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Live bei: Architects, Beartooth und Polaris in Düsseldorf

Leev Fründe, et is ens widder su wick: Ich darf euch von einem feinen Konzert berichten! Wer sich jetzt wundert, ...

VON AM 15/01/2019

Leev Fründe, et is ens widder su wick: Ich darf euch von einem feinen Konzert berichten! Wer sich jetzt wundert, warum ich diesen Live-Bericht auf Kölsch beginne, der soll alsbald aufgeklärt werden, denn am vergangenen Donnerstag durfte ich wegen der Architects mit einer Handvoll Freunden den Weg in die „verbotene Stadt“ auf mich nehmen. An sich nicht allzu schlimm, aber ein bisschen Lokalpatriotismus darf dann auch mal sein. Warum, werdet ihr später noch erfahren! Vor lauter Sorge, man käme zur Stoßzeit mit dem Auto nicht allzu schnell nach Düsseldorf, machten wir uns schon früh los, um dann festzustellen, dass der Weg dann doch schnell geschafft war. Schnell das Auto geparkt, noch ein Bier gezischt, ein paar alte Freunde am Eingang umarmt und schon stehen wir mitten in der Mitsubishi Halle und warten auf Polaris.

Fotos im Auftrag von MoreCore.de: Julia Strücker (Julia_Rocknrolla)
Ein Kaltgetränk später hatten wir uns dann im „Opa-Style“ auf die Tribüne begeben, um den Geschehen mal aus „neuer“ Perspektive zu folgen. Und das lohnte sich sogar, denn der Überblick über die Halle machte Eindruck, auch wenn man natürlich nicht mitten in der Crowd dabei ist. Aber gut, an Leuten vor der Bühne sollte es an dem Abend nicht mangeln. Kurz darauf starteten dann auch die Jungs aus Sydney mit einem Set von gerade mal sechs Songs. Ein bisschen wenig, dafür packten die Australier aber neben dem Ohrwurm „The Remedy“ die Songs „Casualty“,  „Dusk To Day“, „Crooked Path“, „Consume“ und „Lucid“ aus. Allesamt also Songs von der aktuellen Platte „The Mortal Coil“. Aber hey, die Platte gehört ja auch bespielt. Fronter Jamie war dann ab Song Eins auch nicht mehr zu halten und flog quasi das ganze Set lang über die Bühne und bot zudem eine gute Shout-Performance. Basser Jake hingegen musste sich mit seinem Cleangesang erst eingrooven, steigerte sich aber während des Sets. So bleiben am Ende ein paar schiefe Töne, aber sonst eine wirklich gelungene Live-Show. Und: Halleluja, die Leute vor der Bühne hatten ordentlich Spaß. Für den ersten Support ging da schon die Lutzi ab, so als ob ein Headliner auf der Bühne steht. Hut ab vor euch, Freunde!





Fotos im Auftrag von MoreCore.de: Julia Strücker (Julia_Rocknrolla)
Nach der Umbaupause konnte es dann mit Beartooth weitergehen. Nachdem ich der Truppe aus Ohio für ihr Album „Disease“ nette 7/10 Punkte gegeben hatte (hier geht es zur Review), war ich umso mehr gespannt, wie sich die Platte live anhört. Mittlerweile hatte sich die Mitsubishi Halle dann auch etwas mehr gefüllt, von Ausverkauf war der Abend aber weit entfernt. Die Oberränge abgehangen, der Innenraum zu 3/4 gefüllt und die restlichen Rängen ebenfalls nicht voll besetzt. Der Stimmung hätte ein volles Palladium in Köln sicher gut getan. Natürlich hatte aber auch die Düsseldorfer Location ihre Vorteile, die vor allem bei den Architects zum Tragen kam. Beartooth lieferten zuvor aber erstmal eine ordentliche Performance ab. Das Set war mit Songs der vergangenen drei Alben gespickt und zeigte somit die komplette Bandbreite der Band. Neben „Hated“, „The Lines“, „You Never Know“ und „Manipulation“ gab es auch Songs wie „Body Bag“ oder „In Between“ zu hören. Eine ausgewogene Sache also, die Show plätscherte für mich persönlich aber etwas dahin. Caleb Shomo hab ich schon durchaus explosiver und sympathischer auf der Bühne erlebt und von irgendwelchen „Extras“ wie Lichtshow, besonderen Ansagen oder Choreos war nichts zu sehen. Ok, Beartooth sind nicht unbedingt eine Band dafür, aber am Ende darf man kaum einen Vergleich zwischen der Show der Amerikaner und der der Architects ziehen, denn dabei würde die Truppe um Fronter Shomo gnadenlos untergehen. Doch was bleibt? Gerade die neuen Songs im Set haben mich überzeugt, vor allem weil der mehrstimmige Gesang diesmal gut funktionierte. „Thumbs up“ dafür!




