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Jinjer: Tatiana Shmayluk kritisiert das Label „female-fronted Band“

Die Sängerin hat genug von Schubladendenken.

VON AM 13/01/2026

Jinjer-Frontfrau Tatiana Shmayluk hat sich kritisch zur immer noch gängigen Bezeichnung „female-fronted Band“ geäußert. Der Sängerin geht es dabei vor allem darum, dass ihre Band und ihre Leistung regelmäßig auf ihr Geschlecht reduziert und automatisch mit anderen Frauen der Szene verglichen wird – selbst wenn es musikalisch keinerlei Überschneidungen gebe.

Tatiana Shmayluk über Vergleiche mit anderen Sängerinnen

Derartige Vergleiche hat Shmayluk mehr als satt. Sie seien beleidigend und machten sie wütend, erzählt sie im Interview mit dem britischen Metal Hammer.

Besonders deutlich wird Shmayluk, wenn es um musikalische Einflüsse geht. Zu Beginn ihrer Karriere habe sie versucht, sich stimmlich an Randy Blythe von Lamb Of God zu orientieren. Verglichen werde sie bis heute aber fast ausschließlich mit anderen Sängerinnen – unabhängig davon, ob sie diese je als Vorbilder gesehen habe oder nicht.

Dabei handele es sich laut Shmayluk nicht einmal um Künstlerinnen, die sie für besonders talentiert hält. Shmayluk erklärt: „Manche Leute können einfach nicht singen, sie treffen die Töne nicht! Dann höre ich immer wieder: ,Oh, sie ist besser als du. Sie macht es besser als du. Sie hat diese Persönlichkeit…‘ Oh Gott! Lasst mich in Ruhe! Sowas regt mich total auf.“

Jinjer und der Umgang mit Sexismus in der Metal-Szene

Es ist nicht das erste Mal, dass Shmayluk über Sexismus im Metal spricht. Schon 2022 äußerte sich die Sängerin überrascht darüber, dass so viele Menschen immer noch „beeindruckt“ zu sein scheinen, wenn sie sehen, dass eine Frau screamen kann.

„Als ich ein 18-jähriges Mädchen ohne Internet war, wusste ich, dass es eine Band namens Holy Moses [deutsche Thrash-Metal] gab, deren Sängerin verrückte Sachen machte“, sagte sie. „Vielleicht beeindrucken wir die jüngere Generation, aber die ältere Generation wusste das schon. Manchmal ärgert mich das, aber dann sage ich mir: ‚Okay, ich habe auch erst mit 35 Jahren zum ersten Mal einen Kolibri gesehen.‘ Es ist immer der richtige Zeitpunkt, um neue Dinge zu entdecken.“

Foto im Auftrag von MoreCore.de: Faye Strässle (acalltothedreamers)

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