Live

AlternativePunkrock

Live bei: Blackout Problems „Dark“ Release-Stream (16.01.2021)

Ein intimes Konzerterlebnis.

VON AM 06/02/2021

Nachdem die Jungs von Blackout Problems vor einer Weil ihr neues Album „Dark“ der Öffentlichkeit zugänglich gemacht haben, dachte sich die Band um Sänger und Gitarrist Mario Radetzky nicht nur eine kleine Release-Party aus, sondern plante vielmehr eine ganze Event-Woche mit dem neuen Album im Mittelpunkt.

Am 16. Januar 2021, einem Tag nach Veröffentlichung der neuen Scheibe luden die Münchener zum Release-Stream ein und selbstverständlich waren wir für euch mit von der Partie. Es konnte also das ein oder andere Kaltgetränk geöffnet, das Licht gedimmt und den neuen, darken Songs der Jungs gelauscht werden.

Nachdem der Countdown vor Showbeginn abgelaufen war, erschien die vierköpfige Band für einen kleinen Intro-Text, der auf Englisch gehalten wurde. Darin hieß Sänger Mario die Zuschauer willkommen, wies auf das Programm der kommenden Woche hin und wünschte viel Spaß bei dem zuvor aufgezeichneten Set.

Blackout Problems spielen die Songs von „Dark“ als Live-Premiere

Nach einer Aufblende wurde der Bühnenaufbau des Abends gezeigt. Die Band, die im Kreis zueinander gewandt stand, fand sich in einem großen Raum wieder. In der Mitte eine Weltkugel positioniert und über der Band hängend ein weißer Baldachin. Die Tatsache, dass die Band zueinander gewandt stand, sorgte sofort für eine gewisse Intimität und weckte eine proberaumartige Atmosphäre. Wenn man bedenkt, dass die gespielten Songs das erste Mal vor einem Publikum (wenn auch digitaler Natur) performt wurden, so war es ein sehr intimer Moment, der diesem Stream von Beginn an innewohnte.

Blackout Problems
Credit: Bernhard Schinn / Ideal Ent.
Blackout Problems
Credit: Bernhard Schinn / Ideal Ent.

Dass die „Dark“-Songs live zur Version auf der Platte variieren würden, hatte uns Schlagzeuger Michael Dreilich bereits im Interview verraten. Es solle roher, punkiger werden. Gesagt, getan! Songs, wie „GERMANY, GERMANY“ strotzten nur so vor Energie. So schaffte es die Gruppe, das Live-Gefühl tatsächlich durch den Bildschirm beim Zuschauer zu platzieren und dort Wurzeln schlagen zu lassen.

Blackout Problems
Credit: Bernhard Schinn / Ideal Ent.

Die Freude in den Gesichtern der Band war kaum zu verheimlichen und sorgte für eine Intensität, als wäre der Zuschauer gleich vor Ort. Von visueller Seite wurde der Raum durch einzelne, farbige Scheinwerfer erhellt. Darüber hinaus kreuzte ein roter Laser immer wieder die Körper der Band und sorgte für entsprechende Akzente an den richtigen Stellen. Von musikalischer Seite schien es an diesem Abend, als sei man Teil eines besonderen Moments für die Band.

Blackout Problems
Credit: Bernhard Schinn / Ideal Ent.

Dadurch, dass es kaum Interaktionen mit dem Publikum vor den Bildschirmen gab, wirkte es wie eine sehr aufwendige Probe, die von einer ganzen Menge Augenpaare beäugt wurde. Da sorgte das Verspielen und neu anfangen eines Songs für noch mehr Intimität und fiel keineswegs negativ auf. Die gesamte Stimmung, das Ambiente – es schien schlichtweg zu passen.

Blackout Problems
Credit: Bernhard Schinn / Ideal Ent.

Und was zusätzlich positiv auffiel? Es waren nicht nur die „Dark“-Songs, die es ins Set des Abends schafften, denn auch ältere Songs wurden gespielt. So bildete der Song „Rome“ den Abschluss des Abends und dieser wurde musikalisch fulminant aufbereitet. Der ohnehin intensive Song wurde deutlich gestreckt, Blackout Problems legten die Instrumente nieder und verließ das Set. Radetzky kam zurück und nahm Einstellungen an den Gitarreneffekten auf dem Boden vor und auch der Rest der Band kam zurück, nur um den Song noch einmal härter und kraftvoller fortzuführen. Im Anschluss wurden die Instrumente erneut abgelegt, auch die Kamera wurde auf dem Boden abgestellt und bildete das letzte Bild des Streams.

Auch nach dem Stream wurde die Band eingeblendet, bedankte sich für die Aufmerksamkeit und die Unterstützung. Dadurch wurde ein Rahmen um die Performance gezogen.

Was an dieser Stelle noch schön gewesen wäre, wäre die Möglichkeit, den Stream auch im Nachhinein noch schauen zu können. So blieb dieser Abend allerdings ein vorerst einmaliges Erlebnis und den Menschen vorenthalten, die an diesem Samstagabend vor den Bildschirmen saßen.

Beitragsbilder: Bernhard Schinn / Ideal Ent.

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