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The Intersphere - Wanderer
ReviewAlternativeRock

The Intersphere

Wanderer

Album

VÖ 26. Mai 2023Odyssey Musiccd · vinyl
Malin Jerome Weber/24. Mai 2023
Streamen
SpotifyApple MusicYouTubeDeezerTidal
M

Musiker durch und durch. Ein Leben ohne Mucke machen, hören und live erleben, gibt es für Malin nicht. Dementsprechend ist Musik auch Malins Lieblings-Gesprächsthema. Und damit er seinem Umfeld damit nicht zu sehr auf die Nerven geht, schreibt er einfach für MoreCore. Die neuesten Alben von altbekannten und gefeierten Artists, vom Underdog aus dem Nischengenre, von lokalen Konzerten oder den großen Festivals – you name it – Malin wird euch etwas dazu erzählen. Als Schlagzeuger, Musiklehrer und Student der sozialen Arbeit findet er, dass man Musik und Menschen nicht trennen kann oder sollte, denn nichts macht Musik schöner, als die Gemeinschaft und das Miteinander. Wenn er euch nicht gerade von seiner Plattensammlung berichtet, probt und schreibt er wahrscheinlich mit seiner Band Small Strides, stopft sich den Bauch mit Guacamole voll oder steht am Fenster und beobachtet die Hunde in der Nachbarschaft.


“What would you do to save your world from going down?” Fragen über Fragen beschäftigen The Intersphere auf ihrem sechsten Album “Wanderer”. Sowohl musikalisch als auch lyrisch ergibt dieser Titel durchaus Sinn. Nach Jahren ungewisser Zustände und dystopischer Zukunftsperspektiven werden die Bandmitglieder nicht die einzigen sein, die noch immer auf der Suche nach Erklärungen für die aktuelle Weltlage umherziehen. Aber auch musikalisch wandeln die Mannheimer auf den verschiedensten Pfaden mit nur einem Ziel: Ihrem Unmut ein einzigartiges, klangliches Gewand zu geben.

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Wenn es eins gibt, das The Intersphere über ihre bisherige Karriere ausgezeichnet hat, dann ist es ihre musikalische Exzellenz. Ihr klassischer Produktionsansatz, alle Instrumente gemeinsam und nicht einzeln einzuspielen, verhalf ihnen dabei immer zu einer organischen Abbildung ihrer außerordentlichen Fähigkeiten. Auch auf “Wanderer” bekommt man wieder einen glasklaren und dynamischen Rocksound serviert, der trotz vieler Samples und Synthesizer nicht vor Studiomagie trieft. Die Performances aller Bandmitglieder sind dabei wie gewohnt erstklassig. Allen voran Schlagzeuger Moritz Müller glänzt über die gesamte Lauflänge mit geschmackvollen Grooves und kreativen Fills, agiert dabei aber immer absolut songdienlich.

The Intersphere wandeln auf einem schmalen Grat zwischen Pop und Prog

Musikalisch versuchen The Intersphere, innerhalb der zehn Songs einen möglichst weiten Bereich abzudecken. Harte Riffs wechseln sich mit atmosphärischen Strophen ab; funkige Gitarren treffen auf groovige Basslines; Hip-Hop-artige Gesangslinien folgen auf raues Gebrüll. Mal zeigt sich das Quartett verträumt und sanft (“Treasure Chest”, “Under Water”), mal ungewohnt punkig und geradlinig (“Always On The Run”, “Corrupter”). Trotz dieser großen Bandbreite bilden die Songs ein sinniges Gesamtbild und bieten über die Spielzeit von 37 Minuten enorm viel Abwechslung.

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Am stärksten bleiben The Intersphere dabei entweder in ihrer Komfortzone oder bei den tanzbareren Nummern. Während der Titeltrack mit einem starken Chorus und einer leichten Proggigkeit punktet, bestechen “Bulletproof” und “Who Likes To Deal With Death?” durch viel Groove und ihre Eingängigkeit. Die Band schafft es dabei, nah am Zahn der Zeit zu bleiben und lässt hin und wieder Parallelen zu anderen modernen Rockbands wie Nothing But Thieves, Foals, Marmozets und sogar Bring Me The Horizon durchscheinen. Gelegentlich schießt das Quartett aber auch ein wenig über das Ziel hinaus, ein frisches Soundbild zu bieten.

The Intersphere wollen mehr

So wirken die Hip-Hop- und R’n’B-ähnlichen Parts stellenweise ein wenig aufgesetzt. Gerade im sonst durchaus wuchtigen “Heads Will Roll” wollen sich die poppigen Samples und die geshouteten Passagen nicht so richtig zu einem stimmigen Ganzen aufaddieren. Generell schafft es die zweite Hälfte der Platte songwriting-technisch nicht mit dem starken Einstieg mitzuhalten. So wollen die punkigen Nummern einfach nicht so ganz zünden und im Kopf bleiben, genauso wie die verträumten Closer-Songs ein wenig vor sich hin plätschern. Trotz der relativ überschaubaren Lauflänge fühlen sich manche Tracks durchaus länger an als sie eigentlich sind.

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All diese kleinen Schwächen können The Intersphere jedoch mühelos mit ihrer Virtuosität und der fantastischen Produktion überdecken. Außerdem gibt es trotz der genannten Schwierigkeiten auch immer wieder starke Momente, die wieder aufhorchen lassen. Seien es die kantige Bridge in “Corrupter”, der ekstatische Chorus von “Always On The Run”, sowie das elektrisierende Main Riff des stampfenden “A La Carte”. “Wanderer” bleibt am Ende eine verdammt starke Platte, die sowohl Fans von Bands wie Biffy Clyro oder Thrice, als auch von progressiveren Bands wie TesseracT oder Karnivool abholen könnte.

Foto: Simon Stöckl / Offizielles Pressebild

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Fazit

8/10
· Sehr stark

Es mag langsam schon fast lächerlich wirken, dass The Intersphere sowohl auf deutscher Ebene als auch auf internationaler Ebene noch so niedrig gehandelt werden. Ihr sechstes Album “Wanderer” zeigt jedoch so viele Facetten eines modernen Rocksounds, dass hoffentlich noch einige neue Leute aus den verschiedensten Zielgruppen abgeholt werden. Auch wenn im Songwriting nicht jeder Handgriff sitzt, kann man den Mannheimern ihre musikalische und soundtechnische Grandiosität zu keiner Sekunde absprechen.

The Intersphere - Wanderer

The Intersphere

Wanderer

Album

VÖ 26. Mai 2023

cd · vinyl

Odyssey Music

▶Tracklist 10 Songs
  1. 1Wanderer
  2. 2Bulletproof
  3. 3Down
  4. 4Who Wants To Deal With Death
  5. 5Heads Will Roll
  6. 6A La Carte
  7. 7Always On The Run
  8. 8Corrupter
  9. 9Treasure Chest
  10. 10Underwater
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The Intersphere·Alternative·Rock

Älteres ReviewThe Deadnotes - Forever Outsider (EP)
Neueres ReviewDon't Sleep - See Change
The Intersphere
Foto: Simon Stöckl / Offizielles Pressebild

The Intersphere

DeutschlandSeit 2005

Foto: Simon Stöckl / Offizielles Pressebild zu The Intersphere

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