Ein inzwischen gelöschter Instagram-Post von Sängerin Kali Uchis sorgte in den vergangenen Tagen für Aufsehen. Die 30-Jährige teilte eine Story, in der sie ihre Platzierung auf Rang vier der Billboard Artist 100 feierte. Doch das eigentliche Gesprächsthema war nicht ihr Erfolg, sondern das, was sie verdeckte: Den Spitzenplatz, belegt von Sleep Token, überdeckte Uchis mit einem weißen Herz-Emoji. Der Grund für die Zensur: Sie war fest davon überzeugt, dass Sänger Vessel Blackfacing betreibt… (via The PRP)
Sleep Token: Blackfacing-Vorwürfe von Kali Uchis
Die Entscheidung, Sleep Token in der Story zu verdecken, blieb natürlich nicht unbemerkt. Ein:e Nutzer:in unterstellte ihr zunächst, absichtlich die Konkurrenz zu zensieren: „Stell dir vor, du bist so kleinlich, dass du die Nummer-1-Band auf deiner Story zensierst.“
Die Musikerin reagierte direkt auf den Vorwurf und erklärte: „Um ehrlich zu sein, fühlte ich mich unwohl dabei, ein Foto von jemandem in Blackface zu posten – das war wirklich alles, doll.“
Diese Aussage sorgte für Diskussionen und Kritik – besonders als jemand anderes darauf hinwies, dass sie im selben Screenshot Morgan Wallen unzensiert ließ. Der Country-Star war 2021 in die Schlagzeilen geraten, nachdem er mit einem rassistischen Schimpfwort auf Video aufgenommen worden war.
Eigenen Angaben zufolge kannte Uchis beide Artists nicht: „Ich habe einfach ein Bild gesehen, das mich unwohl fühlen ließ, also habe ich es verdeckt.“
Was genau ist Blackfacing?
Zur Einordnung: Blackfacing ist eine rassistische Praxis, die in den USA durch sogenannte „Minstrel Shows“ im 19. Jahrhundert verbreitet wurde. Weiße Schauspieler malten sich dabei das Gesicht schwarz an, um Stereotype darzustellen und schwarze Menschen bewusst ins Lächerliche zu ziehen. Diese Form der Darstellung gilt heute als eindeutig rassistisch und wird zu Recht scharf kritisiert.
Sleep Token betreiben jedoch kein Blackfacing. Die Band ist bekannt für ihre mystische Bühnenästhetik und Frontmann Vessel tritt dabei stets maskiert auf. Sein Gesicht, Oberkörper und Arme sind tiefschwarz geschminkt – eine optische Anlehnung an Corpse Paint aus dem Black Metal. Diese Art von Körperbemalung dient keineswegs rassistischen Zwecken, sondern ist Teil der anonymen und rituellen Inszenierung, die Teil des künstlerischen Konzepts der Band ist.
Foto: Andy Ford / Offizielles Pressebild