
„Eigentlich ist das die beste Zeit, um Neues zu kreieren“ – Crossfaith-Frontmann Kenta Koie im Interview
Kenta im Interview zur neuen EP "Species" und weiteren Plänen für die Zukunft.
Natascha ist das Hufflepuff-Mädchen mit dem Slytherin Gesicht - und wenn ihr nicht so nerdig seid, auch nicht schlimm. Auf den ersten Blick sieht unsere Natascha zwar aus wie ein typisches süßes Girly, kann aber ein mindestens genauso guter Bro sein. Sie ist fester Bestandteil des MorecoreTV Teams und unser weiblicher Host der MorecoreTV Show. In Interviews fühlt sie gerne Musikern auf den Zahn und möchte den Menschen hinter dem Künstler hervorlocken. Die charmante brasilianische Art hilft dabei an der ein oder anderen Stelle. Man könnte fast behaupten, dass sie die Palina Rojinski der Core Szene ist, ...oder wird - die Maße stimmen, weitestgehend.
Crossfaith haben vor kurzem ihre neue EP „Species“ auf den Markt geworfen. Die Platte markiert den ersten neuen Output seit der Release des letzten Albums „EX_MACHINA“ vor zwei Jahren.
Wir haben uns mit Frontmann Kenta Koie exklusiv über das neue Werk unterhalten dürfen. Weiterhin erzählt er uns, was es mit dem Namen der Platte auf sich hat und wieso sie ihr bandeigenes Label ebenfalls so genannt haben.
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Crossfaith-Frontmann Kenta Koie im Interview zur neuen EP „Species“
Natascha| MC: Corona hat dieses Jahr völlig auf den Kopf gestellt und viele von uns sitzen schon seit einer ganzen Weile zu Hause. Wie geht’s dir mit der aktuellen Situation und wie wirkt sich das auf die Band aus?
Ken: Für uns alle ist es super nervig, wir können keine Liveshows spielen und die Leute keine Konzerte besuchen. Richtige Livemusik funktioniert im Moment nicht richtig. Allerdings haben wir jetzt mehr Zeit, andere Dinge zu tun als sonst im Alltag. Ich denke, dass dies eine gute Gelegenheit ist, sich hinzusetzen und über viele Dinge nachzudenken. Eigentlich ist das die beste Zeit, um Neues zu kreieren, denn so viel Freizeit wird man nie wieder haben.
Natascha| MC: Was vermisst du denn im Moment am meisten? Und auf was freust du dich am meisten, wenn der Lockdown vorbei ist?
Ken: Natürlich fehlt mir gerade jetzt das Singen auf der Bühne am allermeisten. Es ist, als würde ich einen wichtigen Teil in meinem Leben verlieren. Ich möchte einfach raus gehen und lauter Musik spielen, als ich kann.
Natascha| MC: Seit “EX_MACHINA” sind zwei Jahre vergangen und die neue EP “Species” steht auch kurz vor Veröffentlichung (Anm. d. Red.: Die Fragen erreichten die Band kurz vor der Veröffentlichung). Auf einer Skala von 1-10, wie sehr freust du dich auf den Release?
Ken: Mittlerweile wurde sie ja schon veröffentlicht, aber ich war sehr aufgeregt, die EP zu veröffentlichen – ich hoffe, ihr wart es auch. Wir hatten ja außerdem zwei Jahre Zeit, um ein neues Album zu veröffentlichen, und es tut mir leid, dass die Leute so lange warten mussten. Ich denke, wir werden sehr bald einen weiteren neuen Song veröffentlichen.
Natascha| MC: Kannst du uns ein bisschen mehr über die Botschaft von “Species” erzählen?
Ken: “Species” ist eine Art Wiedererweckung aus dem Abgrund, Dieser Prozess ist nicht einfach und wir können ihn auch nicht überspringen. Einige Menschen kämpfen zudem sehr lange Zeit an einem dunklen Ort, aber das wichtigste dabei ist es, sich selbst zu erkennen und zu verstehen, wie man etwas erschaffen kann, um sich selbst zu beweisen, dass man es aus diesem Abgrund schafft. Ich hoffe, dass diese EP anderen helfen kann, das Leben zu erkunden und sich lebendig zu fühlen, auch wenn man eine schmerzliche Erfahrung macht.
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Natascha| MC: Wie seid ihr auf den Titel der EP gekommen und was verbirgt sich dahinter?
Ken: Seit wir Crossfaith gegründet haben, haben wir neue Methoden für Heavy Music entwickelt und wir wollen immer eine Band sein, von der noch niemand etwas gehört hat. Außerdem haben wir unser eigenes Label namens „Species Inc“ gegründet. Das Wort “Species” erinnert mich an den Anfang. Deshalb haben wir die EP und unser Label danach benannt.
Natascha| MC: „Digital Parasite“ ist der erste Track auf der Platte und ein sehr harter Song. Was hat dich dazu inspiriert, so ein wütendes Lied zu schreiben?
Ken: Kazu hat den Song geschrieben und als er mir davon erzählte, sagte er “Ich bin so gefrustet davon, in einer Welt zu leben, in der wir nicht mal das sagen können, was wir eigentlich sagen wollen”. Er ergänzte “Lass uns den Song so dreckig wie möglich machen”. Harte Musik lag uns schon immer im Blut und dieser Track ist wie ein explosiver Start in die EP.
Natascha| MC: Ihr habt auf eurer EP ein Feature mit Jin Dogg. Für so eine heavy Platte ist das doch eher ungewöhnlich einen Song mit einem Rapper aufzunehmen. Habt ihr nach der Zusammenarbeit gefragt oder ist Jin Dogg Fan eurer Musik?
Ken: Das erste Mal bin ich durch seine Dokumentation auf YouTube auf ihn aufmerksam geworden. Er kommt aus Osaka, genau wie wir Jungs von Crossfaith, und daher war uns Jin Dogg direkt sympathisch. Die Moshpits auf seinen Shows gleichen außerdem eher einer Hardcore-Show. Er hat so viel Energie, Chaos und Emotionen, deshalb haben wir ihm „None Of Your Business“ angeboten.
Natascha| MC: Wie war der Aufnahmeprozess für diese EP? Habt ihr im Vergleich zum letzten Mal etwas anders gemacht?
Ken: Es war sehr unkompliziert und stressfrei bei der Aufnahme. Ich denke, der Prozess war ähnlich wie beim Schreiben von “EX_MACHINA” damals.
Natascha| MC: Du sagtest ja bereits, dass wir alle mehr Zeit denn je haben, also auch ihr. Werkelt ihr denn schon an neuen Songs?
Ken: Ja, wir schreiben tatsächlich neue Songs. Das ist der beste Zeitpunkt zum Aufnehmen einer neuen Platte. Der nächste Schritt ist jetzt Zeit zum Experimentieren zu haben, ihr dürft also gespannt sein…
Foto: Crossfaith / Offizielles Pressebild


