension.

All Time Low liefern einen energiegeladener Start

Mit dem Titeltrack „Everyone’s Talking“ liefern All Time Low direkt ein erstes Highlight. In nicht einmal drei Minuten treibt ein peppiger Beat die eher monoton-gesungenen Strophen zu einem catchy Refrain, auf dem sich Gaskarth wundert: „there must be something wrong, ‘cause everyone’s talking, but no one’s talking to me.“ Dabei sorgen prägnante Riffs und schnelle Drums für den Gute-Laune-Effekt, für den die Band bekannt ist. Es wird klar: All Time Low haben ihre Pop-Punk-Wurzeln nicht vergessen, doch der Erfolg des eher poppigen „Sleepwalking“ hallt noch nach. „Everyone’s Talking“ ist eine aufpeppte, energiegeladene Version ihres letzten Sounds: Die Synthesizer wurden nicht weggelegt, das Tempo allerdings angezogen. Besonders positiv sticht der Fokus auf gut produzierte, prägnante Gitarren-Riffs hervor.

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Die beiden Singleauskopplungen „SUCKERPUNCH“ und „Oh No!“ knüpfen nahtlos an den Sound des Titeltracks an. Vor allem die Leadsingle sticht mit einem marschierenden Beat hervor, der zum Ende des Tracks von einer beinah souligen Bridge abgelöst wird. Spätestens ab hier zeigt sich der Einfluss von 80er-Jahre-Rock, bei dem sich All Time Low an dem charakteristischen glockenartigen E-Piano-Sound bedient haben. Der Retro-Einschlag macht deutlich, dass die Truppe tatsächlich von den altbekannten Pop-Punk-Strukturen abweicht. Auf einprägsame Ohrwurmmomente wird trotzdem gesetzt: „Oh No!“ startet mit einem „Oh-Oh“-Chor, der im Verlauf von einem poppigen Chorus abgelöst wird, auf dem Gaskarth erfrischend ehrlich zu den Fans spricht. „But if I’m not broken like I used to be, will you still find me interesting?”, fragt er in der Hook und thematisiert dabei die Schwierigkeit des Textens, wenn man einfach glücklich ist. Einfach geschriebene Zeilen, doch sie sorgen für eine starke Bindung zu den Fans.

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Die neue Richtung: Synths, Nostalgie und Pop-Beats

Den Spitzenreiter im Bereich poppiger Beats markieren „Viva Las Vagus Nerve“ und „Sugar“. Ersterer ist wohl der melodischste Track auf „Everyone’s Talking!“ – sehr eingängig, flache Lyrics, einfaches Schema, dennoch von einem flotten Rhythmus angetrieben. Auch „Sugar“ fängt die 80s-Momente ein und liefert eine starke Rock-Ballade, die von JoJos kräftiger Stimme unterstützt wird. Zur Erinnerung: Die Sängerin landete 2004 mit „Leave (Get Out)“ einen Hit. „Sugar“ klingt am wenigsten nach dem, was wir von All Time Low kennen, und am stärksten nach Mainstream. Es lässt sich aber nicht abstreiten, dass der Chorus vor Power strotzt und mit seinen punktuellen Taktaussetzern auch live Potenzial hat.

Pop-Punk bleibt bestehen

All Time Low haben ein paar Experimente gewagt, gut verblendet und den neuen Sound etabliert, doch ihre Pop-Punk-Wurzeln scheinen trotzdem auf „Everyone’s Talking!“ durch. Nach dem energiegeladenen Einstieg folgt mit „The Weather“ ein weiterer Gute-Laune-Hit, der weniger Retro-Synths, stattdessen eine punkige Gitarre mitbringt. Diese finden wir auch auf dem folgenden „Falling For Strangers“ wieder, das einen noch stärkeren Fokus auf den Pop-Punk-Sound der früheren Jahre legt. Während „The Weather“ mit seiner eingängigen Melodie nach mehrmaligem Hören nicht mehr aus dem Ohr zu kriegen ist, bremst der Track allerdings die aufgebaute Energie. „Falling For Strangers“ dürfte Fans der Single „Butterflies“ gefallen. Schneller, mit klassischem Pop-Punk-Aufbau, eingängigem Refrain und Gitarrenfokus erinnert der Track stark an den Sound von „Wake Up, Sunshine“.

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Während alle drei Nummern stimmig sind, gut produziert und auch hier durch ein prägnantes Gitarren-Riff glänzen, drehen sie das Rad nicht neu. Das Potenzial, ein echter Fan-Liebling zu werden, hat stattdessen „Little Bit!“. Im letzten Drittel markiert der energiegeladene Track das Highlight auf „Everyone’s Talking“. Mit einem eher rauen, sehr punkigen Riff starten All Time Low erfrischend hart in den Song. Die Strophen klingen frech, punkig, von hämmernden Drums angetrieben. Weniger poppig, doch gewohnt melodisch bietet der Refrain auch hier einen Singalong-Moment. Thematisch beschreibt Gaskarth „das ständige Bedürfnis in seinem Leben, immer dem nächsten ‚Hochgefühl‘ hinterherzujagen“ und gibt hier das erste Mal Einblicke in die eigene Psyche.

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Nicht alles auf „Everyone’s Talking“ sticht hervor

Danach ist allerdings die Luft raus, und auch wenn sich der folgende Song „Cigarettes & Sabotage“ stimmig ins Gesamtbild einfügt, bleibt mit seinen vielen „Woahs“ jedoch wenig hängen. „Tread Water“ und „Different Languages“ markieren Balladen mit eingängigen Momenten, die allerdings etwas zu generisch sind.

Insgesamt liefern All Time Low mit „Everyone’s Talking!” eine starke Platte, auf der jeder Song seine Daseinsberechtigung hat. Die melodischen Hooks in beinah jedem Track wirken anfänglich vielleicht etwas „dudelig“, doch mit mehrmaligem Hören könnt ihr den Ohrwürmern nicht entgehen.

Foto: All Time Low / Offizielles Pressebild

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Fazit

7.5/10
· Sehr stark

Fazit: „Everyone’s Talking!“ ist All Time Lows Antwort auf Kritik zum Vorgänger „Tell Me I’m Alive“. Es wird auf starke, melodische Gitarrenriffs gesetzt, die mit E-Piano Chords im 80s-Stil kombiniert werden. Die Platte ist in sich stimmig, kombiniert den poppigen Fokus mit den Pop-Punk-Wurzeln auf eine balancierte Weise, sodass für jeden Fan etwas dabei ist. Highlight markiert allerdings „Little Bit“auf dem All Time Low in alter Marnier punkig glänzen. Große Ausreißer gibt es nicht: Jeder Track ist in drei Minuten durchgelaufen, was für schnelle Abwechslung aber wenig künstlerische Variation sorgt.

All Time Low - Everyone’s Talking!

All Time Low

Everyone’s Talking!

Album

VÖ 17. Oktober 2025

digital · cd · vinyl

Basement Noise/Photo Finish Records

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Foto: All Time Low / Offizielles Pressebild

All Time Low

USASeit 2003

All Time Low ist eine Pop-Punk-Band aus Baltimore, Maryland, die seit ihrer Gründung im Jahr 2003 in Originalbesetzung spielt. Die Band besteht aus Sänger Alex Gaskarth, Gitarrist Jack Barakat, Bassis…

69 Artikel auf MoreCore

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