
Die Band der Stunde in intimer Atmosphäre.
Am Montag wussten die Besucher*innen der Sleep Token-Show im Kölner Carlswerk Victoria wohl noch nicht, dass die Band nur zwei Tage später für Dezember ein Konzert im Palladium – nur wenige hundert Meter entfernt – ankündigen würden. Wenn man sich bewusst macht, auf welcher Welle des Erfolgs die Band seit einiger Zeit reitet, ist das aber nur folgerichtig und wenig überraschend.
Es besteht wohl kein Zweifel, dass Sleep Token auch das Palladium ausverkaufen werden. Diese Entwicklung machte aber das Konzert im Carlswerk Victoria zu einer ganz besonderen Veranstaltung. Kaum vorstellbar, dass die Show ursprünglich in der noch kleineren Essigfabrik stattfinden sollte. Und so muss man keine hellseherischen Fähigkeiten haben, um zu erahnen, dass es Sleep Token in Zukunft nur noch in deutlich größeren Venues zu sehen geben wird.
Der perfekte Ort für ein Konzert im Sommer
Für einen immer noch sehr warmen Sommerabend ist das Carlswerk Victoria eine sehr angenehmer Aufenthaltsort. Wer nicht unbedingt Wert auf einen Platz weit vorne legt, kann sich die Zeit bis zum Konzertbeginn draußen vor der Halle vertreiben und schon fast in Biergarten -Stimmung kommen. Eine Vorband haben Sleep Token übrigens nicht mitgebracht, was die Fans letztlich nicht sonderlich stört. Schließlich ist es in der Halle selbst dann doch ziemlich stickig. Wobei auch hier ein Lob in Richtung Carlswerk Victoria gehen muss.
Dafür, dass das Konzert restlos ausverkauft ist, ist vor allem im hinteren Bereich der Halle noch ausreichend Platz. Wer also generell oder aufgrund der Temperaturen nicht ganz nach vorne will, kann es sich weiter hinten bequem machen. Sicht und Sound ist auch dort noch mehr als akzeptabel.
Fotos: Adamross Williams (adamrossi)
Sleep Token starten stark
Eigentlich soll es um 20 Uhr los gehen, doch die Band scheint nicht ganz im Zeitplan zu sein. Nachdem noch eifrig aufgebaut und alles überprüft worden ist, kann es dann aber um 20.30 Uhr endlich losgehen. Erwartungsgemäß startet die Band mit „Chokehold“, dem Opener der im Mai erschienenen Platte „Take Me Back To Eden“. Das neue Album steht auch im weiteren Verlauf des Konzerts zur Freude der Fans im Mittelpunkt des Sets. Wenn ihr noch einmal nachlesen wollt, wie wir das Album bewertet haben, könnt ihr das übrigens hier tun.
Nach „Chokehold“ geht es mit „The Summoning“ auch direkt mit dem nächsten Highlight weiter. Öfter als dieser Song – nahezu 42 Millionen mal – wurde kein Sleep Token-Song bisher bei Spotify gespielt. Wie viele dieser 42 Millionen Plays auf das Konto der in Köln Anwesenden geht, ist natürlich nicht bekannt.
Wenn man sich umschaut und sieht, wie textsicher viele Fans sind, dürfte der Anteil aber nicht unerheblich sein. In Sachen Sound wird bei den ersten Songs hier und da noch etwas korrigiert. Doch nach wenigen Minuten trägt auch der Sound seinen Anteil zu einem überaus gelungenen Konzertabend bei.
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Die ganze große Interaktion gibt es bei Sleep Token bekanntermaßen auf der Bühne nicht. Keine Ansagen und auch sonst lässt die Band vor allem die Musik für sich sprechen. Das Bühnenbild ist gelungen, aber eben auch eher puristisch gehalten. In einer verhältnismäßig kleinen Location gibt das ein stimmungsvolles und gelungenes Gesamtbild ab. Aber tatsächlich darf man gespannt sein, was sich die Band für deutliche größere Bühnen wie die des Palladiums ausdenken wird.
Eine Setlist voller Highlights
Die Setlist legt den Schwerpunkt an diesem Abend – wie schon erwähnt – vor allem auf das neue Album, berücksichtigt aber davon abgesehen die gesamte Historie und Diskographie des 2016 gegründeten Kollektivs. Mit „Nazareth“ befindet sich so auch ein Song der 2017 erschienenen EP „Two“ mitten im Set. Gibt es Songs, bei denen die Fans besonders frenetisch jubeln?
Schwer zu sagen, denn ebenso vielseitig wie die Band und deren Sound ist offensichtlich auch das Publikum. Während es bei anderen Konzerten oft einen ganz bestimmten Fantypus gibt, ist der klassische Sleep Token-Fan nur schwer zu erkennen. Aber vielleicht ist gerade das auch ein Grund fürt den Erfolg der Band. Auffällig ist aber, dass viele Fans dem Geschehen auf der Bühne aufmerksam lauschen.
Wenig Gerede und Geschreie, wenig Gerenne zu den Bierständen. Die Musik steht eben auch bei den Fans im Mittelpunkt. Sympathisch und sicher ein weiterer Baustein des Erfolgs. Wer Sleep Token an diesem Abend erlebt hat, weiß, warum es im Dezember einige Straßenzüge weiter ins Palladium geht.
Fotos: Adamross Williams (adamrossi)
Konzertinfo

Sleep Token
Sleep Token ist eine britische Band, die 2016 gegründet wurde und sich durch eine außergewöhnliche Mischung verschiedenster Musikgenres sowie ihre geheimnisvolle, anonyme Präsentation einen Namen gema…
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