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Comastatic im Interview: Die Newcomer aus Österreich starten gerade richtig durch

2025 war ein Jahr voller Erfolge.

VON AM 04/02/2026

Wer von Comastatic noch nichts gehört hat, sollte das schnell nachholen. Mit ihrem vielseitigen Sound gehört die zweiköpfige Band aus Zürich zu den interessantesten Newcomern der letzten Zeit. Wir haben mit Sänger Mattia di Paolo und Gitarrist Jules Loungo im MoreCore-Interview über ihre Ambitionen, ihre Musik und ihren Werdegang gesprochen.

Jules und Mattia sind keineswegs Neulinge in der Musikszene. Bereits vor Comastatic haben beide zusammen in einer anderen Band gespielt. Mit dieser sind sie sogar nach Los Angeles gegangen, wo sich die Band jedoch „gesplittet“ hat, erzählt Mattia. Für die beiden war dies jedoch nicht das Ende ihrer Musikkarriere. Stattdessen öffnete sich hier ein neues Kapitel und sie fingen noch einmal ganz von vorne an – mit einer neuen Vision, einem neuen Team, einem neuen Produzenten und neuen Songs ging es für sie in eine komplett andere Richtung.

Der Bandname kam dabei eher spontan zustande, erinnert sich Jules. Nachdem sie einen Abend lang erfolglos versucht haben, Inspiration zu finden und sich dabei sogar YouTube-Videos mit zufälligen Wörtern wie „Gabel“ und „Auto“ angeschaut haben, kam am nächsten Tag ihr Produzent in einer Bar auf den Namen Comastatic – und der hat sich für beide einfach direkt richtig angefühlt.

Geballte Power zu zweit

Etwas, das an Comastatic besonders ist: Sie sind tatsächlich nur zu zweit. Wir wollten mehr darüber wissen: Ist das eine bewusste Entscheidung oder haben sie bis jetzt einfach noch keine weiteren passenden Mitglieder gefunden? Und wie stellen sie den sehr facettenreichen Sound her, mit dem sie immer mehr Leute überzeugen können?

„Es ist definitiv eine bewusst, dass wir nur zu zweit sind“, so Jules. „Es ist so viel einfacher. Die Entscheidungen zwischen uns beiden sind nur eine Message away.“

Das Aufnehmen von Musik wird dadurch ihrer Meinung nach nicht schwieriger, sondern sogar leichter, da Ideen und Entscheidungen nur zwischen ihnen und ihrem Produzenten fallen. Er ergänzt: „Zu dritt haben wir gemerkt, dass es einfach extrem gut funktioniert.“

Nur live benötigen sie ein wenig Unterstützung. Momentan ist der australische Schlagzeuger Henry Beard mit ihnen auf Tour – in ihren Worten der beste Drummer, der sie gerade unterstützen könnte.

Aber nicht nur die Zusammensetzung macht Comastatic außergewöhnlich, sondern auch die Art und Weise, wie sie an ihre Musik herangehen. An Labels, Genres oder Kategorien halten sich die Züricher nicht wirklich. Hört man sich durch ihre Diskografie, ist kein Song wie der andere. Und gerade die letzten November erschienene Single „SWAY(ED)“, auf der sie Unterstützung von Ryan Oakes bekommen, fällt klanglich nochmal komplett aus dem Katalog, den sie uns bis jetzt präsentiert haben. So kombiniert auch dieser Track Elemente aus den verschiedensten Genres.

„Ich kann es nicht beschreiben, wo es jetzt genau hinfallen würde. Und das ist halt bei vielen Songs von uns so“, sagt Jules.

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Grundsätzlich stehen die beiden Labels und Genres nicht ablehnend gegenüber, möchten sich jedoch die Freiheit bewahren, jederzeit die Musik zu machen, die ihnen gerade vorschwebt. Ihre größten musikalischen Einflüsse sind dabei Bands wie Chase Atlantic, Bring Me The Horizon, Architects oder Linkin Park. Vor allem also Artists, die sich trauen, immer wieder aus ihrem eigenen Stil herauszubrechen.

Über den Mut, sich immer wieder neu zu erfinden

Während die genannten Bands oft von Album zu Album ihren Sound revolutionieren, passiert das bei Comastatic jedoch fast schon von Song zu Song. Künstlerische Freiheit schön und gut. Aber sehen die beiden nicht auch Risiken oder Schwierigkeiten, so an die Sache heranzugehen? Mattia zufolge definitiv. Insbesondere beim Song „SWAY(ED)“ hatten die beiden ein wenig Angst davor, ihn zu veröffentlichen.

