Kritik: DEEZ NUTS – „Binge & Purgatory“

„Diese Nüsse!“ – kennt ihr das, wenn… ne. Einfach nein! Mit dem Anfang kann ich so viel falsch machen, dass ist quasi Trump-Niveau. Wobei wir mit „falsch machen“ auch irgendwo wieder richtig sind, denn ich muss euch etwas beichten: Das ist das erste DEEZ NUTS Album, welches ich mir anhöre. Bitte steinigt mich nicht! Drumherum kommen konnte ich nach ihrer wirklich immensen Tour, die sie 2016 und 2017 gemacht haben, jedoch nicht. Und als ich sie auf dem Rodarock-Festival gesehen hatte, dachte ich mir schon: „Woah, sind hier viele! Und das ist auch noch grooviger Shit!“ Nun aber zu meiner Review der „australischen Nüsse“.

„Binge“ und „Purgatory“ sind die ersten beiden Songs des Albums, die bereits released worden sind. Ich muss sagen, mir gefällt der stimmungsvolle Aufbau, das instrumentale Zusammenspiel macht für mich ein tolles Zusammen… was bitte war das für ein Übergang zum nächsten Song? Direkt mal „zurückspulen“. Ihhhh… absolut nicht mein Fall! Und auch leider nicht die zum Teil extreme Bearbeitung von JJ Peters, dem Sänger. Zuviel Hall… not cool! Das Instrumental gefällt mir dagegen sehr gut, kraftvoll, da ist Power hinter!

Der nächste Song, „Antidote“, ist da eher mein Fall. Am Anfang schöne Hardcore-Riffs, einfach gehaltenes Drummen, rhythmische Parts. Direkt danach wird das Tempo angezogen, es kommt schon fast ins Thrash Metal-Feeling und wechselt dann wieder in den vorherigen Groove. „Commas and Zeros“ fängt quasi mit DEM Hardcore-Groove schlechthin an und bedient direkt alles: Bassdrum geht die ganze Zeit durch, Gangshouts, einfach schön ins Gesicht. Das ist Hardcore für mich! „Break Out “… DER Skater-Soundtrack! Bin direkt wieder in Tony Hawk’s Pro Skater drin; Tempo, durchgehende Gitarren… ihr wisst, was ich meine, oder? Nur der Anfang stört mich als Schlagzeuger ein wenig: Nach dem ca. zehn Sekunden langen Intro geht’s in einen normalen Beat mit Ride-Becken (das große Pling-Becken!). Aber wo ist das Pling? Falls ihr mal reinhört, schreibt mal bitte in die Kommentare, wie ihr das so seht! „Discord“, die zweite Vorab-Veröffentlichung ist ebenfalls seit geraumer Zeit auf Youtube zu sehen. Hört einfach mal selbst rein!

Ich gehe für euch noch näher auf zwei Songs ein: HATEBREED! Das schießt mir sofort bei dem Song „Lessons Learned“ in den Kopf. Wieder ordentlich Tempo, dicke Gitarren in der Strophe, dafür Groove im Refrain und in der Bridge. Gefällt mir sehr! „Do Not As I Do“ ist der letzte Song auf dem Album… und haaaaallo? Kann jemand mal dem Schlagzeuger sagen, dass das nicht Hardcore-Konform ist? Einfach mal keinen Standard-Beat? Hat mich direkt angefixt, DEEZ NUTS drücken auch hier voll aufs Pedal, richtig cool!

Kommen wir mal zur Technik: Ich bin sehr überrascht, dass die Jungs nach dem ganzen Touren eine ganze Platte mit 13 Tracks veröffentlichen konnten, trotzdem muss ich etwas schimpfen: Der Sound ist sehr bass- und mittenlastig. Ich habe leicht das Gefühl, dass das „raue“ vom Hardcore hier was verloren geht. Gerade bei den Becken des Schlagzeugs könnte etwas mehr dabei sein! Die Stimme dagegen ist teilweise viel zu hart bearbeitet, wie oben schon beschrieben. Klingt an manchen Stellen cool, aber nervt mich dann doch etwas!

Fazit:
„Binge & Purgatory“ ist definitiv eine Scheibe, die ich mir trotz der technischen Mankos gerne einfach wegen des schönen Hardcore-Feelings nochmal anhören würde. Viel Tempo, viel Druck, coole groovige Parts! Wie sie schon in dem Track „What It’s Worth“ sagen: „What u want and what it’s worth“. Die Scheibe kann euch den 10er oder 20er sicher aus der Tasche locken!

P.S.: Noch bis zum 14. April könnt ihr signiertes Merch der Jungs gewinnen. Alle Infos und Teilnahmebedingungen dafür gibt es hier zum Nachlesen!

Wertung: 7/10

Band: Deez Nuts
Albumtitel: Binge&Purgatory
Songs: 13
Genre: Hardcore

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