Fotos im Auftrag von MoreCore.de: Julia Strücker (Julia_Rocknrolla)
Dann wurde es aber endlich Zeit für die Architects. Und diese brauchten mal wieder nur ein paar Sekunden, um bei mir die erste Gänsehaut auszulösen. Mit „Death Is Not Defeat“ ging es ins Set, dass bis auf die „älteren“ Scheiben der Band, mit sämtlichen Krachern gespickt war. „Modern Misery“, „Nihilist“, „Broken Cross“ und „Holy Hell“ folgten und brachten schon früh den gesamten Innenraum zum Beben. Dazu kam eine ausgefeilte Lichtshow, die sich gewaschen hatte. Sowas hab ich im Core-Bereich wahrlich noch nicht gesehen. Nach den genannten Songs hörte ich bereits neben mir, dass „das schon was viel sei“. Gar nicht verwunderlich, denn gerade wenn man wie wir vom hinteren Oberrang schaute, kam einem die geballte Ladung an Lichtspektakel entgegen. Weiter ging es mit „Royal Baggers“, „Gravedigger“, „Mortal After All“ und „Downfall“. Während Basser Alex neben Schlagzeuger Dan auf einem erhöhten Podest im Hintergrund sein Bestes gab, durfte der Rest der Briten sich in der Front beweisen. Und das taten sie!

Ordentlich Bewegung, explosive Moves und eine wirklich perfekte Stimme von Sänger Sam Carter. Ok, auf das Ganze waren ordentlich Effekte geklatscht, aber das sollte keinen stören. Trotz alledem eine herausragende Performance des Fronters. Nach „Naysayer“, „These Colours Don’t Run“, „A Match Made in Heaven“ und „Hereafter“ wurde das Publikum mit „A Wasted Hymn“ und einer gekürzten Version von „Memento Mori“ verabschiedet. Letzere halfen einem dann dabei, sich mal etwas von dem unfassbaren Lichtergewitter zu erholen. Wobei wir übrigens bei dem Vorteil der Mitsubishi Halle wären, denn im Palladium wäre diese Lightshow mit Sicherheit etwas verschluckt worden. Am Ende wurden wir dann mit „Gone With The Wind“, einer mal wieder super emotionalen Rede von Sänger Sam und „Doomsday“ als Finale verabschiedet. Auch wenn irgendein Idiot versuchte, Sams Rede mit lauten Zwischenrufen zu stören, ließ es sich dieser nicht nehmen, in mehreren Minuten seinen Bandmitgliedern in wahrlich emotionalen Worten für alles zu danken, was eben eine Band wie Architects so ausmacht. Dabei konnte der eine oder andere auch mal schlucken und ein Tränchen vergießen. Einfach echt und authentisch, das Ganze. Am Ende bleibt ein unvergesslicher Abend, der noch lange in Erinnerung bleibt. Danke dafür!





Fotos im Auftrag von MoreCore.de: Julia Strücker (Julia_Rocknrolla)
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