„Wir waren sehr froh, weil das einer unserer Lieblings-Tracks ist, den wir bisher geschrieben haben. Aber gleichzeitig war es auch sehr, sehr beängstigend, so etwas zu releasen, weil es eben so anders ist und nicht ‚schubladisiert‘ werden kann. Zum Beispiel auch auf Spotify könnten wir ihn nicht in eine Playlist tun, weil er so anders ist. Aber er gefällt den Leuten. Und auch live kommt er gut an, denke ich.“

Eine andere Sache, an die Jules und Mattia sich immer mehr herantrauen, ist das verarbeiten ihrer eigenen Emotionen in der Musik. Während manche Songs lyrisch eher universell sind, sind andere deutlich persönlicher.

„Manchmal ist es so, als wenn du beim Therapeuten wärst und das innere Kind für alle zugänglich ist. Jeder kann sich eine Meinung über dich bilden. Das ist schon beängstigend. Aber ich denke, ein bisschen Mut ist wichtig, den Leuten zu zeigen, dass es gut ist, über Sachen zu sprechen“, erzählt Mattia.

Der Mut, diese Stücke an die Öffentlichkeit zu bringen, lohnt sich auf jeden Fall. So erzählt Jules über die Live-Reaktionen des bis dato unveröffentlichten Track „Halo“:

„Jedes Mal, wenn wir den spielen und das Feedback von der Crowd bekommen, ist es unglaublich.“ Und Mattia ergänzt: „Ich glaube, man merkt, bei welchen Songs es wirklich um etwas Persönliches geht. Und ich denke auch, wir performen ein bisschen anders. Ein ganz, ganz bisschen anders, aber so, dass es wirklich rüberkommt.“

Vor allem geht es beiden darum, zu 100% sie selbst zu sein. Ihren momentan Punkt in ihrer musikalischen Reise beschreibt Mattia als eine Suche – fast schon ein Abenteuer. Mit „SWAY(ED)“ könnte diese Phase aber ein Ende haben, findet Jules: „Ich glaube da ist der Trichter gelandet.“

Um ihren eigenen persönlichen Stil zu finden, ist es ihnen wichtig, immer wieder mit anderen Artists zu arbeiten.

„Wenn du die ganze Zeit nur mit den gleichen Leuten arbeitest, wirst du nicht besser. Die Einflüsse von den anderen Artists sind so inspirierend und wir lernen jedes Mal dazu, um eine neue Richtung einzuschlagen. Ich denke, du wirst nur besser, wenn du mit allen zusammenarbeitest“, findet Mattia.

„Unseren schönsten Moment hatten wir bisher auf Tour“

Im Fokus steht aber derzeit vor allem eines: noch mehr live unterwegs zu sein. 2025 waren sie schon mit Nevertel, Redhook und Melrose Avenue auf Tour.

Dabei gehen sie sehr diszipliniert und professionell an die Sache heran. Auf den letzten Touren haben sie – in Jules‘ Worten – gemerkt, wie sehr man auf sich selbst schauen muss. Statt Rockstar-Lifestyle und Partynächten steht ihre eigene Fitness an oberster Stelle. „Mittlerweile ist es sehr langweilig, eigentlich. Wir haben Vitamine, wir haben Halsschmerzen, Remedies, wir haben alles mögliche dabei, damit wir gesund bleiben.“

Auch wenn sie lange Fahrten von teilweise zwölf Stunden haben, versuchen sie beispielsweise immer noch ein Workout in den stressigen Tour-Alltag zu quetschen. Aber: Der Aufwand zahlt sich aus, denn einen ihrer bisher schönsten Momente hatten sie auf der Europa-Tour mit Melrose Avenue vergangenen November.

„Ich glaube, London war für uns wirklich so der Whoah-Moment, als wir da rausgekommen sind und all die Leute gesehen haben – und dann haben sie auch noch unsere Songs mitgesungen!“

Dass Leute ihre Musik kennen und feiern, ist etwas ganz Besonderes, schwärmt Mattia – ebenso wie nach den Shows mit ihren Fans zu sprechen, eine Connection aufzubauen und zu sehen, dass ihre Musik verbindet. Eine weitere Sache, auf die sie natürlich jedes Mal aufs Neue stolz sind, ist, wenn ihre Songs in Editorials und Spotify-Playlists landen. Und das ist in letzter Zeit ganz schön häufig der Fall. Verdient, wie wir finden!

Auf neue Musik dürfen wir uns auch in naher Zukunft freuen, so viel verraten die beiden. Auf die Frage, ob wir bald eine EP oder ein Album erwarten können, antwortet Mattia mit „maybe“. Bis jetzt haben Comastatic nämlich – wenn auch sehr regelmäßig – nur einzelne Tracks veröffentlicht.

Ob Single, EP oder Album: Wir sind gespannt, womit uns die Zürcher Newcomer künftig überraschen werden. Im März und April sind sie jedenfalls gemeinsam mit Ryan Oakes in Europa unterwegs und machen auch in Deutschland Halt – und wir werden auf jeden Fall am Start sein.

Foto: Comastatic / Offizielles Pressebild

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