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Siamese: „Dieses Album fokussiert sich auf die Scheiße, die wir uns gegenseitig antun“

Siamese sind auf dem aller besten Wege das nächste Große Ding aus Dänemark zu werden! Mit ihrem neuen Album „Super ...

VON AM 22/05/2019

Siamese sind auf dem aller besten Wege das nächste Große Ding aus Dänemark zu werden! Mit ihrem neuen Album „Super Human“ geht die Band aus Kopenhagen all-in und überzeugt vor allem mit super catchy Rockballaden, fetzigen Metalcore Breaks und souligen R’n’B Einlagen. Mehr dazu findet ihr in unserer Kritik zum aktuellen Album! Unser Redakteur Rodney Fuchs hat mit Gründungsmitglied und Sänger Mirza Radonjica-Bang gesprochen, um mehr über das Album und die Pläne der Band zu erfahren!

MC | Rodney: Ich habe das Gefühl, dass „Super Human“ das Gamechanging Album für euch sein könnte. War das eure Absicht?

Siamese | Mirza: Ich habe gelernt, niemals zuviel zu erwarten. Ich bin einfach glücklich, zufrieden und berührt, dass wir diese Musik machen können. Wir machen wirklich alles selbst und haben unsere Alben in 20-30 Tagen geschrieben. Deshalb bleiben wir am Ball. Ist es eine gute Platte? Klar, und darum geht’s uns. Game Changer oder nicht. Wir sind einfach dankbar!

MC | Rodney: Erzähl mir etwas über den Songwritingprozess des Albums. Gab es Unterschiede zu den vorherigen Platten?

Siamese | Mirza: Auf diesem Album waren wir wirklich Hardcore unterwegs. Wir haben uns im Juli 2018 eine Woche getroffen und im Dezember nochmal eine Woche. Dazwischen waren es vielleicht ein paar zusätzliche Tage. Wir waren dann für 14 Stunden am Tag im Studio und haben nur an diesen Songs geschrieben, um alle Parts zusammen zu bekommen und sie zum Mastern schicken zu können. Unsere ersten drei Alben wurden über mehrere Jahre verteilt geschrieben. Das jetzige war irgendwie „genau hier, genau jetzt“. Ich denke die meisten Tage haben wir Teile für nur jeweils einen Song geschrieben. Das war etwas Neues. Dadurch wurden die Songs spontaner und straffer. Einige würden diese Arbeitsweise hassen, aber wir arbeiten so einfach am effizientesten.

MC | Rodney: Ihr habt bei „B.A.N.A.N.A.S“ ein Sample aus Gwen Stefanis „Hollaback Girl“ eingebaut. Wie kommt man dazu?

Siamese | Mirza: Ursprünglich fing der Song mit Shouts an. Aber als ich nach einer Hook suchte, die zum lyrischen Thema des Songs passte, kam mir dieser Song einfach in den Sinn. Anfangs haben wir Gwen Stefani gesampled, es dann aber später mit 15 Freunden in unserem engen Studio eingesungen, bzw. geschrieen. Das war ein Riesen Spaß!

MC | Rodney: Ich finde „Ocean Bed“ fällt etwas aus dem Kontext und klingt viel trauriger als eure anderen Songs. Habt ihr da Präferenzen was die Stimmung angeht?

Siamese | Mirza: Ich würde sogar sagen, dass sehr viele unserer Songs einen traurigen Unterton haben, aber im Vergleich zu den anderen klingen viele dann doch mehr nach Party. Ich persönlich mag diese Traurigkeit und auch darin zu versinken. Es gibt mir ein authentischeres Gefühl beim Singen. Aber ich mag auch das Up-Beat-Material, das wir haben. Am meisten fühle ich mich aber wie ich selbst, wenn ich eine Geschichte über mich selbst singen kann. Das sind dann die Emo Songs. Haha, 4-ever Emo! Ich könnte mir vorstellen, in Zukunft mehr in diese Richtung zu gehen. Ich hätte auch gerne längere Songs, die mehr atmen können. Aber das ist etwas für die Zukunft!

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MC | Rodney: Ihr habt eine Violine in vielen Songs und Christian spielt gleichzeitig auch Gitarre. Ist das nicht stressig, wenn man live mitten im Song das Instrument wechseln muss?

Siamese | Mirza: Das müsste man Christian fragen, aber er hat die Violine und die Gitarre im selben Kemper Profiler. Das macht es am Ende ziemlich einfach, denn wir lieben die Violine, insbesondere live. Das gibt uns eine gewisse Kante und Christian sticht mit seiner Joker-Violine einfach heraus. Im Studio ist das aber ein großer Kampf, damit es zu den Songs passt. Er bekommt seine Rosen definitiv auf der Bühne und fungiert quasi wie ein zweiter Sänger mit seinen Melodien.

MC | Rodney: Wie kommen die Parts für die Geige zusammen? Schreibt ihr sie im Nachhinein, oder auch schon während des Songwritingprozesses?

Siamese | Mirza: Die Geige ist definitiv ein zusätzliches Element. Wir schreiben die meisten Songs einfach nur auf Akkordbasis. Entweder auf dem Klavier, oder auf der Gitarre. Alles weitere kommt am Schluss dazu. Wir haben aber teilweise zusätzliche Parts für die Violine, wenn wir live spielen. Alles was du auf dem Album hörst, bieten wir live ein bisschen anders dar.

MC | Rodney: Was hat es mit dem Titel eures neuen Albums auf sich? Was macht jemanden „Super Human“?

