Review

AlternativePost-Hardcore

Kritik: Normandie - "Dopamine"

Mit ihrem Sound der anfänglich noch im Metalcore zu verorten war, haben sich Normandie aus Schweden ein stetig wachsendes Publikum aufgebaut. ...

VON

Mit ihrem Sound der anfänglich noch im Metalcore zu verorten war, haben sich Normandie aus Schweden ein stetig wachsendes Publikum aufgebaut. Dabei blitzt der Metalcore der frühen Stunde jedoch nur noch selten hin durch. Viel mehr ist es ein moderner Mix aus Post-Hardcore und Alternative Rock, der dafür sorgt, dass Normandie auf dem bisherigen Zenit ihrer Karriere stehen.

YouTube

Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.
Mehr erfahren

Video laden

Ob Normandie mit „Dopamine“ ihr Wachstum weiter befeuert?

„Overdrive“ eröffnet das Album mit Alternative Rock-Vibes, die getragen von Philip Strands Vocals an großem Bombast-Momentum gewinnen. Dabei bleibt der Opener durchweg kurzweilig und überzeugt mit einem lässigen Driven, der gegen Ende in dezenten Post-Hardcore-Gitarren ausbricht. Einen richtigen Hit oder gar eine Überraschung markiert „Overdrive“ jedoch erstmal nicht. Auch „Serotonin“ bleibt weitestgehend unaufgeregt und reiht sich, wie auch das folgende „Flowers For The Grave“ in den lässigen Alt Rock Sound, den Normandie über die Jahre entwickelt haben.

Dass man sich für „Blood In The Water“ als eine der Leadsingles für „Dopamine“ entschieden hat, wird schnell klar. Mit einem etwas härteren Sound und einem unwiderstehlichen Refrain hebt sich der Track relativ schnell von den vorherigen drei Songs ab und bleibt folglich viel mehr hängen. Einen Beigeschmack gibt es allerdings: bis hier hin ist das Album eher durchschnittlich.

Durchschnittskost

„Butterflies“ hingegen zeigt sich funky und mit einem Ansatz, der an Nothing But Thieves erinnert. Etwas unkonventioneller in der rhythmischen Ausgestaltung bleibt „Butterflies“ in seinem Refrain dennoch unaufgeregt und bricht nicht wirklich aus dem Käfig aus, den Normandie sich auf „Dopamine“ geschnürt haben. „All In My Head“ zeigt sich etwas düsterer, fällt aber schnell auch in die etwas träge wirkenden Refrains, die Normandie uns auf „Dopamine“ bescheren.

YouTube

Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.
Mehr erfahren

Video laden

„Ritual“ fällt eher als wehleidige Ballade mit Streichern auf, als für den gewünschten Breakout-Moment zu sorgen. Generell scheinen Normandie von überwältigenden Momenten, wie auf „Babylon“, „Jericho“ oder „White Flag“ – Songs, die zweifelsfrei zu Aushängeschildern der Band geworden sind – auf„Dopamine“ weit entfernt.

Back to the roots

Zusammen mit Dani Winter-Bates von Bury Tomorrow lassen Normandie ihre Metalcore-Wurzeln auf „Hourglass“ aufleben. So richtig mit Durchschlagskraft gelingt das aber nicht. Stattdessen bildet Winter-Bates eher einen Gegenpart zum sonst nahezu formtypischen Normandie-Track, der weder besonders gut noch besonders schlecht davonkommt.

Sehr poppig kommt „Sorry“ mit emotionalem Unterton erneut auf balladeske Art und Weise um die Ecke. Das mag funktionieren, wirkt aber wie eine B-Seite von The 1975 etwas zu weichgespült und soft. Ähnlich auch „Glue“, der das Album abrundet und dabei wie der Nachspann eines Filmes wirkt, den man zur Hälfte verschlafen hat und wahrscheinlich nicht nochmal schauen muss.

 

 

Sieh dir diesen Beitrag auf Instagram an

 

Ein Beitrag geteilt von NORMANDIE (@normandieofficial)

Foto: Sebastian Strand / Offizielles Pressebild

ALBUM
Dopamine
Künstler: Normandie

Erscheinungsdatum: 09.02.2024
Genre: , ,
Label: Easy Life Records
Medium: CD, Vinyl, etc

Tracklist:
  1. Overdrive
  2. Serotonin
  3. Flowers In The Grave
  4. Blood In The Water
  5. Ritual
  6. Butterflies
  7. Colorblind
  8. Hourglass (feat. Dani Winter-Bates)
  9. Sorry
  10. All In My Head
  11. Glue
Normandie Dopamine
Normandie Dopamine
6.5
FAZIT
Am Ende ist „Dopamine“ ein Album, das irgendwie vor sich hin tröpfelt und dabei nur selten wirklich den Fokus auf sich zieht. Das heißt nicht, dass Normandie ihren Job schlecht gemacht haben – so ist das Resultat ein Album, das durchweg aus einem Guss kommt und zweifelsfrei nach dem klingt, was die Band ausmacht. Aber genau das ist auch irgendwie das Problem, das „Dopamine“ mit sich bringt. Wer nach Kanten und Überraschungen sucht, sollte vielleicht woanders eher fündig werden.