
Julia, genannt "Strückerli", gewann 2015 unser Meet And Greet mit Beartooth. Nur ca. ein halbes Jahr später wurde sie bereits fester Bestandteil des MoreCore Teams und fungiert seitdem als Fotografin mit eindrucksvollem Talent. Julia packt an wo Not am Mann ist und führt auch gern mal die Kamera bei Interviews oder verschiebt Pixel und Pfade, um uns mit diversen Grafiken zu versorgen. Sie hat immer ein Lachen und ist ein Garant für gute Laune und allerhand Dad Jokes. Wenn sie nicht gerade in irgendeinem Bühnengraben herumflitzt, hosten sie und ihr Freund Jan in ihrer gemeinsamen Wohnung Bands aus der ganzen Welt, die gerade auf Tour sind und einen Schlafplatz benötigen. Auch abseits der Musik arbeitet Julia selbstständig als Fotografin und Grafikerin und verbringt möglichst viel Zeit mit ihren Freunden.
Die Sonne lachte - am Himmel und in den Herzen der Fans.
Trotz brütender 35 Grad und flirrendem Asphalt blieb die Vorfreude ungebremst: Die Merkur Spielarena in Düsseldorf war bis auf den letzten Platz ausverkauft. 45.000 Fans waren gekommen, um eine der meist erwarteten Shows des Jahres zu erleben – Linkin Park waren zu Gast!
Da fehlt doch wer, oder?
Eigentlich hätte JPGMAFIA den Abend eröffnen sollen. Die Bühne stand bereits bereit, Licht und Sound waren gecheckt – doch plötzlich wurde alles wieder abgebaut. Ohne Vorwarnung, ohne Statement. Bis zur Fertigstellung dieses Berichtes ist unklar, warum er nicht aufgetreten ist.
So starteten gegen 19:30 Uhr Architects direkt als erster Act des Abends. Die Briten nutzten die Gelegenheit und lieferten ein wuchtiges Set ab, das mit Songs wie „Doomsday“ (wie immer dem verstorbenen Gitarristen Tom Searle gewidmet), „When We Were Young“ und „Seeing Red“ die Hitze kurz vergessen ließ. Besonders bei „Animals“ brodelte der Innenraum, das Publikum ging sofort mit – Circle Pits natürlich inklusive. Architects bewiesen einmal mehr, dass sie nicht nur auf Metalcore-Festivals, sondern auch in riesigen Arenen bestens funktionieren.
Linkin Park lieben Countdowns
Gegen 20:50 Uhr begann dann der finale Countdown (why you always doin‘ this to us?). Zehn Minuten vor Showbeginn flimmerten auf allen Leinwänden riesige Zahlen herunter, die die Spannung unter den Zuschauer:innen beinahe greifbar machten. Endlich betraten Linkin Park die Bühne! Gaben sie vor nicht mal einem Jahr, im September 2024 ihr Comeback mit Sängerin Emily Armstrong bekannt, sind sie nun mittendrin in ihrer From Zero Welttour, die binnen weniger Minuten restlos ausverkauft war. Ein deutliches Zeichen, wie sehr Linkin Park nach all den Jahren noch immer in den Herzen ihrer Community verankert sind.
Fotos im Auftrag von MoreCore.de: Julia Strücker (Julia_Rocknrolla)
Seit Linkin Parks Gründung im Jahr 1996 hat die Band musikalisch und emotional Generationen geprägt. Nach dem tragischen Tod von Chester Bennington im Jahr 2017 lag vieles lange auf Eis. Umso bedeutsamer war diese Rückkehr – und sie wurde von Anfang an mit offenen Armen empfangen.
Charme, Emotionen und absolute Perfektion
Die Show selbst war ein durch inszeniertes Spektakel: visuell auf höchstem Niveau, aber dennoch emotional geerdet. Hits wie „Numb“, „In the End“, „Somewhere I Belong“, „Faint“ und „Crawling“ wurden inbrünstig mitgesungen, während Emily und Mike sich die Vocals auf natürliche Weise teilten. Auch neuere Songs wie „Two Faced“ oder „The Emptiness Machine“ fügten sich nahtlos in die Setlist ein. Linkin Parks Set dauerte knapp zwei Stunden, natürlich ohne einen berühmten Klassiker auszulassen. Ihre Fans waren durchweg laut, textsicher und voller Energie.
Besonders Mike Shinoda übernahm die Interaktion mit dem Publikum mit viel Witz und Charme. In einer sympathischen Anekdote verriet er dem Publikum auf Deutsch seine Liebe zu „Pizza, Schnitzel und Rotwein“. Wofür er sich kurzerhand Hilfe holte: Fan Julia. Sie durfte ihm als Übersetzerin zur Seite stehen. Während Mike ihr etwas ins Ohr flüsterte, gab sie auf Deutsch ans Publikum weiter. „Joe und Colin sind sehr verrückte Leute! Aber er möchte nicht, dass sie das wissen, deswegen sagt er es lieber auf Deutsch.“ Ein Moment, der für viele Lacher und Sympathiepunkte sorgte.
Fotos im Auftrag von MoreCore.de: Julia Strücker (Julia_Rocknrolla)
Doch noch ein kleiner Patzer
Ein eher lustiger Fauxpas unterlief Mike dann kurz vor Ende doch noch: In bester Gastgebermanier bat er das Publikum, ordentlich Lärm für den Support Spiritbox zu machen – nur blöd, dass die an diesem Abend gar nicht mehr Teil der Tour waren. Sängerin Emily reagierte prompt und klärte ihn lachend auf, dass Architects der einzige Support gewesen waren. Naja… passiert den Besten, nicht wahr? Zum Schluss gab es noch ein paar handgemalte Tattoos und Autogramme von Mike für die erste Reihe. So viel Zeit durfte dann noch sein.
All in all kann man also sagen: Linkin Park lieferten eine starke, bewegende und mitreißende Show ab, die ihrem Erbe gerecht wurde und gleichzeitig einen neuen Abschnitt einläutete. Emily Armstrong überzeugte auf ganzer Linie, das Publikum war voll dabei, und auch kleine Pannen machten den Abend nur noch menschlicher. Ein Comeback, das sich nicht wie ein Versuch, sondern wie ein Versprechen anfühlte. Kartenbesitzer:innen der verbleibenden Shows können sich also schon doll freuen!
Konzertinfo

Linkin Park
Linkin Park ist eine 1996 gegründete Band aus Agoura Hills, Kalifornien. Die Band startete in ihrem Gründungsjahr unter dem Namen Xero. 1999 änderten sie den Namen erst in Hybrid Theory und dann in Li…
196 Artikel auf MoreCore
Zur Bandseite