Siamese | Mirza: „Super Human“ ist eigentlich ein Wortspiel. Es macht dich irgendwie übernatürlich, aber ist eigentlich so gemeint, dass man total normal ist. Verletzlich, unsicher und voller Fehler. Also super menschlich. Und das ist in Ordnung.
Das Album fokussiert sich auf die Scheiße, die wir uns gegenseitig antun. Nicht in einem breiteren Sinn, so wahr das auch sein möge. Ich meine es wirklich in der generellen Mensch-zu-Mensch-Beziehung. Insbesondere Beziehungen, in denen wir alle die brutalsten Kämpfe mit uns haben, sowie unsere geistige Gesundheit, die wohl das größte Problem der jungen Menschen unserer Gesellschaft ist.

MC | Rodney: Es gibt mittlerweile viele Bands die Metalcore mit Pop oder R’n’B und Rock verbinden. Ich denke da an Namen wie Normandie, Volumes oder etwa Issues. Was hebt Siamese davon ab?

Siamese | Mirza: Ich denke, dass wir eine der eher einfacheren Bands sind. Unsere Musik ist nicht so technisch, aber ich glaube, dass unser Songwriting und unsere Originalität uns von den Bands, mit denen man uns vergleichen kann, abgrenzt. Wir benutzen auch sehr viele Samples und adaptieren mehr Elemente der Hip-Hop-Kultur in unsere harten Songs, als andere Bands. Wir trauen uns den Scheiß auszuprobieren für den andere Bands geköpft werden würden. So wie eben das Sample in „B.A.N.A.N.A.S“. Ich denke nicht, dass das bei jedem gut angekommen wäre.

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MC | Rodney: Ihr habt euch auch einen Gast auf euer Album geholt, der klar nach Soul und R’n’B klingt. Nach der Recherche habe ich aber nicht viel gefunden. Wer ist „Olivio“, und wie kommt er auf euer Album?

Siamese | Mirza: Olivio ist ein dänischer Musiker. Um ehrlich zu sein passiert mir das oft, dass ich Sachen schreibe, die für meine Stimme einfach zu smooth und soulig sind. Wir haben echt versucht den Verse so hinzubiegen, dass es passt. Aber am Ende klang ich wie der weißeste Junge auf dem ganzen Planeten. Es hat einfach nicht funktioniert! Olivio war in unserem Studiokomplex und wir kannten ihn, weil Andreas mit ihm an anderen Projekten arbeitet. Er kam also mit seiner seidigen Stimme und hat uns komplett weggehauen! Wir wussten einfach, dass es so gemacht werden musste.

MC | Rodney: Ihr geht dieses Jahr auf eure erste Headliner-Tour in Deutschland und spielt vier Termine in München, Mainz, Berlin und Hamburg. Wie fühlt ihr euch im Hinblick darauf?

Siamese | Mirza: Ängstlich, haha! Wir wissen absolut nicht, was wir erwarten können. Vertrau mir, wenn ich dir danach sage, dass wir alles probiert haben. Meine große Hoffnung ist, dass Deutschland unseren Sound aufschnappt und zu den Shows kommt. Das wäre das größte für uns. Eine Fanbase in einem der besten Länder um auf Tour zu gehen. Wow!

MC | Rodney: Im Herbst geht es dann wieder durch Deutschland mit den Australiern Dead Letter Circus. Wie fühlt sich das im Vergleich an?

Siamese | Mirza: Dead Letter Circus sind wirklich Helden für mich. Ich habe ihre alten Alben sooo oft gehört. Das ist also eine großartige Sache. Die anderen Jungs sind ein bisschen jünger und kennen die Band noch nicht so gut, aber wir freuen uns alle riesig auf diese Shows!

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MC | Rodney: Was wird man bei euch live erwarten können? Ihr habt ja schon drei Alben veröffentlicht, die viele wahrscheinlich kaum auf dem Schirm haben. Spielt ihr auch Tracks von den ersten beiden Platten?

Siamese | Mirza: Nur einen: „A Liar Cried Wolf“. Das war eigentlich eine andere Band, mit anderem Namen: Siamese Fighting Fish. Ich weiß das zu schätzen, aber bin froh, dass wir uns weiterentwickelt haben. Eine kleine Bonus-Info: Ich bin der einzige Member, der noch in der Band ist, seit wir 2011 unser erstes Album veröffentlicht haben. Siamese als Siamese hat seinen ersten Song erst 2015 veröffentlicht.

MC | Rodney: Wie sieht es dann für die Zukunft aus? Habt ihr eine Vorstellung wo es mit Siamese mal hingehen soll?

Siamese | Mirza: Wir wollen unsere Fanbase ausbauen. Nichts überstürzen und nicht übertreiben, sondern cool bleiben und die Bandmember als beste Freunde halten. Ein paar Festivals spielen, sofern wir die Chance haben. Es ist uns sogar egal, welche. Touren, reisen, Leute treffen und diese Erfahrungen, die wir sammeln dürfen, wertschätzen. Wir wollen uns nicht in den negativen Seiten verdrücken, sondern einfach am Ball bleiben mit der Musik. Dieser letzte Punkt ist wahrscheinlich der wichtigste. Ich sehe jetzt, dass ich das als Notiz an mich selbst verfasst habe, haha!

MC | Rodney: Gibt es noch etwas, dass du uns auf den Weg mitgeben willst?

Siamese | Mirza: Wenn du das gerade liest, komm zu einer unserer Shows diesen Sommer! Hör dir die Musik an und sei kein Fremder. Ich freue mich immer neue Leute kennenzulernen. Alles Gute und vielen Dank!

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