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Grandson - Death Of An Optimist
ReviewAlternativeRapRock

Grandson

Death Of An Optimist

Album

VÖ 04. Dezember 2020Fueled by Ramencd
Kathrin Löffler/3. Dezember 2020
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K

Kathrin ist ein Chamäleon des alternativen Musikgeschmacks, mit einem Faible für alles, was außergewöhnlich ist. Nichts bleibt vor ihr sicher – und erst recht kein Nischengenre. Da überrascht es wohl nicht, dass sie als Allrounder das MoreCore-Team tatkräftig unterstützt. Wenn sie nicht gerade voller Inbrunst an neuen Alben- und Live-Reviews schreibt, sitzt sie entweder in einem spannenden Bandinterview, um uns auf dem neusten Stand zu halten, oder verfasst informative MoreCore-Beiträge für die Website. Möchte man das Herz unserer Münsteranerin (jetzt Kölnerin) im Sturm erobern, dann am besten mit Sci-Fi-Lektüre aus den 60ern, Star Wars - kein Star Trek! - oder Lebkuchen.


Spätestens seit der Single „Blood // Water“ (2017) ist Grandson kein Unbekannter mehr. Nach insgesamt sechs Jahren, vielen Singles und mehreren EPs erscheint mit „Death of an Optimist“ nun auch endlich sein erstes vollwertiges Album.

Auf insgesamt zwölf Songs nimmt uns der 27-jährige mit auf ein unkonventionelles Genre-Hopping und die Suche nach der eigenen Identität.

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Grandson auf der Suche nach seiner Identität

Vollgepackt mit allerhand Überraschungen im Gepäck begibt sich Grandson auf eine Reise der persönlichen Selbstfindung und macht dabei auch gerne mal seinen politischen Standpunkt klar. Die Wortführung überlässt er dafür immer öfter seinem Alter Ego X. Während Gradson als positiv gestimmter Optimist von seinen Erfahrungen und Wünschen für die Zukunft erzählt, bringt X hingegen den Pessimisten in ihm zum Vorschein, der Dinge hinterfragt, auch mal zweifelt und für die Zukunft nicht unbedingt die besten Aussichten bereithält.

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Sinnbildlich für seinen inneren Konflikt und das Gefühl keinen großen Unterschied in der Welt zu machen, steht vor allem der Song „Identity“, der wohl nicht unbegründet als erste Single auf die Hörer losgelassen wurde. Die traurige Stimmung, die der Song versprüht, dominiert auch das restliche Album. Hier und da ringt sich Optimist Grandson zwar auch mal zu fröhlichen Tönen durch, wie etwa für „Over My Head“, „Left Behind“ oder den mit Ska-Bläsern bestückten Track „Dirty“. Im Grunde stehen die Songs dem Titel der Platte aber in nichts nach.

Um seine inneren Unruhen musikalisch bestmöglich auszudrücken, hat er sich besonders ins Zeug gelegt und gleich mehrmals ganz Tief in der Effekt-Kiste gewühlt. Das Ergebnis sind vielfältige Synthesizer und unzählige elektronische Spielereien, die manchmal (leider) kaum zu überhören sind.

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Sieht man über die ein oder andere überladene Stelle hinweg, glänzt „Death Of An Optimist“ trotzdem mit starker Diversität und lässt seine Hörer durch chaotisch kreative Soundscapes und dem einmaligen Genremix aus Rock, Rap und Trap emotional teilhaben.

Allerdings wird auch schnell deutlich, welche Stilmittel Grandson zum Erzeugen bestimmter Stimmungen präferiert. Besonders die eher düsteren Tracks werden vom Trap dominiert, von tiefen Bässen begleitet und mit Rap-Passagen verfeinert.

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Kurz vor Ende schleicht sich mit „Drop Dead“ noch ein stark verzerrter Pop-Punk-Song in die Gehörgänge, bei dem man sich einfach nur noch entsetzt fragen möchte: „Warum?“. Doch bei dem Stichwort Pop-Punk dürften den aufmerksamen Beobachtern der Szene bereits die Ohren klingeln. Denn Pop-Punk-Pate Travis Barker (Blink 182) höchstpersönlich hat es wieder einmal geschafft, sich eines aufstrebenden jungen Künstlers anzunehmen, um sein musikalisches Verständnis vom Punk der 00er Jahre eher schlecht als recht weiterzugeben. Ein Highlight ist der Song sicherlich nicht, aber glücklicherweise macht Grandson ihn durch seinen unverkennbaren Stil trotzdem gerade noch erträglich.

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Zum Schluss schubst uns der Sänger mit seinem Outro „Welcome to Paradise“ zurück in die Realität, bevor uns der Sound des Eject-Buttons vom Kassettendeck endgültig aus der Effekt-Kiste zieht. Ob am Ende des Albums nun Grandson oder X die Oberhand in der Frage nach der Identität behält, wird nicht endgültig geklärt und bleibt offen.

Wer letztendlich auf Ordnung und Mäßigkeit steht, ist bei Grandson definitiv an der falschen Adresse. Stattdessen stiftet dieser lieber Verwirrung und überträgt seine inneren Identitätskonflikte musikalisch gekonnt nach außen. Gerade dieser modern-chaotische Stil ist es, der Grandson aus der Masse herausstechen lässt und seinen Platz im Plattenregal wohl am ehesten irgendwo zwischen Yungblud und Twenty One Pilots finden könnte.

Bild: YouTube/ Fueled By Ramen „grandson – Dirty [OFFICIAL VIDEO]“

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Fazit

8/10
· Sehr stark

„Death Of An Optimist“ hält einen bunten Mix unkonventioneller Überraschungen bereit, die Rock, Rap und Trap zu einer modernen Mischung der alternativen Musik verschmelzen. Um sich musikalisch auszudrücken, setzt Grandson eher auf ausgedehnte Effekte, als auf Gefühl. Obwohl das Album dadurch stellenweise leider etwas überladen wirkt, überzeugt er mit einem unverkennbaren Stil und liefert ein gelungenes und mitreißendes erstes Album.

Grandson - Death Of An Optimist

Grandson

Death Of An Optimist

Album

VÖ 04. Dezember 2020

cd

Fueled by Ramen

▶Tracklist 12 Songs
  1. 1Death of an Optimist // Intro
  2. 2In Over My Head
  3. 3Identity
  4. 4Left Behind
  5. 5Dirty
  6. 6The Ballad of G and X // Interlude
  7. 7We Did It
  8. 8WW3
  9. 9Riptide
  10. 10Pain Shopping
  11. 11Drop Dead
  12. 12Welcome to Paradise // Outro
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Grandson·Alternative·Rap·Rock

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Grandson
Foto: Fueled By Ramen / YouTube: "grandson: Apologize [OFFICIAL VIDEO]"

Grandson

KanadaSeit 2014

Grandson ist ein US-amerikanisch-kanadischer Musiker aus Toronto in der kanadischen Provinz Ontario. Er heißt mit bürgerlichem Namen Jordan Edward Benjamin. Geboren wurde er in New Jersey, zog zusamme…

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