Kanadische Polizei: Kinder, die harte Musik hören, könnten Neo-Nazis sein

Ob nun sogenannte „Killerspiele“ oder harte Musik: Sündenböcke für besonders schlimme, tragische Vorkommnisse, das zunehmende Aufkeimen von Gewalt oder den Zulauf von Hass-Gruppierungen gibt es immer wieder.

Im Falle einer Broschüre der Polizei aus dem kanadischen Calgary wird zumindest letzteres unter anderem auch mit dem Genuss von „lauter, harter Musik mit gewalttätigen Songtexten“ gebracht.


Ihr glaubt uns nicht? Na dann schaut mal in den Auszug des mit „Anzeichen, dass ein Kind Teil einer Hass-Gruppe ist“ betitelten Werkes hinein, den die Kollegen von Metal Injection freundlicherweise zur Verfügung gestellt haben.



Beachtet dabei, dass der Punkt „Das Tragen oder Zeigen von Nazi-Propaganda“ derart weit unten steht, dass das Ganze schon fast wieder aus der Liste rutscht. Für Nicht-Einzeller mag dies vielleicht DAS ERSTE ANZEICHEN dafür sein, dass Kind/Jugendlicher/junger Erwachsener XY EVENTUELL Teil einer potenziell gefährlichen Hass-Gruppe sein könnte. Aber hey, was wissen wir schon…

Auf Nachfrage der Toronto Metro hin, argumentierte die Polizei in Calgary, dass interne Recherchen ergeben hätten, dass beteiligte Personen eher dazu neigen würden, harte Musik zu hören als andere.

Polizeisprecher Corwin Odland dazu: „Wir sagen nicht, dass alle Menschen, die Rock-Musik hören, Teil von Hass-Gruppen sind, aber es scheint einen Zusammenhang zu geben – Menschen, die sich in Hass-Gruppen engagieren, neigen dazu, diese Musik zu hören.“

Wow. Das muss man erstmal sacken lassen.

Natürlich ist die ganze Checkliste so gehaltvoll wie ein Vakuum – nehmt doch bitte mal einige Punkte auseinander. Keinen Bock mehr auf die Schule zu haben, lange draußen zu bleiben, das Ändern des eigenen Erscheinungsbildes und nicht zuletzt laute, harte Musik zu hören sind ein wesentlicher Bestandteil des Älterwerdens, des Abtastens der eigenen Grenzen wie auch derer der Eltern, einer stillen Rebellion und ein Teil zur Selbstfindung. Wer das nicht durchgemacht hat, hatte anscheinend keine Jugend.

Umso froher sind wir zu wissen, dass gerade DU, der das jetzt gerade liest, mitnichten ein Neo-Nazi bist.

Beitragsfoto im Auftrag von MoreCore.de: Julia Strücker (Kamerageil)


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