Live bei: WE ARE THE OCEAN in Köln!

Ich erinnere mich noch daran, wie ich vor circa neun Jahren das erste Mal WE ARE THE OCEAN auf Myspace gehört habe. Damals waren sie gerade DIE Newcomer der britischen Rockszene. Im November 2010 habe ich die damals noch fünf Musiker dann zum ersten Mal live im Underground in Köln gesehen! Bis heute bin ich großer Fan der Band und habe sie noch einige Male live erleben dürfen. Das Konzert am vergangenen Samstag, lange sieben Jahre später, war trotzdem ein sehr besonderes, auf das ich mit Spannung und Aufregung gewartet hatte.

Foto im Auftrag von MoreCore.de: Karoline Schäfer (Cat Eye Photography)
Als ich um viertel vor acht am Samstag im Underground ankomme, ist der Laden schon gut voll und wir haben gerade noch Zeit uns ein Bier an der Bar zu ordern, bevor man seitens der Bühne kleinere Unruhen bemerkt und vereinzelte weibliche Entzückungsrufe zu hören sind. ROB LYNCH hat es sich mit seiner Gitarre auf dem Barhocker auf der Bühne gemütlich gemacht. Der charismatische Singer/Songwriter beginnt sein Set, während die Hälfte des Publikums gefühlt noch gar nicht richtig angekommen ist. LYNCH verwandelt während seiner acht Songs die Atmosphäre im Underground in eine leicht erwartende Lagerfeuerstimmung, die fantastisch zu seinem Surfer-Look passt. Mir persönlich ist sein Set zu ruhig und zu wenig pushend. Ich schaffe es nicht, ihm konzentriert zuzuhören, sondern warte hingegen in Spannung auf den Auftritt von WE ARE THE OCEAN. Ich habe das Gefühl, dass das nicht nur mir so geht. Das Publikum ist sehr unruhig und bis auf die Mädels in der ersten Reihe, scheinen alle nicht so richtig bei der Sache zu sein.

Foto im Auftrag von MoreCore.de: Karoline Schäfer (Cat Eye Photography)
Das ändert sich allerdings schlagartig, als Liam Cromby und Alfie Scully (Sänger und Gitarrist von WE ARE THE OCEAN) die Bühne entern, um LYNCH bei seinem Song „Runaway“ zu unterstützen. Nachdem die beiden die Bühne wieder verlassen haben, spielt ROB LYNCH noch zwei Songs, dann ist sein eher unaufgeregtes Set nach 30 Minuten beendet. Nach einer wirklich kurzen, flotten Umbaupause gehen eine viertel Stunde später die Lichter der Bühne wieder aus.

Foto im Auftrag von MoreCore.de: Karoline Schäfer (Cat Eye Photography)
WATO ballern die ersten zwei Songs „Trouble“ & „What It Feels Like“ nur so raus. Man merkt, dass Sie Bock haben und diese letzte Tour nochmal genießen wollen. Dann gibt es eine kurze Verschnaufpause für alle und Liam ist schon völlig überzeugt davon, dass es eine geile Show werden wird. Mit „Lucky Ones“ kommt dann richtig Bewegung ins Publikum, der Moshpit wird eröffnet und alle feiern gut. Immer wieder bedankt sich die Band bei ihren Fans! Der wohl älteste Song im Set „Ready For The Fall“ von der Debut EP zeigt mir nochmal, wie gut diese Band live einfach ist. Der Sound klingt richtig, die Jungs haben Bock und alle genießen die Zeit. Bei „Bleed“ ist die Stimmung dann am Siedepunkt. Es ist unfassbar heiß im Underground, alle tanzen, trinken und schwitzen. Es ist laut, heiß und verdammt geil! Gitarrist Alfie kündigt einen für die Band speziellen Song, „Holy Fire“, an und bittet das Publikum explizit um Singalongs. Dieser Song ist so voller Energie und Power, dass man auch gar nicht anders kann, als mitzugrölen. Im Laufe des Songs werfen einige Fans bunte „Thank You-Luftballons“ in die Luft und für kurze Zeit gleicht das Underground eher einem Bälleparadies als einer Konzertlocation.

