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Live bei: Parkway Drive, Killswitch Engage und Thy Art Is Murder in Frankfurt

Es ist soweit: Parkway Drive sind da! Die fünf Australier aus Byron Bay verlassen Down Under und beglücken die Fans ...

VON AM 30/01/2019

Es ist soweit: Parkway Drive sind da! Die fünf Australier aus Byron Bay verlassen Down Under und beglücken die Fans in der nördlichen Hemisphäre, besser gesagt in Europa. Ihre bisher größte Headliner-Tour in hiesigen Gefilden steht auf dem Programm und nachdem sie letztes Jahr bereits einige Festivals unsicher gemacht haben, stehen nun ganze sieben Konzerte in Deutschland an. Wegen der großen Nachfrage wurden die Shows in Köln und München sogar um jeweils einen Zusatztermin ergänzt. Man ahnt also schon – es wird sich wohl lohnen! Mit Live-Interpretation ihrer neuen Songs aus dem neusten Album „Reverence“, ordentlich Verstärkung und (Achtung: Ironie) ein ganz klein wenig Pyrotechnik im Gepäck sind Parkway Drive nun also unterwegs. Wir dürfen euch von ihrem ausverkauften Zwischenstopp in der Frankfurter Jahrhunderthalle berichten.



Beitragsbilder im Auftrag von MoreCore.de: Sarah Soria-Galvarro

Die Location bietet Platz für ca. 4.800 Menschen und gut ein Drittel davon waren bereits für den ersten Support gekommen. Um punkt 19:00 Uhr begannen Thy Art Is Murder mit ihrer Show. Viele Fans haben die Deathcore-Vertreter, die wie Parkway Drive ebenfalls aus Australien kommen, mitgebracht und heizten denen sowie denjenigen, die es noch werden können, in einem 25-minütigen Set ordentlich ein. Wieder-Frontmann CJ McMahon (nach kurzer Abstinenz seit 2017 wieder stimmlicher Leistungsträger der Band) ließ dabei nichts aus, um die Zuschauer zum Mitgehen zu bewegen. Bei „Reign Of Darkness“ z.B. forderte er zur Wall Of Death auf und schlug den Feierwütigen vor, dass sie sich einen gewissen amerikanischen Präsidenten in der Mitte stehend vorstellen sollten. Tja, was soll man sagen… Der wäre wohl platt gewesen.



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Die restlichen Songs gingen an die „Schmetterlinge“ und „Fotzen“ – scheinbar zwei deutsche Wörter, die der Sänger hierzulande aufgreifen konnte – und waren ein gute Mischung aus Songs des aktuellen Albums „Dear Desolation“ und früheren Stücken. „Puppet Master“, „Holy War“ und „Reign Of Darkenss“ rissen die Meute dabei am meisten mit. Wer die Jungs bisher noch nicht kannte und auf Deathcore steht, wird sich nach ihrer Show sicherlich intensiver mit ihnen beschäftigen! Freunde musikalischer Klänge, denen etwas weniger Verwüstung lieber ist, gönnen sich nach dem Set von Thy Art Is Murder erstmal eine Verschnaufpause oder ein neues Getränk.




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„The boys are back in town“ von Thin Lizzy ertönt es nach kurzer Umbaupause in der Jahrhunderthalle und Killswitch Engange stürmen die Bühne. Es scheint, als sei ein Großteil des Publikums allein der Metalcoreband aus den USA wegen gekommen. Vom ersten bis zum letzten Song waren die Zuschauer dabei und ein großer Teil kannte die Songs in- und auswendig. Dabei hatten sich die Musiker um Frontmann Jesse Leach extra ein abwechslungsreiches Set einfallen lassen, um von allen ihren bisherigen Alben etwas präsentieren zu können. Wenngleich seit der Veröffentlichung des letzten Albums „Incarnate“ im Jahr 2016 neues Material der Band auf sich warten lässt (in Arbeit!), gibt es doch genug Altbewährtes aus bis dato sieben Studioalben, was immer noch fetzt. Fetzen – Ja, das tun die fünf Jungs von Killswitch Engange auch nach 20 Jahren Bühnenpräsenz noch. Wie sie in Frankfurt gezeigt haben, beherrschen sie ihr Metier!




Beitragsbilder im Auftrag von MoreCore.de: Sarah Soria-Galvarro

Mit einer gradlinigen Performance, viel Power und Spaß an der Sache überzeugen die Musiker aus Massachusetts das Publikum. Dabei war bis vor kurzem nicht mal klar, ob Sänger Jesse Leach die Tour bestreiten würde, litt der jüngst unter psychischen Problemen. In Frankfurt zumindest ließ der Musiker sich davon nichts anmerken und gab alles. „Strength Of The Mind“ „The End Of Heartache“, „Hate By Design“ und „My Last Serenade“ avancierten im Set zu den mitreißendsten Stücken und feuerten die Stimmung nochmal ordentlich an. Crowdsurfing inklusive. Nebst Lichteffekten verzichtete die Band, wie auch Thy Art Is Murder, auf weiteres Tamtam und schaffte es, allein musikalisch eine abwechslungsreiche und kurzweilige Performance hinzulegen. Man merkt, dass die Fünf Erfahrung haben in dem, was sie tun, und die Aufmerksamkeit dennoch genießen. „In Due Time“ endet der Beitrag von Killswitch Engage und es wurde nochmal schnell etwas frische Luft hinein gelassen, bevor es im nächsten Schritt heiß herging.





