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Kritik an ICE wächst: Künstler beziehen klar Stellung
Unter anderem Statements und Aktionen von Thrice, Converge, letlive., Reflections und Chris Motionless.
VON
Vanessa Wobb
AM 27/01/2026
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Der zweite tödliche Schusswaffeneinsatz von ICE-Beamten in Minnesota hat erneut scharfe Kritik am Vorgehen der US-Einwanderungsbehörde ausgelöst. Auch zahlreiche Musiker positionieren sich öffentlich gegen ICE und die gewaltsamen Methoden der Behörde.
Künstler beziehen klar Stellung gegen ICE
So brachte Aaron Turner (Sumac, etc.) am Wochenende ein „No ICE“-Shirt auf den Markt, dessen Erlös bedürftigen Familien in Minneapolis zugutekommt. „Der Erlös aus dem Verkauf dieser Shirts geht an „Support Phillips Families in Urgent Need“ – eine Spendenaktion aus Minnesota, die Familien in Notlagen mit Mietzuschüssen, Lebensmitteln, medizinischer Versorgung und vielem mehr unterstützt“, heißt es auf der Shop-Seite.
Unterstützung erhielt die Aktion unter anderem von Converge, die sich öffentlich solidarisch mit den betroffenen Gemeinden erklärten und Gewalt gegen Nachbarschaften und Communities verurteilten. Sie hatten auf das T-Shirt mit den folgenden Worten aufmerksam gemacht:
„Wir sind Converge und stehen an der Seite der Menschen in Minnesota. Wir verurteilen Gewalt gegen unsere Nachbarn und Gemeinden. Unser guter Freund @aaronbturner hat dieses Kunstwerk geschaffen.“
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Thrice und letlive.: Deutliche Worte gegen staatliche Gewalt
Thrice meldeten sich mit einer ausführlichen Erklärung zu Wort. Darin betont die Post-Hardcore-Band, ihre Haltung sei sozial und humanitär motiviert, nicht parteipolitisch. Zugleich sprechen sie den Demonstrierenden in Minneapolis ihre Solidarität aus, trauern um die Opfer staatlicher Gewalt und formulieren unmissverständlich ihre Ablehnung gegenüber ICE:
„Wir zollen den Patrioten auf den Straßen von Minneapolis, die ihr Recht auf freie Meinungsäußerung ausüben, um ihre Nachbarn zu unterstützen und sich einem zunehmend autoritären Regime entgegenzustellen, unseren Respekt und unsere Solidarität. Wir trauern um diejenigen, die durch staatliche Gewalt ihr Leben verloren haben. ICE raus!“
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Ebenfalls deutlich positionierte sich die Post-Hardcore-Band Letlive. um Jason Aalon Butler (Fever 333). In ihrem Statement verurteilt die Band die tödlichen Einsätze von ICE-Agenten in Minneapolis sowie das System, das diese ermögliche. Widerstand, so Letlive., dürfe nicht symbolisch bleiben, sondern müsse aktiv und bewusst erfolgen.
„Wir verurteilen die Morde, die von ICE-Agenten in Minneapolis begangen wurden, und das System, das dies ermöglicht. Eine Ablehnung der Behörde selbst – ihrer Methoden, ihrer Präsenz und des verheerenden Schadens, den sie weiterhin Gemeinschaften in diesem Land zufügt. Eine Nation mit einer so ausgeprägten multikulturellen Vielfalt muss klar entscheiden, wo sie steht. Wir ermutigen unsere Freunde hier, sich für einen Akt des Widerstands zu entscheiden.“
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Konsequenzen auch innerhalb von Bands
Darüber hinaus kam es auch innerhalb von Bands zu Konsequenzen. Bei Reflections verließen zwei Mitglieder die Gruppe aus Protest gegen die angebliche Unterstützung von ICE durch ein Bandmitglied. Der ehemaligen Bassist der Progressive-Metalcore-Band, Francis Xayana, schrieb auf seinen Socials:
„Jake verteidigt die Einwanderungsbehörde ICE, und mit so jemandem will ich nichts zu tun haben. Mir ist scheißegal, was wir durchgemacht haben. Ich kann niemandem vertrauen, der das für nötig hält. Und ehrlich gesagt, fick dich, wenn du diesen ICE-Mist unterstützt. Du bist eine verdammte Schlampe. Anstatt dich von deinen Gefühlen leiten zu lassen, hättet ihr die ganze Zeit auf die Stimmen der Schwarzen hören sollen. Wenn jetzt ein Weißer auf dieselbe Weise getötet wird, wie er es seit Jahrhunderten erlebt hat, sind wir am Ende angelangt. Es gibt kein Zurück mehr. Das ist der Anfang vom Ende, wenn die Leute weiterhin wegschauen. Er wird jeden töten, der sich ihm widersetzt.“
Gitarrist Patrick „Patty“ Somoulay verließ die Band ebenfalls und erklärte in den sozialen Medien:
„Ich bin nicht länger Teil von Reflections. In letzter Zeit ist viel in meinem Leben passiert, und es fühlt sich einfach nicht richtig an, das alleine weiterzuführen. Und außerdem: Scheiß auf ICE! Das ist nicht das Land, in das meine Familie ihr Leben riskieren wollte.“
Zudem äußerte sich Chris Motionless (Motionless In White) in sozialen Netzwerken kritisch und griff in einem öffentlichen Austausch einen konservativen Influencer an.
Always some fucking loser with “Christian” in their bio out here denouncing “love thy neighbor” when the neighbor isn’t the neighbor that fits their agenda or personal narrative.
— Chris Motionless (@ChrisMotionless) January 26, 2026
Hintergrund: Eskalation der ICE-Einsätze in Minnesota
Auslöser der aktuellen Reaktionen ist ein zweiter tödlicher Schusswaffeneinsatz von ICE-Beamten innerhalb weniger Wochen in Minnesota. Die Vorfälle ereigneten sich im Zusammenhang mit groß angelegten Einsätzen der US-Einwanderungs- und Zollbehörde, die unter der Trump-Regierung verstärkt Razzien gegen Einwanderer durchführt. Insbesondere in Minneapolis stoßen diese Maßnahmen seit Monaten auf Widerstand aus der Zivilgesellschaft.
Foto: Atiba Jefferson / Offizielles Pressebild
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