Foto im Auftrag von MoreCore.de: Karoline Schäfer (Cat Eye Photography)
Die Jungs auf der Bühne sind sichtlich gerührt und bedanken sich ein weiteres Mal beim Publikum. Mit „Ark“ gibt’s dann eine kleine Verschnaufpause für alle. Ich merke einfach wieder, wie viel besser mir die älteren Sachen der Band gefallen haben. „All Of This Has To End“ lädt den ersten Stage-Diver auf die Bühne ein, der auch brav vom Publikum fast bis zum zweiten Refrain auf Händen durchs Underground getragen wird. Mir persönlich sind diese ganzen „aufmerksamkeitsgeilen“ Fans zu viel, das mag aber auch vielleicht am Alter und der Tatsache liegen, dass ich WATO ja schon einige Male hab spielen sehen.

Foto im Auftrag von MoreCore.de: Karoline Schäfer (Cat Eye Photography)
Für „Confessions“ wird es dann nochmal ein wenig ruhiger, tragisch findet das allerdings niemand, denn es ist wirklich sehr sehr warm im Underground. Liam kündigt Alfie’s Gitarrensolo an und ein weiteres Mal offenbart sich, warum diese Band live so unfassbar gut ist. Die Jungs haben es einfach alle richtig drauf. Ich habe diese Band selten so gut, so ausgelassen und so entspannt gesehen! Zum Ende des Songs findet sich der nächste junge Hüpfer auf der Bühne ein. Der kleine Patrick möchte seiner großen Anna seine Liebe gestehen. Alle warten auf so was wie einen Heiratsantrag oder so, aber außer einem Liebesgeständnis und nem Knutscher auf der Bühne gibt’s nix. Laaangweilig!!

Foto im Auftrag von MoreCore.de: Karoline Schäfer (Cat Eye Photography)
Mittlerweile sind wir fast am Ende des Sets angekommen. Mit „Runaway“ hauen die vier nochmal richtig was raus. Nach „Good For You“ ist dann aber erstmal nach tosendem Applaus Schluss! Sobald das Licht auf der Bühne ausgeht, ertönen die ersten Zugabe-Rufe aus dem Publikum. Bestimmt ganze 20 Sekunden dauert es, bis Sänger Liam alleine mit seiner Akustik-Gitarre die Bühne wieder betritt. Vier Zugaben wird es geben, „Chin up Son“ ist die erste. Liam alleine ist einfach super gefühlvoll und fast schon echt romantisch. Dieser Typ hat einfach eine mega Bühnenpräsenz und singt auch heute mal wieder richtig gut!

Foto im Auftrag von MoreCore.de: Karoline Schäfer (Cat Eye Photography)
Zum „Grand Finale“ kommen die anderen Jungs natürlich auch alle wieder auf die Bühne. Mit „Young Hearts“ folgt der nächste Krachersong, bei „Waiting Room“ erfüllt der Moshpit zwar quasi den ganzen Raum, ich habe aber das Gefühl, dass so langsam die Luft bei allen ein bisschen raus ist. Zu allerallerletzt haben WE ARE THE OCEAN ihre Hymne „Nothing Good Has Happened Yet“ im Gepäck. Ein geiles Ende für ein unfassbar gutes Konzert, das trotz des Bewusstseins, dass es das letzte sein wird, eine absolut hammermäßige Stimmung vermittelt hat. Ich bin wirklich froh, dass ich dieses Konzert erleben durfte, denn es war für mich und für diese Band ein wirklich würdiges Abschiedskonzert.

Fotos im Auftrag von MoreCore.de: Karoline Schäfer (Cat Eye Photography)
Text: Mona Hufnagel

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