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Denn dann war es soweit, der endgültige Abriss sollte beginnen. Pünktlich um 21:00 Uhr ging das Licht im Kuppelsaal der Jahrhunderthalle aus und in atmosphärischem Rot auf der Bühne mit lautem Knall der erste Satz Pyrotechnik hoch. Der eigentliche Knaller kam aber aus der anderen Richtung: Parkway Drive kommen – und zwar von hinten. Von Fackelträgern flankiert bahnte sich die Band ihren Weg mitten durch die Masse. Auf der Bühne angekommen ging es dann los mit „Wishing Wells“ und „Prey“ aus dem neusten Album „Reverence“ und die Fans waren von Anfang an voll am Start. Es sollte eine 90-minütige Eskalation folgen. Insgesamt war im Set viel neuer Stoff der Australier dabei, insbesondere aus dem aktuellen Album sowie dem Vorgänger „Ire“. Von alteingesessenen Fans hat die neue musikalische Richtung, die Parkway Drive eingeschlagen haben, Kritik ernten müssen, doch bedeutet das auch gleichzeitig eine Abwertung? Nein! Im nächsten Schritt nämlich spielte die Band „Carrion“ an und spätestens hier, als das Publikum ihnen die Hymne entgegenschmetterte, merkte man, dass sowohl Freunde der älteren Lieder als auch der neueren Alben bei dieser Show auf ihre Kosten kommen würden.




Beitragsbilder im Auftrag von MoreCore.de: Sarah Soria-Galvarro

Und egal, welchem Parkway Drive-Lager man sich nun zugehörig fühlte, eins hatte das gesamte Publikum gemeinsam: Spaß! Fast durchgängig war der Moshpit am Durchdrehen, während auf der Bühne 2/3 der Songs mit einem Feuerwerk hinterlegt und das restliche Drittel mit einem Lichterspektakel umrahmt wurde. Parkway Drive schaffen es, ihre Show so perfekt zu inszenieren, wie es kaum einer anderen Band aus diesen musikalischen Kreisen gelingt. Vertreter des Mottos „Weniger ist mehr“ sind hier zugegebenermaßen fehl am Platz. Aber selbst, wenn einem das Feuerspektakel auf der Bühne nicht so sehr zusagt, kann man sich die Zeit ja immer noch im Moshpit vertreiben. Am stärksten „gefüllt“ war dieser übrigens bei Songs wie „The Void“, „Karma“ oder „Idols And Anchors“, nicht zuletzt deshalb, weil Frontmann Winston McCall die Meute hier ordentlich anstachelte. Ruhiger ging es bei „Cemetry Bloom“ und „The Colour Of Leaving“ zu, bei denen der Spot auf McCall gerichtet war und auch ausnahmsweise das Feuer mal erlosch. Wer also meint, dass bei all der Show das Musikalische untergeht, wird spätestens hier eines Besseren belehrt.





Beitragsbilder im Auftrag von MoreCore.de: Sarah Soria-Galvarro

Mit „Crushed“ als Zugabe stand dann die gesamte Bühne in Flammen, kam McCall (mittlerweile obenrum entkleidet, ist ja durchaus warm) doch auf die Idee, einen Molotow-Cocktail zu zünden. Kurzzeitig kam selbst der Moshpit zum Stehen und aus dem Staunen kaum raus. Dies hielt aber nicht lang, gab die Band mit den letzten beiden Songs nochmal Vollgas und das Publikum machte mit. Nach insgesamt 17 Songs war Schluss und zurück blieben eine ziemlich warme Jahrhunderthalle, ein kleiner Tinnitus beim Zuschauer und eine (wenn man den Worten der Jungs Glauben schenken darf) begeisterte Band.

Parkway Drive sind eine Live-Band, die man mit eigenen Augen in Aktion gesehen haben muss. Musikalischer Wandel hin und her, bei Shows der Australier bleibt kein Shirt trocken, egal, ob man das ältere oder das neuere Material der Jungs lieber hört. Zusammen mit Thy Art Is Murder und Killswitch Engage reisen die Fünf noch bis Mitte Februar durch Europa. Wer auf gute Metalcore-Musik steht und einen bombastischen Abend erleben will, sollte sich diese Show unbedingt anschauen.



Beitragsbilder im Auftrag von MoreCore.de: Sarah Soria-Galvarro

Offizielle Website der Band

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