Album
04/03/2026
Review
Pop-Punk
Kritik: LØLØ - „god forbid a girl spits out her feelings“
LØLØ zeigt sich auf eine neue Art.
VON
Redaktion
AM 16/04/2026
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Wer LØLØ schon mal live gesehen hat, weiß: Die Kanadierin hat auf der Bühne mehr Energie als die meisten anderen. Ihr Debüt „falling for robots and wishing i was one“ (2024) war ein Pop-Rock-Erfolg, der ihr über 150 Millionen Streams einbrachte. Und jetzt? Jetzt wird’s auf ihrem neuen Album „god forbid a girl spits out her feelings!„, das am 17. April 2026 erschienen ist, persönlich. Dabei hat sie sich Unterstützung von Größen wie Andrew Goldstein (Blink-182, Avril Lavigne) und DCF (Royal & the Serpent, UPSAHL) geholt.
LØLØ legt die Rüstung ab
Ja, es geht auf diesem Album viel um Gefühle und Beziehungen. Aber das weiß LØLØ selbst, und spielt damit schon im Titeltrack. Denn dass Frauen zu viel über ihre Gefühle reden, wird ihnen ja immer noch gerne vorgeworfen. Mit „god forbid a girl spits out her feelings!“ dreht sie den Spieß um und macht daraus 13 Songs, die sich anhören wie Seiten aus einem Tagebuch. Im Morecore Interview bei Rock am Ring 2025 hatte LØLØ bereits angedeutet, mehr ruhigere Songs machen zu wollen. Auf dem ersten Album wollte sie noch gar nichts fühlen. Jetzt nimmt sie ihre Gefühle an.
Musikalisch ist das Album ruhiger als der Vorgänger: mehr Akustikgitarre, weniger Druck. Das ist ein Risiko, das LØLØ bewusst eingeht. Die Platte braucht ein bisschen, um sich zu entfalten. Zwischen sanften Balladen gibt es zwar Abwechslung, aber kein großes Auf und Ab. Dabei experimentiert sie mit Nuancen, die das Pop-Rock-Genre zu bieten hat. Es erinnert in Teilen an Wheatus, Blink-182 und Avril Lavigne.
Auf „god forbid a girl spits out her feelings!“ zeigt LØLØ ihre verletzliche Seite
Die wirklichen Highlights kommen, wenn Text und Musik zusammenfinden. „007″ ist vielleicht der cleverste Song auf dem Album: LØLØ vergleicht eine Beziehung mit Spionage, weiß genau, dass der Kerl ihr Herz brechen wird („I might be on top of you, but I’m onto you, baby.“). Ähnlich clever sind die Lyrics bei „hung up on you“ und „delusional darling“. Die Mischung aus Witz und Schmerz ist das, was LØLØ auszeichnet.
„the devil wears converse“ hat einen Refrain, der sich sofort im Gehörgang festsetzt. Im Song, der als Single bereits erschienen ist, merkt LØLØ, dass der Teufel oft schwerer zu erkennen ist, als gedacht. Der Engel auf der Schulter verabschiedet sich genauso schnell wie die eigene Selbstbeherrschung, denn an diesem Abend werden keine guten Entscheidungen getroffen.
Aber wenn es so viel Spaß macht wie dieser Song, warum eigentlich nicht? „whiskey & coke“ geht überraschend tief. Ein Song über Alkoholismus, in dem sie sich hoffnungsvoll, sanft und gleichzeitig resigniert vorstellt, das Getränk zu sein, das jemanden von seiner Sucht abbringen könnte. In „boy who doesn’t want to“ merkt man die Frustration, die sich in einer Beziehung breit machen kann und die Freiheit, die sich im Refrain andeutet, wenn man sich endlich davon loslöst.
Es geht einen Schritt weiter
Was LØLØ mit dem Album besonders gut schafft: Sie versucht nicht nur Gefühle zu beschreiben, sondern sie zu verstehen. Situationen, die sie beschreibt (jemanden stalken nach einer Trennung in „the punisher“, auf eine Nachricht warten und sich dabei bewusst werden, dass die andere Person die eigenen Gefühle nicht (mehr) erwidert in „me with no shirt on“, hat jeder von uns schon mal erlebt. Aber selten hat man gehört, wie jemand so präzise in Worte fasst: „Starving for your attention. Are they not that impressive? Does it make me look desperate? Have I lost your affection? Or did you lose reception?“ Musikalisch geht sie dabei auf eine Zeitreise und bringt 2000er Pop-Rock, mal sanft, mal mit der nötigen Energie mit ihrer Gefühlswelt zusammen.
Foto: LØLØ / Offizielles Pressebild
god forbid a girl spits out her feelings!
Künstler: LØLØ
Erscheinungsdatum: 17.04.2026
Genre: Pop-Punk
Label: Fearless Records
Medium: Streaming, CD, Vinyl, etc
- god forbid a girl spits out her feelings!
- me with no shirt on
- the dumbest girl in the world
- hung up on u
- delusional darling
- the punisher
- 007
- the devil wears converse
- stuff like that
- whiskey & coke
- american zombie
- boy who doesn't want to
- lobotomy & u
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